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Apocalyptica live beim Wacken Open Air 2014

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Wenn von Cello-Rock die Sprache ist, kommt niemand an Apocalyptica vorbei! Apocalypticas Anfänge als Metallica-Tribute-Band und ihre Übertragung der Metal-Musik auf klassische Instrumente, weckte schnell internationales Interesse. Die finnische Musikgruppe spielt neben eigenen Stücken auch bekannte Metal-Stücke auf dem Violincello.

Auf ihren Alben coverten sie Titel von Metallicy, Slayer, Sepultura oder Rammstein. Apocalyptica konnten sich mit der Sängerin Marta Jandová (Die Happy) und durch die Teilnahme am Bundesvision Songcontest in Deutschland noch bekannter machen. Sie wurden die erste Band Finnlands, die sich an der Spitze der US-Charts platzieren konnte. Jetzt nach über 20 Jahren Bandgeschichte gehen die Finnen zum ersten Mal mit klassischem Orchester auf Tour, und zwar mit dem Avanti! Orchestra.

So traten traten die Cellisten Eicca Topinnen, Paavo Lötjönen, Perttu Kivilaakso mit ihrem Schlagzeuger auch am Freitag als Headliner beim Wacken 2014 auf. 2010 waren sie schon einmal dabei. Das Programm besteht ausschließlich aus instrumentalen Songs, die eigens für Apocalyptica und das 25-köpfige Orchester arrangiert wurden.

Die Sonne stand an diesem Freitag in Wacken schon etwas tiefer, als die Band vor ca. 40.000 Metalheads auftrat, dennoch war es fast unerträglich heiß. So wurden während des Konzerts Hemd und leicht gebundene Krawatte ausgezogen. Das Konzert wirkte wie ein bizarres Feuerwerk aus klassischen Interpretationen bekannter Metalsongs, vermischt mit harten Drumrhythmen, die die teilweise stark effektverzerrten Celli, das Markenzeichen der Band, unterstrichen.

 

Der Umgang der Band mit ihren Instrumenten ist für Cellisten-Verhältnisse eher rauh. Immer wieder rennen die Musiker über die Bühne, ihre Celli teilweise im Laufschritt spielend, heizen sich gegenseitig an und schaffen es trotzdem, den Ton zu halten. Und immer wieder schön die langen Haare headbangen – sogar noch zu sanften Sounds.

Es sind nicht die kreischenden Gitarren sondern die Gänsehautmomente, die ein Festival so besonders machen. So blieb das ruhige “Nothing else matters” nicht das einzige Metallica-Cover der Band an diesem Abend. Auch Songs wie “Master of Puppets” oder “Seek and destroy” fanden sich auf der Setlist wieder.

Mit ihren sanften Metal-Sounds liefern Apocalyptica den gelungenen Act, bevor Motörhead als Headliner den langen und heißen Festivaltag beendete.