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Deichbrand 2011- Regencity 7.0

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Cuxhaven-Nordholz- Vom 22.-24. Juli 2011 wurde mit über 18.000 begeisterten Festivalfans das Freigelände am Seeflughafen Cuxhaven/ Nordholz in die Rockcity 7.0 verwandelt.
Trotz Erweiterung des Festivalgeländes konnten die Veranstalter zum ersten Mal einen vorzeitigen Ausverkauf der Tickets melden. Das Deichbrand-Festival hat eine erstaunlich rasante Entwicklung hinter sich. 2005 startete das Festival in beschaulicher Atmosphäre im Cuxhavener Fort Kugelbake mit knapp 800 Besuchern. Die 2009 vollzogene Verlagerung des Geländes auf den Seeflughafen Nordholz hatte nur Positives.

Und da wären wir gleich beim Negativen an diesem Wochenende: Bei teils starkem bis stürmischem Wind, Kälte und viel waagerechtem Regen mussten diesmal die Festivalbesucher die siebte Auflage des Open-Air-Festivals überstehen. Ausgerechnet an einem Wochenende, an dem andere Festivals im Norden wie das Searock Festival angesichts des Wetters abgesagt werden mussten, wurde Deichbrand durchgezogen. Wer Wind und Wetter tapfer trotzte wurde von vielen bekannten Bands für das Durchhaltevermögen gelobt.

Am Freitag waren vor der Bühne große Wasserflächen, die mit Rindenmulch abgedeckt werden mußten. Eine kostenintensive und zeitraubende Arbeit.

Nach Freigabe des Infields spielten Bands wie The BossHoss, Frida Gold, Suffocating Sight und Ghost of Tom Joad dazu auf, das Publikum zum Springen und Mitmachen zu animieren. Juli sangen das passende Lied zum Wetter und der Location am Meer, bevor die Auftritte von den der etwas härteren Gangart wie den Broilers, Donots oder dem Freitags-Headliner Bullet for my Valentine den ersten Festivaltag beendeten.

Am Samstag zogen es viele Festivalbesucher vor, wegen des schlechten Wetters nachmittags in ihren Zelten zu bleiben und sich von dort aus die Auftritte von Emil Bulls oder Blackmail anzuhören. Weitere Bands waren beige, Bosse und Kettcar. Richtig voll wurde es auf dem Gelände erst zu Jennifer Rostock und In Extremo.

Letztere haben wieder ein mit Hits gespicktes Programm am Start, mussten aber aufgrund des stürmischen Wetters auf sämtliche Pyroeinlagen verzichten. Headliner des Tages, Guano Apes um Frontfrau Sandra Nasic konnte nicht so recht überzeugen, da viele alte Hits nicht gespielt wurden und der Sound schlecht war.

 

Sonntag – die Sturm- und Wasserspiele gingen weiter! Das Gelände offenbarte morgens etliche Sturm- und Regenschäden, die während der Nacht entstanden waren. Es stand sogar kurzfristig die Überlegung im Raum, das Gelände gar nicht mehr zu öffnen. Etliche Zuschauer waren tatsächlich schon früher oder gleich nach einer Nacht wieder gefahren, es war am Sonntag nicht mehr so viel Gedränge im Infield.

Für die Highlights am verregneten letzten Tag sorgten die Punk-Rock Legenden Bad Religion und Skunk Anansie am Nachmittag. Die Performance von Bad Religion war klasse, man merkte, dass sie wirklich nicht mehr Grün hinter den Ohren sind. Der Sound war gut, und die Crowd war auch gut dabei.

Die Happy, bei deren Auftritt Sängerin Marta sich aus Solidarität zum Publikum im Wasser des Bühnenbodens wälzte und Die Fantastischen Vier, die es mit Professionalität und Humor nahmen und klitschnass über die Bühne tobten, sorgten für viel Applaus. Und auch wir wurden im Bühnengraben naß, als eine Sturmböe das auf der Stageplane lagernde Wasser mit einem Schwall freigab. So fiel eine Kamera aus, die sich zum Glück abends im Trockenen wieder regenerierte.

Fazit: Rund 30 Bands an 3 Tagen auf 2 Bühnen – das sorgte dafür, dass es überhaupt gar keine Überschneidungen oder Langeweile gab. Die vielen freiwilligen Helfer, die sich am Festival beteiligende Dorfgemeinschaft aus Wanhöden (z.B. gab es auf den umliegenden Bauernhöfen Duschen und Frühstück) sorgten für eine familiäre Atmosphäre, auch wenn zu einzelnen Teilen der Organisation einige kritische Stimmen laut wurden (z.B. die z.T. weit entfernten unbeleuchteten Parkplätze). Das kann in den nächsten Jahren nur besser werden, und wenn auch mal die Sonne herauskommt, dann sieht es der Festivalbesucher sowieso mit anderen Augen.