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Deichbrand- Dritter Tag

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Wanhöden, 19.07.2014 - Die Sonne brannte auch am dritten Festivaltag vom Himmel. Es war nur wieder ein paar Grade heißer als an den letzten Tagen. Die sengende Sonne sorgte auch bei den Rettungskräften für reichlich Arbeit– reihenweise kippten Besucher um. Bis zum Sonntagnachmittag werden über 3000 Einsätze verkündet. Auch über 200 Polizeibeamte aus ganz Niedersachsen sorgen auf dem Festivalgelände Tag und Nacht für die Sicherheit. Die Polizei war wieder mit einer Festival-Wache rund um die Uhr für die Festivalteilnehmer vor Ort ansprechbar. Sogar der frischgebackene „Fußballweltmeister“ Per Mertesacker (mit Paul Kalkbrenner befreundet), war auf dem Deichbrand-Festival. Er durfte sich mal auf ein Polizeipferd setzen und mit „Paule“ auf die Bühne.

Auch am Samstag standen wieder viele Bands am Start, z.B. Jupiter Jones mit neuem Sänger Sven Lauer, In Extremo, Katzenjammer, Heaven shall burn, Materia, Jan Delay und Chase & Status. Paule Kalkrenner machte den letzten Act mit viel Laserlicht auf der Fire-Stage. Im Palastzelt spielten unter anderem Gentleman, Terrorgruppe und Westbam.

Den Anfang machten an diesem Tag u.a. Russkaja, Callejon und Irie Revoltes mit ihrer Mischung aus Ska, Hip Hop, Reggea, Dancehall und einer ordentlichen Portion Punk.

Jupiter Jones kam mit Frontmann Sven Lauer, der sich als recht gute Vertretung für den Sänger & Gründungsmitglied Nicholas Müller erwies. Dieser musste die Band wegen gesundheitlicher Probleme verlassen.

Die siebenköpfige Mittelalter-Rock-Band In Extremo hatte viel Pyro im Gepäck. Es kam leider bei hellem Tageslicht nicht richtig zur Geltung. Anders die Flammen, die vor der Bühne gut 10 m hoch in den Himmel schossen und die bei 30 Grad schwitzenden Zuhörer noch etwas mehr aufheizten. Ausgefallene Kostüme, seltsame Instrumente und eine Menge Action wurde auf der Bühne geboten.

Danach Katzenjammer auf der Firestage, ein ziemlicher Kontast zur vorherigen Band. Die 4 Vollblutmusikerinnen der Folk-Rock-Band aus Norwegen hatten offensichtlich auch auf dem Festivalgelände viele Fans. Sängerin Turid Jørgensen (Katzen) erklärte, das ihr geliebtes Musikinstrument mit dem lustigen Katzengesicht vor einigen Tagen kaputt gegangen ist und stellte es demonstrativ an die Bühnenseite. Gesang, Klavier, Akustikgitarre, Akkordeon, Mandoline, Banjo, Mundharmonika, Trompete, Bass-Balalaika, Ukulele und Schlagzeug wurden gespielt. Und damit es nicht genug ist. Nach jeden Stück wurden die Musikinstrumente durchgetauscht. Auch gibt es keine Frontfrau, die Musikerinnen stehen gleichberechtigt miteinander auf der Bühne. Die Musik ist etwas gewöhnungsbedürftig, als Gesamtkonzept macht die Gruppe aber richtig Spaß.

 

Die Zeltbühne mit dem seltsamen Namen “FÜÜRPÜÜSTER Clubstage” war bei Gentleman mit einem Schlag voll, als er seinen Reggae zum Besten gab. Jemanden so bekannten wie Gentleman, der nun nicht gerade erst im letzten Jahr als Newcomer hochgeschossen ist, frühabends auf die Zeltbühne zu schicken, war sehr ungünstig. Danach wieder etwas härteres: Heaven shall burn. Die Metalcorerocker aus Thüringen gaben mächtig Gas und es war wieder Headbanging angesagt, obwohl das Publikum bei der Hitze schon müder wurde. Sänger Marcus Bischoff blieb dies nicht unbemerkt und durch ein „Ihr hängt schon ganz schön durch!“ versuchte er, das Möglichste aus den Fans heraus zu holen.

Marteria hatte es trotz Reifenplatzer am Tourbus zum Festival geschafft. Es herrschte Gedränge vor der kleineren Water-Stage-Bühne, als er auftrat. Auch sein zweites Ego „Marsimoto“ durfte in seiner Show nicht fehlen. Danach forderte der Sänger im Gummiboot zu Becherspenden für Viva con Agua und zum T-Shirtwechsel auf: Tausende folgten prompt dem Aufruf, die Becher flogen zu Hauf. Die Aufforderung an alle, sich hinzusetzten und bei 3 wieder aufzustehen, sah für uns vom Aussichtsturm richtig beeindruckend aus, wenn es knapp 40.000 Zuschauer machen. Nach dem Auftritt feierte Marteria im VIP-Bereich erst mal kräftig mit Paule und Per.

Der Headliner des Tages, Jan Delay fuhr kräftig auf. Jede Menge Musiker samt 3 Sängerinnen hatte er wieder im Gepäck. Das Ganze wie seine neue CD „Hammer und Michel“ etwas rockiger, dem Publikum gefiel es. Neben seinen Rocksongs spielte er immer mal wieder Texte von seinen alten Songs aus Reggae und Hip-Hop Zeiten. Er selbst ließ seinen typisch näselnden Gesang erklingen und rannte über die Bühne, als ob er Kilometergeld bekommen würde. Die ganze Show wurde optisch schick konzipiert.

Chase & Status setzten hingegen auf Minimalismus. 2 Musiker, eine Soundmaschine und viel Bässe, das gefiel besonders dem jungen Publikum. Wem es zu laut wurde, ging nach einem tollen Festivaltag nach Hause oder ins Zelt.