Rea Garvey begeisterte auf Solo-Tour

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Hamburg, 26.01.2015- Einst war Rea Garvey Frontmann der Band Reamonn - seit 2010 ist der gebürtige Ire solo unterwegs. Und das ebenso erfolgreich wie früher mit der Band und dem Hit "Supergirl". 7000 Fans feierten ihn in der ausverkauften Alsterdorfer Sporthalle, die Hütte war rappelvoll und platzte aus allen Nähten.

Die Fangemeinde musste im August 2010 schwer schlucken, als bekannt wurde, dass dem fünften Studioalbum "Reamonn" kein weiteres folgen würde. Der irisch-stämmige Wahlberliner kümmerte sich danach um seine Solo-Karriere und beschäftigte sich fortan intensiv mit neuen Songideen.

Das Solo-Debütalbum "Can't Stand The Silence" erschien im September 2011 und kam auf Platz vier der deutschen Album-Charts. Die Club-Tour im Herbst 2011 war ein voller Erfolg und ausverkauft.

Neben Nena, Xavier Naidoo und den beiden The BossHoss-Frontmännern Alec Völkel und Sascha Vollmer fungierte er dann als Juror der Casting-Show "The Voice Of Germany". Der Erfolg der ersten Staffel bescherte dem Songschreiber, Sänger und Entertainer auch auf seiner zweiten Tour 2012 volle Hallen.

Die 4. Staffel "The Voice Of Germany" wurde gerade beendet und nun läuft seine nächste Tour an. "Pride" heißt sein aktuelles Album, und der 41-jährige kann zu Recht stolz sein, weil er bei den neuen Songs weniger auf den radiotauglichen Mainstream geschielt hat, sondern mehr auf musikalisches Profil und inhaltlichen Tiefgang Wert gelegt hat, indem er Literatur, Folklore, Traditionen und Erinnerungen thematisiert.

Zunächst sorgten 2 Vorbands für Stimmung, darunter heizte die 7 köpfige irische Nachwuchsband „White Chalk“ und dem Publikum ein. Nach kurzer Umbauphase erschien um 21 Uhr der Pop-Rock-Barde und startete mit dem Song "Oh my Love" solo auf der Akustik-Gitarre auf einem runden Podest vor einem weißen Vorhang - dann setzt bei "Can't Say No" zusätzlich die Band ein. Die Fans belohnen dies mit frenetischem Applaus.

Die Bühne war eher minimalistisch gestylt, dies machte aber dem Gesamterlebnis des Konzertes nichts aus. Die musikalische Reise führte von melancholischen Balladen bis hin zu Hits mit übersprudelnder Energie.

 

Im lustigen „Denglisch“ erzählte er die eine oder andere Anekdote aus seinem Leben und vermittelte trotz der unschönen Hallenatmosphäre der Sporthalle Nähe und Vertrautheit. So erzählte Garvey, dass er schon mal in Hamburg auf der Schanze gelebt hat, Köln aber auch sehr schätzt. Und von einem Erlebnis mit einer Putzfrau in einem Kölner Hotel und über Facebook.

Er liebt Hamburg, weil alle möglichen Kulturen friedlich zusammenleben können. Dies bedachten die Zuschauer mit viel Beifall. Persönliches hat er auch in seinen neuen Songs verarbeitet, wie zum Beispiel in „Candellight“ seinen Blinddarmdurchbruch. Andere Songs wie „How I used to be“ verursachten Gänsehautfeeling und auch hymnischer Bombast-Pop in „We all fall down“ war zu hören.

Dass er bei seinen Konzerten immer wieder seine Schützlinge der Casting-Show auftreten läßt, rechnen ihm seine Fans hoch an. An diesem Abend sang er mit der 18-jährigen Lina-Marlin Arndt den Johnny Cash-Song „ Hurt“ als gemeinsames Duett. Das Talent durfte danach ganz allein auf der großen Bühne ihre neue Single „Give it up“ vorstellen und bekam reichlich Beifall.

Zum Abschluss tauchte Garvey mitten im Publikum auf und ging durch die ganze Menge wieder nach vorne zur Bühne, drückte Hände und ließ sich fotografieren. Die Fans sprangen, klatschten und kreischten, aber fast 2 Stunden und 20 Liedern war dann doch Schluss. Dies war das 3. von 14 Konzerten der Pride-Tour 2015, die meisten sind bereits ausverkauft. Für den Sommer 2015 sind zusätzlich zahlreiche Open Air-Konzerte angekündigt. Garvey wird dann am 16. Juli in Stade auftreten.