Grand Hotel Van Cleef feierte Geburtstag

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Hamburg, 18.08.2017 - Das Independent-Label Grand Hotel van Cleef aus Hamburg wurde 15 und feierte dies mit einem ausverkauften Open Air-Festival auf dem Großmarktgelände vor dem Mehr! Theater mit ca. 10.000 Gästen.

Alles begann am 01. August 2002 in einem winzigen Büro in der Hamburger Stresemannstraße 68. Die drei Labelgründer Thees Uhlmann, Marcus Wiebusch und Reimer Bustorff fingen dort mit ihrer Arbeit an. 15 Jahre später hat sich hat sich Grand Hotel Van Cleef zu einem der wichtigsten Independent-Labels Deutschlands entwickelt. Die Feierlichkeiten waren draußen, es ist halt Sommer 2017, also war nach anfänglichen kurzen Sonnenschein Dauerregen angesagt. Das machte den Besuchern aber nicht all zu viel aus, denn die Labelgründer (der ehemalige Tomte-Sänger Thees Uhlmann und die beiden Kettcar-Mitglieder Marcus Wiebusch und Reimer Bustorff) durften nicht fehlen und traten mit ihren Bands auf. Inzwischen kümmern sie sich aber nicht mehr nur um die Belange ihrer beiden Bands. Zahlreiche Musiker treten unter der Flagge des Labels auf.

Die Radiomoderatorin Christiane Falk übernahm die Moderation zwischen den Konzerten. Zwei der Label-Entdeckungen traten gleich am Anfang der Jubiläumsparty auf. Den Opener machte das Kölner Musiker-Trio um den Produzenten und Songwriter Martin Bechler aka Fortuna Ehrenfeld. Für ihn schien es noch zu früh zu sein, er erschien im Schlafanzug mit Kaffeetasse und Bigfootschuhen. Stilistisch bewegtsich die Band zwischen klassischem Singer-Songwriting und pulsierender Elektronik. Klavier und Akustikgitarre trafen auf kühle Beats, zusammengehalten von Bechlers charismatischer rauer Stimme, der genau am Festivaltag sein neues Album "Hey Sexy" veröffentlichte.

Danach trat ein enger und langjähriger Freund des Labels, Gisbert zu Knyphausen auf. Wer etwas Zeit hat, kann seinen Namen auch voll aussprechen: Gisbert Wilhelm Enno Freiherr zu Innhausen und Knyphausen. Zu Knyphausens Texte haben einen melancholischen, meist hoffnungsvollen Charakter. 2009 wurde er mit dem HANS als bester Hamburger Künstler ausgezeichnet und 2014 war er mit Olli Schulz auf Tournee. In Duo-Besetzung stellte er auch Songs von seinem neuen Album "Das Licht der Welt" vor.

Als Überraschungsgäste fungierten dann die Jungs vom Hannoveraner Seemannschor, der schon zum 100. Geburtstag vom FC St. Pauli für Begeisterung sorgte. Da wurde schon mal Uhlmanns „Zum Laichen und Sterben ziehen die Lachse den Fluss hinauf“ gecovert. Zum Schluss schunkelten das Hamburger Publikum zu Heidi Kabels „In Hamburg sagt man Tschüss“.

Nun wurde es etwas rockiger, Marcus Wiebusch (voc., guit.) und Reimer Bustorff (bass) kamen anschließend mit ihrer Band Kettcar auf die Bühne, die als eine der einflussreichsten Indierock-Bands des Landes gelten. Die Band verabschiedete sich 2013 nach 4 Studioalben in eine kreative Pause.

 

Im Jahr 2014 präsentierte Frontmann Wiebusch dann sein erstes Soloalbum „Konfetti“. Fünf Jahre nach „Zwischen den Runden“ (2012) kündigen Kettcar nun ihr fünftes Studioalbum an. „Ich vs. Wir“ heißt die neue Platte und erscheint am 13. Oktober wie seine Vorgänger bei GHvC.

Erst vor wenigen Tagen erschien ihre neue Single "Sommer '89 (Er schneidet Löcher in den Zaun)", eine Art Spoken-Word-Performance über die Flucht an der innerdeutschen Grenze aber auch zur aktuellen Flüchtlingsdebatte. Der erste Liveauftritt von Kettcar seit 5 Jahren fand ein Tag zuvor bei der Vor-Geburtstagsfeier in Düsseldorf statt. Die Band wird im Frühjahr 2018 wieder auf ausgedehnte Tour durch den deutschsprachigen Raum gehen, darunter am 27.01.18 im Bremer Schlachthof und am 06./07.02.18 in Hamburg, Große Freiheit 36.

Den Abschluss machte Thees Uhlmann mit seiner Band bestehend aus Tobias Kuhn (guit.), Nikolai Potthoff (guit.), Julia Hügel (keyb.), Markus Perner (drums) und Hubert Steiner (bass) kurz nach 21:00 Uhr. Der gebürtige Hemmoorer (LK Cuxhaven) veröffentlichte nach seiner Karriere mit TOMTE im Jahr 2011 sein erstes Solo-Album. Mit „Zum Laichen und Sterben ziehen die Lachse den Fluss hinauf“ trat der 41-jährige für Hamburg beim Bundesvision Song Contest 2011 an. Der Song durfte an dem Abend auch nicht fehlen. Und es hörte sogar auf zu regnen.

Zwischendurch unterstützte noch einmal der Seemannschor Hannover den Sänger. Sympathisch mit seinem eigenwilligen Tanzstil und vielen Gesprächseinlagen spielte der Musiker seinen ersten Auftritt seit einem Jahr. Er erzählte, wie er mit seinem Hemmoorer Kumpel zur damaligen Wiebusch-Punkband „But Alive“ nach Berlin wollte und sie an der Autobahn in Hamburg standen. Sie streckten „den Daumen in den Wind“ und ein anhaltender Autofahrer machte ihnen klar, dass sie auf der falschen Seite der Autobahn standen. Als in Festivalnähe ein Zug vorbeifuhr sagte Thees verzückt „Oh da, der Metronom nach Cuxhaven!“ Ein neues Album der Band ist für 2018 annonciert.

Es gab auch eine Tombola mit 3000 Gewinnen während des Open-Airs, darunter Testpressungen, ein Mikrofon von Marcus Wiebusch und viele weitere Preise. Die Feierlichkeiten endeten in einer offiziellen Aftershowparty mit "The Phat Tyrtles" im Knust. Zahlreiche weitere Events und Veröffentlichungen werden folgen.