Luxuslärm: Alles was du willst

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Worpswede- In der Vergangenheit traten in der MusicHall Worpswede schon viele sehr bekannte Bands auf. Überwiegend Rockikonen aus den 80er und 90 er Jahren, die immer noch präsent sind und gute Musik über Jahrzehnte spielen. Anders am 14.11.2014. Es stand eine junge Band auf der Bühne die es erst 8 Jahre gibt und deren Bekanntheitsgrad ständig wächst: LUXUSLÄRM.

Hinter dem Bandnamen steckt vor allem eines nicht, nämlich Lärm. Dafür aber ganz viel luxusgeile deutsche Rockmusik. So war das Publikum in der gut gefüllten Location auch nicht wie sonst im gesetzten Alter, sondern in der Überzahl deutlich unter Dreißig und meist weiblich.

Die Band kommt aus Iserlohn und sie hatten bereits mehrere Gastauftritte bei TV-Serien wie „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“, „Unter uns“, „Anna und die Liebe“ oder „Alles was zählt“. Der deutsche Verband der Pop- und Rockmusiker kürte Luxuslärm 2008 gleich in mehreren Kategorien: Beste Rockband, Beste Popband, Bestes deutschsprachiges Album, Bestes Lied sowie mit dem Publikumspreis. Weiterhin erhielt die Band den Echo 2011 für "Erfolgreichster Newcomer des Jahres national".

Im Jahr 2011 kam es zu einer gewichtigen Umbesetzung der Bandbesetzung. Nur Sängerin Janine Meyer und Schlagzeuger Jan Zimmer verbleiben von der Ursprungs-Formation. 2012 traten sie beim Bundesvision Song Contest 2012 an und erreichten mit dem Titel Liebt sie dich wie ich? den vierten Platz. Im März 2014 veröffentlichten sie ihr viertes Album „Alles was du willst“, das in den Album-Charts sofort Rang 4 erreichte.

Soviel zur Bandstatistik. Luxuslärm reisten in den letzten Monaten durch Deutschland. Es gibt Bands, bei denen man vorher weiß: Wenn man dieses Konzert besucht, gibt es was zu feiern, und nicht nur an ihrem letzten Tourtag hier in Worpswede. Wenn man sich den Facebookaccount der Band aufruft, war die ganze Tour eine einzige Feier. Ein Konzert des Fünfergespanns hat durchaus ein gewisses Suchtpotenzial: war man einmal dabei, will man immer wieder mitfeiern. So meinen es zumindest viele Fans, die ihren Idolen sogar hinterher reisen.

Zunächst heizte der 1989 in Dresden geborene ANSA mit seinem Gitarristen Adi ein. Deutsches Rock- und Popliedgut mit einer Mischung Blues.

Erst gegen 21:30 Uhr betraten LUXUSLÄRM die Bühne und erröffneten den Abend mit dem Albumtiteltrack sowie Tournamensgeber „Alles was du willst“. Frontfrau Jini wurde dabei von Freddy (Gitarre), David (Bass), Christian (Keys) und Jan (Drums) unterstützt.

Solange es noch geht folgte mit flotten Riffs und zeigte, dass die Band es versteht intelligente Texte mit guter Musik zu verbinden. Sofort begrüßt die redefreudige Jini ihre Fans: „Wir haben viele aktuelle Songs mitgebracht, aber auch Alte, die wir 6, 7, 8 Jahre nicht mehr gespielt haben – mit "Sie sieht es nicht‘“ ging es weiter.

Und immer wieder die Aufforderung: „Wo sind eure Hände?“ und alle Hände gingen wieder in die Höhe. “Wer war schon auf einem Luxuslärm-Konzert?“ fragte Jini nach.

 

Offensichtlich weit mehr als die Hälfte aller Anwesenden. Auch bei der Nachfrage, wer bei dem Akustikkonzert 2012 in Bremerhaven (über das wir damals berichteten) dabei war, meldeten sich wieder viele.

Es folgte Partysong „Yeah, Yeah, Yeah (So könnte es immer sein)“. Die Fans wurden aufgefordert den Luxuslärm-Move mit zu machen. Ein Schritt nach links, einen nach rechts und auf 4 alle umdrehen“, forderte Jini auf und alle machten beim Lied „Durchdrehen“ wieder mit. Ein toller Rocksong mit deutschen Texten folgte auf den nächsten. Nach Ausfällen oder Lückenfüllern suchte man vergebens.

Nach dem SongNach einer wahren Geschichte“ fand Jini wieder Zeit zu erzählen. Diesmal die Geschichte mit dem Anmachspruch von einem gewissen Miguel. Ein Tourmitglied musste für die Darstellung des Miguel herhalten.

Nachdem viele rote herzförmige Luftballons, die während auf des Konzertes verteilt wurden auf die Bühne flogen, folgten weitere Lieder wie „Feuer“ und „Atemlos“ (Nein, nicht das von Helene) und „Leb deine Träume“ . Jini deutete zum wiederholten Mal darauf hin den Moment zu leben und das sie selbst diesen Moment des letzten Tourtages in sich aufsaugt.

1000 km bis zum Meer“, „Unsterblich“ und „Thelma & Louise“ beendeten nach knapp 2 Stunden mit sagenhaften 17 Songs den Abend. Auf Druck der Lärmer, wie sich die Hardcorefans nennen, die reichlich an diesem Abend vorhanden waren, kam die Band noch einmal für weitere Songs auf die Bühne.

1000 km bis zum Meer“ wurde zusammen mit Ansa performt und Jini bedankte sich bei den „fleißigen Händen“ und den kleinen Überraschungen am letzten Tourtag. Mit „Regen, der nach oben fällt“ und „Letzter Tag“ mußten noch zwei Zugaben her. Und dann durfte der Konzertabend nach der langen Bühnenzeit auch beendet werden. Natürlich gab es Parallelen zu Juli oder Silbermond, die aber nicht ganz so rockig daher kommen.

Nach einem Auftritt in Wien in der nächsten Woche kommt Luxuslärm zum grandiosen Schlussgig am 27. Dezember zum Watts Up Festival nach Cuxhaven. Danach wird man die Band wahrscheinlich in unserer Region erst mal nicht mehr sehen. Nachdem die Band in den letzten 8 Jahren jedes Jahr 2 Touren gespielt hatten, wollen sie 2015 eine Schaffenspause einlegen und nur ausgewählte Sommerfestivals spielen.