Das UNESCO-Welterbe Zollverein

Zur Bildergalerie

Essen- Früher waren die Schätze im Ruhrgebiet schwarz. Schwarz wie Kohle. Denn bis vor knapp 30 Jahren war die Kohle aus der größten Steinkohlezeche der Welt sozusagen der Schatz der Region. Heute liegt der Schatz des Weltkulturerbes Industriekomplex Zeche Zollverein über Tage: Man nannte sie „die schönste Zeche der Welt“: Sie ist ein Monument der Industriekultur und Symbol für den Wandel der einst größten Steinkohlenzeche Europas in einen attraktiven Kultur- und Wirtschaftsstandort und ist ein unbedingtes Muss für jeden Besucher des Ruhrgebietes. Die Anlagen sind noch komplett erhalten und erzählen die Geschichte des Kohle- und Stahlzeitalters. 2001 wurden die Essener Zeche und Kokerei Zollverein offiziell in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen.

Das 55 Meter hohe Doppelbock-Fördergerüst am Eingang des Schacht XII mit seiner Namensinschrift »Zollverein« ist optischen Mittelpunkt der imposanten Anlage und hat sich als Wahrzeichen des Ruhrgebiets etabliert. Die Gebäude wurden größtenteils gegen Ende der 1920er Jahre im damals hochmodernen Bauhausstil neu gebaut, also in geometrischen, meist kubischen Formen. Das heute das Doppelbock-Fördergerüst oben herausragt, hat einen einzigen Grund: Es war damals billiger zu bauen. Gut so, sonst hätte man heute kein Wahrzeichen.

Zunächst ein paar Zahlen: Auf dem Welterbe-Areal haben 39 Unternehmen ihren Sitz, über 950 Personen sind dort beschäftigt, es befinden sich dort 65 Gebäude, über 200 technische Anlagen und Maschinen, ca. 2,7 km Bandbrücken und über 13,2 km Rohrleitungen.

Das Bergwerk mit seinen weitgehend automatisierten Arbeitsabläufen galt als das größte und leistungsfähigste weltweit. Zwischen 1847 und 1986 wurden insgesamt 220 Mio. Tonnen Kohle abgebaut, täglich bis zu 13.000 Tonnen. Es waren bis zu 8.000 Bergleute im Schichtwechsel beschäftigt. Die Zeche Zollverein schloss 1986 als letzte von insgesamt 291 Zechen der einst größten Bergbaustadt Europas. Kurz darauf wurde das einzigartige Ensemble der Schachtanlage unter Denkmalschutz gestellt und ein Jahr später begann die Sanierung der Anlage. Heute ist die Zeche Zollverein die größte Touristenattraktion der Region.

Zum „Industriekomplex Zeche Zollverein“ gehören die Bereiche von Schacht XII, Schacht 1/2/8 und der Kokerei mit einer Gesamtfläche von 100 ha und ist somit größer als die Essener Stadtmitte. Die Stadt Essen selbst war einst die größte Bergbaustadt auf dem Europäischen Kontinent. Nach dem Kölner Dom ist die Zeche Zollverein mit jährlich rund 1,5 Mio. Besuchern an zweiter Stelle der beliebtesten Kulturausflugsziele in NRW.

Vom Vorplatz führt eine große Rolltreppe hinauf in den hochliegenden Eingangsbereich des Ruhr-Museums. Sie ist orangefarben beleuchtet, was insbesondere in der Dunkelheit einen netten Effekt ergibt. Im vorderen Bereich kann man Förderanlagen kostenfrei begutachten oder in sich in einem Cafebereich aufhalten. Weiterhin ist dort ein Info-Point untergebracht und der Ausgangspunkt für Führungen. Wir können empfehlen, an solch einer Führung durch den Denkmalpfad ZOLLVEREIN® teilzunehmen. Die Führung dauert rund 2 Stunden und man kommt in Bereiche der Zeche, die man sonst nicht betreten dar

 

So kann man viele Infos über die im Originalzustand erhaltenen Übertageanlagen der Zeche und Kokerei erfahren. Man erfährt so zum Beispiel, das der sogenannte Ehrenplatz vor dem Doppelbock-Fördergerüst nur höhergestellten Personen vorbehalten war. Dieser wurde durch eine hohe Mauer von den Arbeitsbereichen abgetrennt, damit die Besucher die Arbeiter nicht sehen. Diesen wurde unter Strafe das Betreten des Ehrenplatzes untersagt.

Der ZOLLVEREIN® Park mit seiner Größe von ca. 70 ha mit über 20 Kunstwerken bekannter Künstlerr ist auch nach Feierabend einen Besuch wert. Wer sich nach dem Schließen der Tourismusanlagen noch auf dem Zechegelände befindet wird sehen, dass der Bereich bei schönem Wetter gerne als Picknickplatz, Laufstrecke für Jogger, zum Flanieren oder Ausführen von Hunden genutzt wird. Auch Fahrradfahrer sind vielfach anzutreffen. Auf den großen Eisenbahnverladebereichen hinter der Zeche Zollverein wurden die Gleise zu Fußgängerwegen umgebaut. Auch wurde der Zollverein mehrfach als beste Eventlocation Deutschlands ausgezeichnet. Es finden hier regelmäßig auf insgesamt 14.000 Quadratmetern Veranstaltungsfläche Konzerte statt oder wird als Eventlocation für Tagungen oder private Feiern genutzt.

Auf dem Gelände von Schacht XII befindet sich heute das Ruhr Museum, dass seit 2010 die Kultur- und Naturgeschichte des Ruhrgebiets thematisiert. Im Kesselhaus können Kunstinteressierte zudem das "Red Dot Design Museum" besuchen. Das Casino Zollverein lädt nicht nur zum Glücksspiel ein, Geld sollte man viel mehr mitbringen, um dort in einmaligem Ambiente luxuriös zu speisen.

In den 90er Jahren siedelten sich weiter zahlreiche Institutionen, Büros und Unternehmen unterschiedlicher Größe aus den Bereichen Kunst, Kultur, Design und Neue Medien in den restaurierten Gebäuden an. Smartphonebesitzer können sich eine kostenlose APP herunterladen, die viele Infos und auch den eigenen Standort auf dem großen Gelände darstellt. Auch Hobbyfotografen besuchen gern den Zollverein, es werden auch spezielle Fototouren angeboten.

Besucherzentrum Zollverein
Zollverein Schacht XII
Halle 2, Gelsenkirchener Str. 181
45309 Essen
Öffnungszeiten:
Täglich 10 - 18 Uhr , Montags geschlossen
Zieleingabe ins Navigationssystem: Gelsenkirchener Straße (Kreuzung Drostenbusch) in 45141 Essen