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NEÁNDER: „neánder“

Anscheinend blüht die Doom-/Sludge-Szene momentan wieder auf. Ich kann ja auch nicht verneinen, dass ich mich selbst etwas daran beteilige und immer wieder erfreut bin, wenn ich etwas von Kollegen aus dem selben Genre auf den Tisch bekomme. Die frische Partie Neànder, welche aus Mitgliedern der Blackgaze Band Ånd, der Hardcore-Punk Band Patsy O`Hara und Not Now Not Ever, sowie der Sludge Band Earth Ship und obendrein noch Live-Bandmitglieder von Casper. Das klingt ja schon einmal wie eine gewaltige Ladung an kompetenten Musiker, welche auf Art von Neurosis, YOB, Bongripper und Konsorten einerseits gewaltige Gigs hinlegen werden, andererseits uns eben nun ihr Debütalbum präsentieren. Was unterscheidet die Band nun von den vorhin erwähnten Bands ?

Sie pfeift auf Vocals und konzentriert sich vollends auf die massiven, bis zu 10 Minuten langen Tracks. Natürlich erinnert so etwas rein längentechnisch an Black Sabbath, Tool oder auch Dream Theater, doch das dahindröhnende Werk welches sich „Neánder“ nennt hat schon ganz eigene Qualitäten. Die Herren Sebastian Grimberg (Earthship, And/ Drums), Alfonso Brito Lopez (Albez Duz/ Bass), Michael Zolkiewicz (Casper, Pasta O`Hara, Not Now Not Ever/ Gitarre), Patrick Zahn (And/ Gitarre) und Jan Korbach (Casper, And/ Gitarre) liefern mit 3-facher Gitarristengewalt, einem massiven Bass und der dazu passenden Drum einfach so richtig bösen Sludge, wobei man im Track „iimago“ auch eine sehr ruhige, nachdenkliche Facette der Band zu hören bekommt.

Der Rest hält sich eher an der Art der vorhin erwähnten Bands an, wobei ich sagen muss, dass mir die Geschwindigkeit der Tracks von Neànder schon fast besser gefällt. Ich bin zwar großer Electric Wizard Fan, doch gebe ich zu, dass mir manche Riffs einfach zu fad werden, was ich bei diesem Album nicht behaupten kann. Im dritten Track „Aâs“ findet sich ein schon fast Black Metal artiger Teil, welcher dem Ganzen wieder etwas mehr Schwung verleiht und die Band schafft es solche Parts so zu setzen, dass der Song trotz Langsamkeit frisch und deftig klingt.

FAZIT: Der letzte Satz könnte eigentlich schon als Fazit gelten, doch das wäre dann schon etwas zu kurz. Die atmosphärischen Klänge ziehen einen so richtig in die Welt des Albums und die Rhythmen und Gitarrenriffs massieren einen anschließend fein durch. Das kürzeste Lied ist zwar nur 3 Minuten lang, dafür aber auch so ca. das Ruhigste auf der Scheibe. Ansonsten ist kein Lied unter 6 Minuten lang und daher sieht das Album auf den ersten Blick mager aus, ist aber im Endeffekt verdammt ausgiebig. Ein typisches Album in welches ich für Stunden in Dauerschleife versinken könnte und nicht mehr ohne Hilfe herauskäme. Feines Debüt die Herren! Dafür gibt’s mal 9 von 10 Punkten, soll ja noch Luft nach oben bleiben.

 
Bewertung:

GENRE: Doom/ Sludge

TRACKLIST:

1. Khàpra
2. Thûjen
3. Aãs
4. iimago
5. Møder

VÖ: 22.02.2019
Format: Vinyl / Digital
Label: Through Love Records
Vertrieb: Through Love Records
Auf Tour im Norden: -

Rezensent: Gregor

--> Musikvideo: neànder - Khàpra