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PORN- "The Ogre Inside"

The Ogre Inside‘ ist der Name des nunmehr dritten Albums der französischen Band PORN, das am 20.10.2017 erschien. Die Band besteht aus Philippe Deschemin an den Vocals, Erwan Frugier an Gitarre und Synthesizer und Mehdi Desoeuvre an Gitarre und Bass. 2005 brachten sie ihr Debütalbum ‚A Decade In Glitter And Danger‘ heraus, 2011 das Nachfolgealbum ‚From The Void To The Infinite‘.  Sechs Jahre sind also seit der Veröffentlichung dieses letzten Studioalbums vergangen, doch auch in dieser Zeit waren die Musiker nicht untätig; sie veröffentlichten 2015 ein Remix und Coveralbum – betitelt ‚Deconstruct‘ – und Philippe Deschemin, Bandleader und Mastermind der Band, beschäftigte sich mit seinem Nebenprojekt ‚An Erotic End Of Times‘ und zeigte seine vielfältigen Talente durch die Veröffentlichung zweier Kurzgeschichten, sowie des Science Fiction Romans ‚Contoyen‘, der zugleich das Konzept für das neue Album ist.  

Doch nun zum Album selbst. Es ist durchsetzt mit Sprachsamples von Aleister Crowley, dem englischen Okkultisten und selbsternannten ‚bösesten Menschen der Welt‘. ‚Sunset Of Cruelty‘ hat den typischen Sound des Industrial Metal der Neunzigerjahre. Streckenweise fühlt man sich leicht an ‚Kraftwerk‘ und ‚Rammstein‘ erinnert, dann wieder nahezu an ‚Avenged Sevenfold‘. Der Gesang ist abwechslungsreich, zuweilen getragen, fast sanft, dann wieder kräftig und rau. ‚She Holds My Will‘ beginnt ruhig, stimmlich fühlt man sich bei dieser Nummer beinahe etwas an ‚HIM‘ erinnert. Die elektronischen Synth-Sounds sind gut mit den eingängigen Gitarrenriffs abgestimmt. Der Text ist erwartungsgemäß düster. ‚Nothing But The Blood‘ ist eine Nummer, die sich langsam aufbaut, mit stampfendem Rhythmus und fast sphärischen Klängen zwischendurch. ‚May Be The Last Time‘ ist eine kurzweilige Nummer, neuerlich ist es vor allem der Gesang, der für Abwechslung sorgt. Bei ‚Close The Window‘ meldet sich, wie in der ersten Nummer, zunächst einmal Aleister Crowley zu Wort. Die Nummer selbst ist packend, hart, doch auch eingängig. Mit verstörenden Klängen beginnt ‚Death Does Not Last Forever‘ und so wie die Musik fragmenthaft, zerschlagen wirkt, tut dies auch der zunächst gebrochene Gesang. ‚Heavy Is The Crown‘ ist wohl die mainstreamtauglichste Nummer des Albums. Durchaus mit Ecken und Kanten, doch nicht zu hart, nicht zu extrem, mit rockigem Gitarrenriff. ‚You Will Be The Death Of Me‘ hat etwas von Nu-Metal, ohne jedoch den elektronischen Klang einzubüßen, der diese Band kennzeichnet. In der Mitte ändert sich die Nummer plötzlich. Die titelgebende Nummer ‚The Ogre Inside‘, ist zugleich mit über acht Minuten die längste des Albums. Es lohnt sich jedoch für den Hörer, diese Zeit zu investieren.

FAZIT: Ein gutes Album, kraftvoll, gut ausgearbeitet, durchaus nicht nur für eingefleischte Fans des Genres empfehlenswert. Kritisch anzumerken wäre höchstens, was man eben über das Industrial Genre im Allgemeinen sagt und was hier nicht ausführlich wiederholt zu werden braucht. Man könnte sagen: hat man eine Nummer gehört, hat man alle gehört – was absolut übertrieben wäre, doch einen winzigen Funken Wahrheit in sich trägt. Im Ganzen gibt es für diese beachtliche musikalische Leistung gute 8 von 10 möglichen Punkten.

--> Musikvideo: PORN - You will be the death of me

 
Bewertung:

GENRE:  Industrial, Rock, Gothic Metal

TRACKLIST:

1. Sunset Of Cruelty
2. She Holds My Will
3. Nothing But The Blood
4. May Be The Last Time
5. Close The Window
6. Death Does Not Last Forever
7. Heavy Is The Crown
8. You Will Be The Death Of Me
9. The Ogre Inside

VÖ: 20.10.2017
Format: CD / LP / Digital
Label: Echozone
Auf Tour im Norden: -


Rezensionist: Florian