Ralf Schmitz war ganz „aus dem Häuschen“

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Bremen- Ralf Maria Schmitz, der deutsche Komiker, Musiker, Moderator, Schauspieler und Autor war am 20.11.2014 mit seinem neuen Programm „Aus dem Häuschen“ zu Gast in der Bremer Glocke. Er beschrieb den alltäglichen Wahnsinn beim Haus-Umbau auch unter dem Motto: „Mein Feind der Handwerker“.

Ralfs TV-Karriere startete mit der beliebten Sketchcomedy „Die dreisten Drei“, 2003 erhielt er den Deutschen Comedy Preis als Bester Newcomer, war festes Ensemblemitglied und Protagonist der Schillerstraße, häufig zu Gast bei „Genial daneben“ und Gastgeber der eigenen TV-Shows „Schmitz komm raus!“ und „Schmitz in the City“ . In den beiden Otto Waalkes-Kinoerfolgen "7 Zwerge" spielte er sich als „Zwerg Sunny“ in über 13 Millionen Zuschauerherzen.

Thematisch hat sich der Speedy Gonzales unter den Comedians dem Thema „Renovierung und Umzug“ angenommen. „Ich dachte, die alte Bude muss man ein bisschen auffrischen. Dabei sind absurde, aber auch teilweise lustige Sachen passiert“. Die Bühne sah auch ein bisschen danach aus: Umzugskartons, ein Klo, der alte Sessel in dem „Omma“ gestorben war und diverser Krimskrams, der bei Umzügen so anfällt, bildeten das Bühnenbild, das von einer Art Baugerüst eingerahmt war. Eine Live-Kamera übertrug zeitweise das Programm direkt auf einen Bildschirm auf der Bühne. So konnten Mimik und das große Entsetzen seiner Gesprächspartnern in Großformat gezeigt werden.

Schmitz setzte sich zunächst in den Sessel auf der Bühne und klopfte auf die Lehne. Es staubte auf und der Comedian erklärte: „Das ist die Asche von Omma!“. Noch keine 5 Minuten auf der Bühne sprang der Meister des Schenkelklopfer-Humors schon in den Zuschauerraum. „Wer mich kennt weiß, das ich immer Zuschauer aus der 1. Reihe auf die Bühne hole!“ drohte er. Unerwartet ging er gleich in die zweite Reihe, um sich sein erstes Opfer auf die Bühne zu holen.
Er erzählte die Geschichte seines neu angebrachten Waschbeckens. Es hatte einen Riss. Als er den Installateur darauf ansprach, meinte dieser: ‚Dat is nit kaputt, dat is ein Schatten!‘“ Schmitz weiter: „Einen Schatten kann man nicht fühlen“, meinte der Handwerker: „Dat is die Schutzfolie“. Als Schmitz immer noch reklamierte meine der Installateur zuletzt: „Dann is dat ein eingebranntes Haar. Dat muss so.‘“

Immer wieder verstand es Schmitz, das Publikum mit Fragen einzubinden: „Was kann alles beim Bauen kaputt gehen?“ Eine Zuschauerin: „Die Ehe!“

Nun traf es Natalie aus der 1. Reihe. Er spielte mit ihr eine Szene bei Karstadt durch. Dann bat er die Zuschauer die Gefühle zu nennen, die sie kennen. Unter anderen kam „Sexuell“ und „Lethargie“. Schmitz: „Ach, Sexuell und Lethargie. Da sehen Sie den Unterschied im Publikum: Mit und ohne Abitur!“. Immer wieder kreischendes Lachen einer einzigen Zuschauerin. Schmitz:“ Oh, die Lachmöwe ist auch wieder da!“

Einen seltenen und scheuen Verkäufer im Baumarkt zu finden, ist seiner Meinung nach wie auf Safari gehen. Man muss sich an die scheuen Wesen anpirschen und dann zuschlagen. „Am besten nimmt man ein junges Unerfahrenes oder ein Altes, was nicht schnell genug weglaufen kann!“

 

Dann wieder sein Blick auf die 1. Reihe, welche dann auffällig nach unten blickte. Tanja traf es dieses Mal. Seine wahre Stärke blitzte wieder beim Improvisieren auf. Tanja bekam eine Kingel in die Hand, und jedes Mal wenn das Klingeln ertönte, wechselte er seinen Redeschwall im fließenden Wechsel zwischen Deutsch und Kaputtschdich (einer polnisch anmutenden Fantasiesprache).

Auch in der 2. Hälfte seines Programms tat er, was er am Besten kann: er nahm besondere Lieblinge aus dem Publikum auf´s Korn. Gleich nach dem 1. Brüller: „Aah, unsere Möwe ist auch wieder reingeflogen!“

Schmitz erzählte von seinem (erfolglosen) Bildaufhängen, erst mit Hammer und Nagel, dann mit seiner Bohrmaschine aus dem Teleshopping. Sie flog ihm aus der Hand in seinen teuren 55 Zoll 3D-Fernseher. „War dann 4D!“ witzelte er. Auch Schlitze mit der Flex, Nagel rein und drumherum verputzen klappte nicht. „Ich habe das Bild jetzt mit Hafties aufgehängt!“

Zwischendurch gab er noch Tipps: Zum Beispiel wie sich ein Akkuschrauber sinnvoll umfunktionieren lasse, etwa zur elektrischen Zahnbürste, automatischen Toilettenpapier-Auf-und-Abroller oder zum selbstdrehenden Lippenstift, den er im Selbstversuch ausprobierte.

Eindrucksvoll auch seine „Gebärdensprache“, mit der er ein vorheriges Zwiegespräch mit einer weiteren Zuschauerin in Szene setzte.

Ein Pianist betrat die Bühne. Mit der nächsten Zuschauerin, Jasmin stellte er sein Talent auf Zuruf unter Beweis: Im fiktiven Weserstadion spielte er ein Gespräch mit der Zuschauerin. Der Pianist spielte die zuvor von den Zuschauern zugerufenen Musikstile wie Schlager, Techno, Liebeslied, Oper oder Hardrock – und Schmitz sang und spielte treffend im richtigen Genre. Und immer wieder das kreischend Lachen der Zuschauerin. Schmitz: „Hab ihr auch Möwen im Weserstadion?“

Zwischendurch parodierte Ralf Schmitz Rainer Calmund, Robert Geissen, Daniela Katzenberger und Michael Wendler. Es gab einen Knall im Zuschauerraum. Schmitz: „Ich glaube, die Möwe ist jetzt geplatzt!“

So viel Witz wie der Comedian packt nicht jeder in sein Programm und das nicht nur, weil Ralf die Fähigkeit besitzt sehr schnell zu reden. In einem rasanten Tempo führt er sein begeisterndes Publikum durch einen Mix aus Stand Up, Improvisation und Physical Comedy. Es war ein Konditionstest für Herz- und Lachmuskeln!