Soul-Pop-Lady Lisa Stansfield im Musicaltheater Bremen

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Zehn Jahre sind zwischen den beiden letzten Alben "The Moment" (2004) und "Seven" (2014) vergangen, acht Jahre war sie nicht mehr auf Deutschland-Tournee. Nun kam jene Sängerin auf ihrer Deutschlandtour auch ins Musical-Theater Bremen, die dank des Welthits „All Around The World“ 1989 zur globalen Soul-Pop-Botschafterin wurde: Lisa Stansfield.

Mit ca. 20-minütiger Verspätung fing das Konzert der Grammy-Gewinnerin an. Im langen roten Kleid und auf hohen Schuhen betrat sie die Bühne. Die Sängerin, die 1992 auf dem Freddy-Mercury-Tribute-Konzert mit George Michael im Duett "These Are The Days Of Our Lives" sang, eroberte die Herzen des Bremer Publikums im Sturm. Gleich beim ersten Lied sprangen zahlreiche Zuschauer von ihren Sitzen auf und tanzten und klatschten mit.

Pop, Jazz, Dance, Motown und Northern Soul verschmelzten in dem Konzert, getragen von der voluminösen, facettenreichen Stimme der 1966 in Manchester geborene Engländerin, zu funky groovenden Disco-Tracks, wohl temperierten Soul-Pop-Balladen sowie entspannten Easy-Listening-Songs.

Klassiker wie „People Hold On“, „All Around The World“, „This Is The Right Time“ oder „The Real Thing“ Songs vom ersten neuen Album seit 2004 wurden an dem Abend präsentiert.

Das 1989 erschienene Solo-Debüt („Affection“) enthielt nicht nur den Song-Klassiker „All Around The World“, sondern wurde zum Fundament einer Erfolgskarriere (20 Millionen verkaufte Tonträger). Auf den Erfolg des Erstlings aufbauend, reihte die mit Komponist/ Produzent Ian Devaney verheiratete Engländerin Höhepunkt an Höhepunkt:

 

Höhepunkt: den World Music Award als „Bestselling British Artist“, drei erste Platzierungen in den US-R’n’B-Charts, die Hitsingle „Someday (I’m Coming Back)“ zum „Bodyguard“-Soundtrack. Nach bereits 90 Minuten, einer Auswahl ihrer Greatest Hits und einem Zugabensong endete das Konzert. Leider etwas kurz, man hätte gern mehr gehört. Denn es wurde erstklassige Musik geboten, was auch dem Orchester zu verdanken war, welches die weiße Queen des Souls glänzend unterstützte.

Wem das Konzert zu kurz war und die Sängerin auch weiterhin sehen möchte, kann das auch tun, den in der Zeit zwischen den beiden letzten Alben hat sie sich der Schauspielerei gewidmet. Schon 1994 war ihr eine Rolle im Kassenschlager "Vier Hochzeiten und ein Todesfall" angeboten worden, aber sie lehnte ab. Das Verpasste holte sie 1999 mit der Musikkomödie "Swing" nach, wobei Lisa Stansfields Soundtrack bessere Kritiken bekam als der Film. Seitdem spielte sie unter anderem im Drama "The Edge of Love" (2008) und in den Serien "Agatha Christie's Marple" und "Goldplated".