Dietmar Wischmeyer traf seine Artgenossen

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Bremerhaven, 24.02.2015 - Seine Fans genossen den Ausflug in den „Mitmenschen-Zoo“ in vollen Zügen, die Stimmung der ca. 800 Zuschauer im großen Saal der Stadthalle Bremerhaven war hervorragend.

„Achtung Artgenossen“ hieß das neue Bühnenprogramm, mit dem Dietmar Wischmeyer auf das ungewollte Aufeinandertreffen mit Artgenossen im Alltag vorbereitete.

Wischmeyer ist aus Comedyserien im Radio bekannt – vor allem im ffn-Frühstyxradio. Zu seinen bekanntesten Figuren gehören „Günther der Treckerfahrer“, „Frieda und Anneliese“, „Fahrgemeinschaft“, „Die drei Musketiere, Har Har Har“ und „Die Arschkrampen“. Regelmäßig ist Wischmeyer auch in der ZDF-Satiresendung „heute-show“ zu Gast.

Aktuell läuft ein Beleidigungs-Streit zwischen Wischmeyer und „Knöllchen-Horst“ (61), der im Harzstädtchens Osterode seit zehn Jahren mehr als 41 000 (!) Falschparker (Stand 2014) angezeigt hatte. Der Comedian hatte ihn als „Günther der Treckerfahrer“ u.a. als „Knöllchen-Nazi“ bezeichnet, was „Knöllchen-Horst“ zur Anzeige brachte.

In gewohnter Manier - humoristisch, messerscharf und wortgewandt - offenbarte der Satiriker dem Publikum als Nazi-Rentner Willi Deutschmann, „Big Mike“, „Günther, der Treckerfahrer“, „Kleiner Tierfreund“ oder Dietmar Wischmeyer selbst die Absurditäten des Alltags. Glasermeister, Hochzeitsgäste, Landbewohner, nur einige der Artgenossen, die der Philosoph, Literaturwissenschaftler, Autor und Comedian in seinem Programm auf die Schippe nahm.

„Wir brauchen immer ein Feindbild“ so Wischmeyer. Taliban und Al-Qaida sind nicht mehr up to date, nun ist es wieder der Russe oder Putin schlechthin, der kleinwüchsig und angetrunken auf seinem Pony mit nacktem Oberkörper durch die Tundra reitet.

 

Was will man erwarten von einem Land, in dem „Opas Pinkelwasser“ noch über zehn Prozent Alkohol enthält?

Wischmeyer war erstaunlich aktuell. So hatte es ihm der Sadomaso-Streifen „Fifty Shades of Grey“ angetan, der gerade in den Kinos angelaufen ist. „Nun vermöbeln sich stinknormale Alt-Rammler in ihren Betten und versuchen, sich den Partner schön zu foltern“.

Weitere Anzeichen der zunehmenden Verblödung sind für ihn die Fressmarotten und das „Gewese“ darum („Ich bin Veganer“) sowie einsame rauchende Sackfummler in Jogginghosen auf klitzekleinen Balkonen am Sonntagmorgen. Er verriet, das er an Kindernamen deren Herkunft erkennen kann. Chantale und Justin kommen aus der Unterschicht, die mit den kurzen Namen wie Finn, Tim und Tom aus der Öko-Siedlung und Kinder mit mehrsilbigen Vornamen wie Annegret aus der Oberschicht. Auch über die Bratwurst-Logik eines Imbissstandes wurde erzählt und er verriet seinen Tipp, wie man möglichst schnell an einen von hungrigen Menschen umlagerten Stand zu seiner Wurst kommt.

Als Zugabe gab es noch etwas von „Die Arschkrampen“ bevor er sich nach gut 2 Stunden verabschiedete.