Interview mit Sylvie Marks und Robert Görl von GÖRL

Gregor Eder

Von Gregor Eder

Manchmal ist das Ende einer Sache direkt der Anfang der Nächsten. Vor nicht allzu langer Zeit flog mir eine Promo mit einem Album namens „Dark Silver Moon Light“ der Band GÖRL ins Postfach. Der Name löste in mir etwas aus und neugierig begann ich eine kurze Recherche. Nach kurzer Zeit saß ich mit großen Augen vor dem PC und realisierte, dass es sich bei dem Duo GÖRL um niemand anderen als Robert GÖRL von DAF und der Produzentin und Djane Sylvie Marks handelte. Zwei Menschen, welche sich mit ihren Werken doch oft in meiner „Elektronik-Playlist“ wiederfinden lassen.

Erfreulicherweise standen die Beiden zu Interviews zur Verfügung und so überlegte ich nicht lange und fragte an. Ich freute mich sehr, als ich die Bestätigung für das Interview bekam und nach ein paar Tagen hatte ich dann Robert Görl und Sylvie Marks höchstpersönlich am „Rohr“.

Nach einer kurzen Begrüßung legte ich wie gewohnt mit meiner ersten Frage los: „Ich durfte lesen, dass ihr euch eigentlich in der U-Bahn in Berlin kennengelernt habt. Wie darf man sich die Situation konkret vorstellen?“

Robert lachte und meinte: „Das ging eigentlich von Sylvie aus!“

Sylvie legte nach: „Ja, das ging von mir aus! Also meine Waschmaschine war kaputt und ich bin zu einem Waschsalon gefahren. Ich hatte wirklich viel Wäsche dabei und plötzlich sehe ich den Robert in der U-Bahn stehen. Ich bin damals nicht direkt zu ihm hingegangen, da ich mir dachte, welches Bild das machen würde, wenn ich da mit voll behangen mit 3 Taschen Wäsche auf ihn zugehe. Dann habe ich ihn nachher über Facebook angeschrieben und gefragt ob er an diesem Tag in der U-Bahn war. Er hat das dann bestätigt und so kamen wir ins Schreiben, bis wir uns dann schlussendlich getroffen haben.“

„Ja wir haben uns dann verabredet und zu einem Kaffee getroffen. Es war wirklich schön und tatsächlich in Berlin.“ meinte Robert dazu.

Ich meinte nur, dass sich durch solch unscheinbare Begegnungen oft die schönsten Sachen entwickeln können, wie man am Beispiel der Beiden sieht. Man kann also sagen, dass es schon gut war, dass Sylvies Waschmaschine den Geist aufgegeben hat. Meine nächste Frage lautete: „Nachdem ihr euch kennengelernt habt, hat ja Sylvie ursprünglich für euch, also DAF, ein Studio organisiert. Zum DAF-Album kam es ja denn leider nicht mehr, doch ihr habt gemeinsam „Ich denk an dich“ erarbeitet. Wie war es für euch an so einem Werk zu arbeiten und woran habt ihr in dieser Arbeit gemerkt, dass ihr den Geist von DAF gemeinsam auf eine gewisse Art und Weise weiterleben lassen wollt?“

„Hmmm. Zuerst ging es rein einmal darum einen klassischen Abschied zu machen. Ich hatte ja damals mit Gabriel „Gabi“ Delgado-López geplant ein volles Album aufzunehmen. Sylvie hat dann eben ein Studio aufgestellt und es war eigentlich alles in trockenen Tüchern. Das war gar nicht so einfach ein Studio zu finden, denn Gabi hatte schon auch seine Voraussetzungen, doch das gefundene Studio war ihm sehr sympathisch. Um die 3 Wochen bevor wir wirklich die Aufnahmen starten wollten, ist er dann verstorben.“: erklärte Robert.

Sylvie setzte nach: „Es war damals sozusagen Nichts gemacht. Es war noch keine einzige Tonspur aufgenommen, oder Sequenz produziert. Natürlich brauchte es dann eine gewisse Zeit, da Robert natürlich sehr traurig war.“

Robert führte fort: „Jedenfalls stand damals der Abschied im Mittelpunkt und der Titel „Nur Noch Einer“ stellte ja auch klar, dass es nun nur noch ein Mitglied gibt. Es war ein klares Abschiedsalbum, welches ich dann sozusagen für Gabi und mit Sylvie produziert habe. Wir haben es ja auch ein paar Jahre lang in ganz Europa für Gabi aufgeführt und waren gut unterwegs. Auf diese Art und Weise haben wir Abschied von Gabi genommen. Dieser Abschied wurde auch überall mitgefeiert und so konnten wir uns sozusagen alle, inklusive Publikum, noch einmal von Gabi verabschieden.“

Sylvie erklärte: „Wenn es direkt um „Ich denk an dich“, also den Abschiedssong geht, dann kann ich nur sagen, dass wir uns da einfach dran gesetzt haben ohne nachzudenken. Wir beiden wollten einfach den Gabi würdig verabschieden und haben dann in der Arbeit gemerkt, dass wir wunderbar zusammen arbeiten können. Dann haben wir einfach weitergemacht.“

Man kann also zusammenfassend sagen, dass Gabi Sylvie und Robert auf eine gewisse Art und Weise zusammengeführt hat, auch wenn sie zuvor schon zueinander gefunden haben. So kommen wir wieder auf das zurück, was ich in der Einleitung behauptet habe. Nachdem geklärt war wie GÖRL zustande kam, stellte sich logischerweise folgende Frage: „Warum habt ihr euch nun entschieden unter dem Namen GÖRL weiterzumachen?“

Robert schoss direkt los: „Das war auf jeden Fall eine ganz besondere Sache. Wir tourten mit dem Abschiedsalbum, für welches ich ja damals auch ein Bild von Gabi genutzt habe. Vielleicht erinnerst du dich an das Cover, eines der ganz großen Bilder von uns. Dass durfte ja nicht fehlen und ich habe ihn sozusagen für das Album „benutzt“. Heutzutage schauen die Leute ja immer ganz genau darauf was man macht und direkt nach der Veröffentlichung meldete sich die Witwe von Gabi bei mir. Sie erklärte knall hart: „Ich bin jetzt auch DAF! Ich stehe jetzt für die Hälfte meines Mannes“.

Zuerst kam es mir vor als würde ich aus allen Wolken fallen und ich wurde dann auch direkt mit einer Anwaltskanzlei konfrontiert. Mir wurde dann erklärt, dass durch die Kürzelnutzung von DAF, welches ja Gabi und mir gehörte, ein Anspruch der Witwe, als Erbin, auf jenes bestünde. Beim Abschiedsalbum habe ich dann schlussendlich zugestimmt, mitunter auch weil ich selbst emotional in einem etwas schwierigem Zustand war. Danach habe ich natürlich auch einen Anwalt eingeschalten und schlussendlich ging der Prozess dann über mindestens eineinhalb Jahre. Nachdem das Ganze durch war und ich ja auch den Fans kommuniziert hatte, dass ich weitermachen würde und das mit Sylvie, stand direkt wieder der Anwalt vor der Tür und die Witwe rief des Öfteren an. Nachdem das Album fertig war und auch über die Plattenfirma schon Kommunikation stattgefunden hatte, meldeten sich die Anwälte wieder und wollten das Album vorab hören.“

Sylvie fügte hinzu: “ Sie wollten wissen ob das Material überhaupt DAF tauglich ist.“

Robert setzte fort: „Ich glaubte damals ich höre nicht recht. Eine größere Unverschämtheit habe ich in meinem *lacht* ganzen Leben eigentlich nicht erfahren. Ich musste den Personen dann erklären, dass Gabi und ich die Songs geschrieben haben und ich mich nicht für das rechtfertigen werde, was ich geschrieben habe. Meine musikalische Handschrift ist bekannt und nachdem keine Einigung in Aussicht war, es absolut zu blöd wurde, entschloss ich mich dann, einen anderen Weg zu finden.“

„Wir wären simpel unter dem Namen nie frei gewesen und hätten immer wieder ungewollte Kontrolle erfahren. Das wollten wir einfach nicht.“ fügte Sylvie hinzu.

„Mich hat noch nie jemand kontrolliert. Auch zu frühen DAF-Zeiten wurden wir nicht kontrolliert, denn Gabi und ich haben die Plattenfirma kontrolliert. Jene war nie mehr als ein Vertrieb für uns. Wir sind Menschen, welche sich nie von jemanden Anderen tragen oder kontrollieren lassen. Jedenfalls wurde mir das Ganze irgendwann zu blöd und es kam zu einem lustigen Vorfall.“ erklärte Robert.

Fotocredit: Rick Burger

Sylvie legte nach: „Ja! Genau! Wir haben auf jeden Fall überlegt wie es wäre einen neuen Namen zu haben um vollends frei weiter produzieren zu können. Wir wollten uns einfach voller Lust und Laune der Musik nachgehen und in keiner Weise einschränken lassen. Witzigerweise ist dann in der Küche eine Tüte umgekippt. In dieser Tüte waren Sticker und Badges, welche Robert schon ewig hatte. Einer dieser Badges rollte mir direkt vor die Füße und als ich jenen aufgehoben hatte war mir klar, was der neue Bandname sein sollte. Ich hielt ihn Robert hin und meinte: „Das ist unser neuer Bandname!“. Auf dem Badge stand in rot GÖRL und Robert war zuerst sehr verdutzt.“

„Ich hatte schon fast auf diese Tüte vergessen und die stand dort sicherlich schon um die dreißig Jahre. Ich wusste schon, dass es da noch eine Tüte gab, aber wo jene genau war hatte ich nicht mehr am Schirm. Und genau an diesem Tag rollte Sylvie aus Zufall einer dieser Badges vor die Füße und schlussendlich dachte ich mir : „Super!“. Der Name klingt kurz und gut und hat phonetisch auch etwas von DAF. Zum damaligen Moment habe ich eine richtige Erleichterung verspürt und mir gedacht, dass das genau richtig ist.“ erklärte Robert.

So kam es also zum neuen Namen! Dankenswerterweise hat mir Robert noch ein Bild des besagten Badges übermittelt:

Ich merkte auch noch an, dass ich es nett finde, dass die neue weibliche Komponente, dadurch, dass GÖRL phonetisch etwas nach „Girl“ klingt, auch gut abgedeckt sei. Beide stimmten mir hier zu.

Nachdem wir nun Entstehung und Namensgebung geklärt hatten, blieb natürlich folgende Frage offen: „Wie sieht bei euch bei der Produktion und im Songwriting die Arbeitsteilung aus?“

„Wir machen meistens alles zusammen.“ meinte Robert direkt.

Sylvie erklärte: „Ja! Also die Texte schreiben wir immer zusammen. Ich bin halt der Part, der dann die ganzen Sachen in das Musikprogramm reinbringt, aber genauso ist Robert eigentlich Produzent. Robert spielt zum Beispiel das Schlagzeug ein und ich mache dann das Arrangement. Wir beide singen hier und da ein und ich mach die Overdubs dazu. Also es ist wirklich ein Hand in Hand arbeiten.“

„Und natürlich mache ich auch meine klassischen Sequenzen!“ warf Robert noch ein.

„Natürlich! Die darf man nicht vergessen. Man kann sagen, dass meine Sachen eher Synthie-lastig sind und Robert seine eigene musikalische Handschrift hat. Man merkt auf jeden Fall sofort was aus welcher Hand stammt. Wir können das sehr gut verbinden. Es ist wirklich ein Geschenk, dass wir so wunderbar miteinander zusammen arbeiten können.“ erklärte Sylvie.

Robert hatte seine Sequenzen schon angesprochen, daher lag folgende Frage nahe: „Heutzutage kann man ja in einer Digital Audio Workstation schon so einiges mit Plug-Ins machen. Wie sieht das bei euch aus? Arbeitet ihr immer noch mit echten Synthesizern und Oszillatoren, sowie Drums, oder seid ihr auch schon auf Plug-Ins umgestiegen?“.

Die Antwort von Robert hätte klarer nicht sein können: „Ne, da meine ich eher Schuster bleib bei deinen Leisten! Ich bin da eher old-school mäßig am Schrauben und erarbeite die vorhin erwähnten Sequenzen. Es kann schon einmal sein, dass ich an einer Sequenz über ein paar Stunden schraube, bis sie wirklich sitzt. Die alte Arbeitsweise eben, das alte Schrauben lenkt mich nicht ab und ich bediene mich da jetzt nicht an Sachen die schon da sind. Das würde ich niemals machen.“

„Ich zerschneide diese Sequenzen auch nicht, sondern lasse sie richtig lang laufen. Dadurch entwickelt sich ja dann auch der Spirit des Songs und schlussendlich wird dann um diese Hauptsequenz herum produziert sozusagen. Es ist ein sehr organischer und menschlicher Prozess und das ist uns auch sehr wichtig.“ fügte Sylvie hinzu.

Robert legte nach: „Aber auch handwerklich! Es ist eben die alte Schule, die nicht einfach von neueren Angelegenheiten die schon da sind und auch noch zusammengeschnitten werden. Das wäre mir auch zu langweilig. Ich schraube gerne an den Korgs und Konsorten und es macht ja auch Spaß! Es ist ja das Herumschrauben dann auch einfach Musizieren. Wo der eine Musiker auf seinem Instrument musiziert, arbeitet ein Anderer an seinem Synthesizer. Ich habe da eine recht lustige Geschichte mit meinem alten Freund und Schlagzeuglehrer Freddy Brocksieper. Er war ein sehr berühmter Jazz-Drummer aus München und mit 17 nahm ich Unterricht, anschließend brachte er mich zum Sturdieren. Jedenfalls traf ich ihn noch bevor er starb und erzählte ihm von DAF. Ich erklärte ihm, dass ich da nicht nur Schlagzeug, sondern auch Synthesizer spiele. Er fragte kurz nach, ob dass das mit den Kisten wo man rumschraubt sei und hatte dann nurmehr einen Satz zu sagen: „Des is ka Musik.“. Er war dann doch noch ein Jazzer der alten Schule und hatte noch nicht das Verständnis dafür, aber ich habe versucht es ihm zumindest noch etwas verständlich zu machen.“

Robert hatte nun schon etwas über seinen musikalischen Werdegang gesprochen und dankenswerterweise hakte Sylvie, nachdem ich meine musikalische Bildung kurz dargelegt hatte, ein und erläuterte ihren Zugang:

„Ich habe auch mit Piano angefangen. Als ich 6 Jahre alt war habe ich nach Gehör immer etwas nachgespielt. Mein Cousin musste immer üben und nachdem mich das immer fasziniert hat und ich nach einer Zeit spielen konnte, bekam ich Unterricht.“ erklärte sie.

Ach ja, dass gute alte Piano. Wer die Blockflöte übersteht, der darf sich dann entweder an den Saiten oder den Tasten die Saiten anschlagen versuchen. Um wieder etwas auf das Album zurück zu kommen stellte ich folgende Frage: „Wie seid ihr eigentlich auf den Albumtitel gekommen?“

Sylvie meinte: „Es war sozusagen eine Naturbegegnung. Wir sind oft an einem schönen See und wenn wir dort sind, dass Wasser so glitzert, es silbrig schimmert. Irgendwann saßen wir dort eben so lange, dass sich der Mond regelrecht majestätisch über dem See erhob und da kam einfach „Dark Silver Moonl Light“ auf.“

„Wir erleben immer wieder „Magic-Moments“ an dem See. Es ist einfach super! Wir erden uns dort auch immer etwas, selbst an eiskalten Tagen.“: ergänzte Robert.

Sylvie meinte darauf: „Wir sind immer gern verbunden mit Mutter Erde *lacht*.“

Ich sitze ja direkt neben der schönen Donau und schreibe für euch aus Österreich. Daher konnte ich den beiden, wenn auch die Donau ein Fluss ist, beipflichten, wenn es darum geht wie schön ein natürliches Gewässer in der Nähe ist.

„Macht was ihr wollt! Macht euer eigenes Ding und lasst euch nicht zu viel vorschreiben.“

Robert Görl (GÖRL)

Anschließend drehte ich einmal den Spieß um! Anstatt zu fragen, erklärte ich in folgenden Worten wie ich gewisse Songs verstanden habe und bat um Feedback: „Wenn man sich den Song „Der Falsche Ton“ nimmt, dann geht jener ja auch etwas auf die unabdingbaren Dissonanzen des Lebens ein. Mit „Don`t stay at home“ wird man dann herausgefordert sich aus der Komfortzone heraus zu bewegen. Mit „Der Fluss“ kommt auch ganz klar der Aphorismus „Pantha Rhei“ ins Spiel, welcher ja klarstellt, dass alles fließt, auch wenn man die Herausforderung annimmt. Mit „Wir brechen aus“ wird dieser ewige Fluss oder der Kreis des Lebens wieder in Frage gestellt und dazu aufgerufen aus dem Bewusstsein des Zyklus auszubrechen. Schlussendlich wird mit „Es ist nie zu spät“ auch noch mantrisch die Hoffnung, doch noch seinen Weg in dieser Welt zu finden, vorgebracht. Stimmt ihr mir hier zu und kann man im Generellen sagen, dass sich das Album einerseits mit Sehnsucht, andererseits mit eben den Schwierigkeiten jene zu tilgen, auseinandersetzt?“

Sylvie meinte direkt: „Ja! Das ist eine gute Wahrnehmung.“

„Da kommt dann aber auch das Ausbrechen noch dazu. Das hat etwas mit frei sein zu tun. Wir wollen eben frei sein und unsere Freiheit genießen.“ legte Robert nach.

Sylvie erklärte: „Es geht generell sehr stark um Freiheit, selbst auch in „Der falsche Ton“, denn jener ist ja auch der richtige Ton. Man muss sich eben die Freiheit nehmen diesen falschen Ton auch zu spielen und das Ganze hat ja eigentlich auch eine Punk-Attitüde. Ich mache was ich will und wir machen was wir wollen.“

„Der Song ist auch ein Statement gegen das geschönte Songwriting, bei welchem der Song zuerst vollends glatt konzipiert wird, bevor er überhaupt veröffentlicht werden darf. Wenn der Ton in der Folge schräg klingt, dann finde ich das erst recht gut, da es eben nicht etwas Glattes ist und das Ganze erst interessant wird.“ meinte Robert.

„Es wäre ja auch sonst langweilig. Aber es geht in dem Ganzen ja auch um den Ausbrauch aus diesen Kreislauf, welchen wir Normalität nennen. Diese Normalität ist ja eigentlich fiktiv und aus jener brechen wir ja sowieso immer aus. Dann gibt es ja auch den Song „Spiel mit mir“, in welchem wieder ganz frech Sätze aneinander gereiht sind, welche man so nicht sagen würde. Auch da findet man wieder die Punk-Attitüde und ich komme ja eigentlich ursprünglich aus dem Punk, auch wenn Robert eigentlich älter ist und zeitlich eher den Zugang haben hätte können. Genaugenommen aus dem Edelpunk, denn ich hatte immer sehr extravagante Kleidung und einen wilden Irokesenschnitt. Ich war damals sehr sehr rebellisch und bin es immer noch.“ legte Sylvie nach.

Hier haben Sylvie und ich etwas gemeinsam, denn ich startete mit frischen 11 Jahren meine eigene Garage-Punk-Band namens The Screaming System Killers. Sylvie machte mich direkt nostalgisch, doch schlussendlich konzentrierte ich mich wieder auf das Wesentliche und legte mit folgender Frage nach: „Werden wir das Album auch live zu Gehör bekommen?“

Robert antwortete direkt: „Die Konzerte werden ja jetzt schon eine gewisse Zeit verschoben. Aktuell bin ich ja sozusagen auf Reha, da ich, ich weiß nicht ob diese News bis zu euch durchgedrungen ist, vor knapp eineinhalb Jahren einen kleinen Schlaganfall hatte. Ich kann zwar mittlerweile wieder proben, aber auf die Bühne ging es seither nicht. Ich konnte die letzte Zeit einfach nicht und es ist ein langwieriger Prozess. Ich bin noch am arbeiten, dass ich wieder auf die Bühne kann. Akut geht eine volle Bühnenshow, so wie bei der Abschiedstour, leider nicht, aber ich arbeite stark daran wieder auf die Bühne zu kommen.“

Eine klare Antwort und durchaus verständlich, dass man nach solch einem Vorfall erst wieder auf die Füße kommen muss. Ich habe großes Vertrauen in Robert, dass er sich wieder auf die Bühne raufarbeiten wird und hoffe GÖRL dann in voller Kraft einmal live sehen zu können.

Nachdem wir nun schon knapp eine Stunde geplaudert hatten, kam ich zu meiner legendären letzten Frage: „Habt ihr irgendeine Message, welche ihr über dieses Interview an die Leute da draußen richten möchtet?“

„Ich bin ja so old-school-mäßig drauf und habe es ja auch schon früher so gesagt: „Macht was ihr wollt! Macht euer eigenes Ding und lasst euch nicht zu viel vorschreiben.“. Das eigene Ding ist immer das Beste und das hat sich aus meiner Sicht bis heute nicht verändert.“ erklärte Robert und Sylvie stimmte direkt zu.

Ein schöner Apell zum Schluss!

Abschließend kann ich mich bei Robert und Sylvie nur noch für das wunderbare Gespräch und das geniale Album bedanken. Es war ein wirklicher Genuss etwas direkter in die Welt von GÖRL eintauchen zu dürfen und die Beiden im Interview etwas näher kennenlernen zu dürfen. Ich muss wirklich hervorheben, dass ich schon lange kein so entspanntes Interview mehr hatte und sehr dankbar dafür bin. Es war definitiv eine Sternstunde meines Musikjournalisten-Daseins! Unsere Rezension zu GÖRL`s „Dark Silver Moon Light“ findet ihr –> hier:


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