Interview mit Helena Kotina von NERVOSA

Gregor Eder

Von Gregor Eder

Am 03.04.2026 veröffentlichte die All-Female-Thrash-Metal-Band Nervosa ihr neuestes Werk. Es trägt den Namen „Slave Machine“ und dankenswerterweise durfte ich Bassistin Helena Kotina via Zoom ein paar Fragen dazu stellen.

Meine erste Frage, welche eigentlich eine Bitte war, lautete: „Bitte beschreibe mir „Slave Machine“ in drei Worten.“

Helena schoss direkt los: „Auf jeden Fall brutal, aggressiv und düster! Genau so wollten wir es ja auch.“

Da konnte ich nur zustimmen, da die Songs schon sehr mächtig geworden sind. Nach der doch etwas einfachen Einstiegsfrage wurde es etwas komplizierter: „Worauf freust du dich schon am meisten nach der Veröffentlichung. Klar, jetzt steht einmal die Veröffentlichung selbst im Fokus, aber gibt es darüber hinaus schon etwas worauf du freudig voraussiehst?“

„Natürlich können wir es kaum erwarten auf die Bühne zu gehen und die neuen Songs zu spielen. Das ist eigentlich das Wichtigste und wir haben das auch untereinander besprochen. Wir haben nun einige Monate damit verbracht das Album auf die Füße zu stellen und es auch im Studio abzuliefern. Daher ist es jetzt für uns wichtig, nachdem wir so lange geübt und gearbeitet haben, die neuen Songs auf die Bühne zu bringen. Wir haben die Songs so oft gehört und gespielt und daher bin ich wirklich gespannt wie die Songs schlussendlich auf der Bühne wirken und wie die Leute darauf reagieren werden. Ich freue mich auf das Feedback und die Kommentare. Wir haben wirklich alles, was wir in uns hatten in dieses Album gesteckt. Am Ende der Aufnahmen hatten wir das Gefühl wirklich alles gegeben zu haben und so freue ich mich schon darauf zu hören, was das Publikum davon hält.“ erklärte Helene.

Hier konnte ich wiederum nur Verständnis zeigen, da ja die eigentliche Belohnung nach einem Album das Feedback ist, welches auf einen zukommt. Nachdem Helena erklärt hatte, dass die Band wirklich ihre ganze Kraft in das Album gesteckt hatte, interessierte mich folgendes: „Was sind eigentlich deine Lieblingssongs auf diesem Album?“

Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten: „Ach, das ist schon eine schwere Frage. Für mich ist „Slave Machine“ ganz klar ein Favorit, da die Nummer zwar beim Spielen Spaß macht, aber auch herausfordernd ist. Als wir den Song geübt haben, war uns klar, dass dieser Song einer der Stärksten am Album ist. Ich würde aber auch sagen, dass „Ghost Notes“ speziell ist, da wir da die „groovigsten“ Parts eingebaut haben und somit auch etwas eingebracht haben, was wir zuvor noch nicht in dieser Art gemacht haben. Der Song hat epische Elemente die wir so noch nicht gespielt haben und so ist der Track auch etwas Besonderes. Generell sei gesagt, dass ich alle Songs des Albums sehr schätze, aber aktuell würde ich diese zwei Songs als meine Favoriten anführen.“

Natürlich ist eine solche Frage etwas „tricky“, da ja jeder Song eines Albums für den Künstler, bzw. Künstlerin, eine gewisse Bedeutung hat. Nachdem wir einmal die Favoriten des Albums geklärt hatten, musste ich direkt auf die Aufnahmesituation eingehen: „Soweit ich weiß ist es ja nun das zweite Album auf dem du gespielt hast. Wie hast du die Zeit im Studio empfunden? War es ähnlich wie bei der letzten Scheibe, oder hat sich etwas geändert?“

Fotocredit: Gregory Pourtouni

Helena antwortete: „Diesmal war es wesentlich einfacher, weil es einerseits das gleiche Team war, andererseits weil wir uns diesmal besser kannten und auch viel miteinander durch die Welt getourt sind. Wenn es um die Deadlines bezüglich der Abgaben der Songs und so weiter ging, war es etwas herausfordernder als das letzte Album. Das lag aber auch daran, dass wir uns dafür entschieden haben noch 2026 zu veröffentlichen, nach den Touren 2025. Schlussendlich haben wir das Album während den Pausen zwischen den Touren aufgenommen, was wirklich herausfordernd war. Im Generellen war es irgendwo verrückt, aber im Studio selbst war es wirklich entspannt und produktiv. Es fühlte sich zwar wie ein Leben in zwei verschiedene Welten an, aber es hat sich dann gut zusammengefügt. Auch wenn es etwas chaotisch war, hat uns die Situation erst recht dazu gezwungen zu 100 % fokussiert zu sein.“

Man kann also sagen, dass es sich Nervosa sicherlich nicht gerade einfach gemacht hat, aber dadurch auch irgendwo das Beste aus sich herausgeholt hat. Meine nächste Frage lautete wie folgt: „Was ist dein wichtigstes Equipment im Studio neben deinem Instrument?“

„Heutzutage machen wir ja viel mit re-amping. Daher kann ich nicht direkt ein Teil meines Equipments hervorheben, da wir wirklich viele verschiedene Sachen ausprobiert haben. Jedes Mal wenn wir glaubten, dass wir den Sound gefunden haben, probierten wir etwas anderes aus, was wiederum interessant war. Es war also irgendwo auch ein experimentelles Vorgehen. Diese Frage kann ich glaube ich nicht wirklich vollends beantworten.“ erklärte Helena

Da sieht man wieder einmal, dass meine Fragen doch auch herausfordernd sein können und es ist ja auch absolut legitim zu sagen, dass man eine Frage dieser Art nicht absolut beantworten kann. Dahingehend sei ein Dankeschön an Helena für ihre Ehrlichkeit gerichtet.

Nachdem ich Helena schon etwas gefordert hätte stellte ich eine etwas einfachere Frage: „Wie war die Arbeit mit Martin? Er ist ja nicht nur mit Destruction unterwegs, sondern hat seine Finger in vielen Angelegenheiten. Wie war es mit einer derartigen Legende zusammenzuarbeiten?“

„Es fühlte sich zwar wie ein Leben in zwei verschiedene Welten an, aber es hat sich dann gut zusammengefügt. Auch wenn es etwas chaotisch war, hat uns die Situation erst recht dazu gezwungen zu 100 % fokussiert zu sein.“

Helena Kotina (NERVOSA)

„Mit Martin zusammenzuarbeiten ist immer wieder interessant. Er schafft es einfach immer wieder aus einem das Beste herauszuholen, ohne das man es selbst realisiert. Er ist auch derjenige, der den Vibe im Studio, auch wenn es manchmal anstrengend ist, auf einem positiven Niveau hält. Das ist wirklich wichtig, speziell, wenn es einmal länger wird und man die Deadline vor Augen hat. Manchmal kann das eben etwas frustrierend werden, aber Martin schafft es einfach immer wieder den Fokus auf das Wichtige zu lenken und gute Stimmung dabei zu verbreiten. Das ist absolut großartig, da man ab einem gewissen Punkt nicht einmal mehr miteinander reden muss, um die Aufgabe gemeinsam zu meistern. Es war wirklich so, dass wir uns auf jeden Tag im Studio mit ihm gefreut haben.“ erklärte Helena.

Nachdem ich auch schon ein paar mal mit Martin Furia zusammenarbeiten durfte, kann ich Helena nur recht geben. Der Mann weiß genau was er tut und schafft es immer wieder eine wunderbare Ruhe in oft stressige Produktionen zu bringen.

Natürlich durfte zum Schluss meine berühmte letzte Frage nicht fehlen: „Hast du eine direkte Message an die Leute da draußen?“

„Ja! Definitiv! Haltet eure Augen offen, denn das Album wird gut einschlagen und natürlich wird es noch so einige weitere Informationen geben, welche ihr über unsere Website mitbekommen werdet. Da werden noch einige Konzerte und Ankündigungen auf euch zukommen!“ meinte Helena.

Ein großes Dankeschön sei nochmal an Helena für das feine interview gerichtet! Hier könnt ihr noch unsere –> Rezension zu „Slave Machine“ nachlesen.


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