INTERVIEW MIT MAC MCCAUGHAN von SUPERCHUNK

Gregor Eder

Von Gregor Eder

Am 22.08.2025 haben SUPERCHUNK ihr neuestes Album veröffentlicht. „Songs In The Key Of Yikes“ ist somit das 13. Studioalbum der Band und dankenswerterweise durfte ich mich mit Sänger und Gitarristen Mac McCaughan zu einem Interview via Zoom treffen.

Nach einer kurzen Begrüßung legte ich wie gewohnt mit meiner ersten Frage los: „Nun ist die Albumveröffentlichung nurmehr ein paar Tage weg. Daher würde ich gerne wissen, wie es sich anfühlt kurz vor so einer Veröffentlichung zu stehen?“

„Es fühlt sich etwas so an, als hätte sich der Termin der Veröffentlichung sich langsam an mich herangeschlichen. Man hat beim Beginn der Arbeit an einem Album immer das Gefühl, dass der Veröffentlichungstermin noch so weit weg ist. Man arbeitet beispielsweise am Artwork und denkt sich, dass es noch ewig dauert, bis das Album wirklich veröffentlicht wird. Auf einmal bekommen dann schon Leute das Album per Mail und dann realisiert man, dass es dann doch bald so weit ist.“: meinte Mac.

Ja, es ist manchmal wirklich wunderlich, wie schnell Pläne zum Resultat führen können, wenn man eine klare Vorgehensweise hat. Nachdem SUPERCHUNK schon seit 1989 besteht, stellte ich folgende Frage: „Wie würdest du SUPERCHUNK jemanden vorstellen, der nach 2000 geboren ist?“

Mac antwortete: „Wow, lass mich einmal kurz darüber nachdenken. Wir stammen aus einer Gruppe von Bands, welche zwar in den 80ern losgelegt hat, aber von den Bands, welche etwas davor schon erfolgreich unterwegs waren, beeinflusst wurden. Beispielsweise hörten wir Bands wie Buzzcocks, Sonic Youth, oder Hüsker Dü. Wir waren also etwas jünger als diese Bands, aber auch inspiriert von Ihnen. Ich würde auch sagen, dass unsere Musik, obwohl sie laut und punkig ist, auch immer sehr „Song-fokussiert“ ist. Für uns stand immer im Mittelpunkt gute Songs zu schreiben und das natürlich mit lauten Gitarren.“

Fotocredit: Alex Cox

Die Beschreibung „Gute Songs mit lauten Gitarren“ könnte nicht besser zu Superchunk passen. Also Kinder, wenn ihr Bock auf Derartiges habt, dann stürzt euch auf die doch schon große Diskografie der Band!

Da jede Albumproduktion ein ganz eigener Prozess ist, musste ich folgende Frage stellen: „Was würdest du sagen, sind die größten Unterschiede zwischen dem letzten und dem aktuellen Album? Was hat sich im Vergleich zu vorherigen Produktion geändert?“

„Also ich glaube, unser neues Album ist in einer gewissen Weise eine Reaktion auf unser letztes Album, weil wir es nicht mögen uns zu wiederholen. Das ist einmal die eine Seite. Auf der anderen Seite entstand unser letztes Album auch während dem Lockdown in der Covid-Zeit. Daher konnten wir nicht ins Studio, konnten nicht in einem Raum zum selben Zeitpunkt sein und dadurch hat sich einiges geändert.

Wir nahmen im Keller meines Hauses auf und um die damalige Situation widerzuspiegeln, entschied ich mich nur mit der akustischen Gitarre auf dem Album zu spielen, was auch wieder ein Unterschied zum neuen Album ist. Damals hatten wir auch einige Gastauftritte auf dem Album, was sehr cool war, da alle einfach von zu Hause aus an der Scheibe mitarbeiten konnten.

Wenn es um das neue Album geht, freuten wir uns speziell auf 2 Sachen. Erstens konnten wir wieder in ein Studio gehen und zweitens haben wir ja mit Laura King eine neue Schlagzeugerin im Team. Wir hatten ja schon circa 2 Jahre mit ihr live gespielt, doch noch nie im Studio. Daher waren wir sehr gespannt, wie es dort laufen würde und welch neuen Sound wir gemeinsam auf die neue Scheibe zaubern würden.“ erklärte Mac.

Dass das Covid-Thema auch noch heute für Unterschiede sorgt, ist nicht verwunderlich, doch schlussendlich ist es immer noch interessant, wie unterschiedliche Musiker damit umgegangen sind. Ich fand den Weg den Superchunk gegangen ist sehr interessant und auch das letzte Album sehr gelungen.

„Für uns stand immer im Mittelpunkt gute Songs zu schreiben und das natürlich mit lauten Gitarren.“

Mac McCaughan

Der neue Sound ist aus meiner Sicht sehr mächtig, doch wie Mac schon zu Beginn des Interviews sagte, lag der Fokus der Band immer schon darauf, gute Songs zu schreiben. Daher lautete meine nächste Frage: „Wie sieht dann eigentlich der gesamte Songwriting-Prozess bei euch aus? Bringt ihr einzelne Ideen in den Proberaum und arbeitet daran, entstehen die Songs direkt im Proberaum oder kommt ihr mit fertigen Kompositionen zusammen?“

Mac antwortete: „Also unsere ursprüngliche Vorgehensweise war immer, dass ich zu Hause Demos vorbereitet habe und sobald etwas im Gesamten einen Sinn ergibt, sende ich es an die Anderen. Mit den Demos kann dann jeder an seinen eigenen Passagen arbeiten und dann versuchen wir das Ganze gemeinsam im Proberaum zu spielen. Bei diesen Proben versuchen wir dann gemeinsam an verschiedenen Punkten herumzuschrauben, sodass sich der Song schlussendlich natürlich und gut anfühlt.“

Das klang nach einem recht klassischen, aber auch soliden Ansatz! Natürlich interessierte mich direkt auf diese Antwort folgendes: „Wie habt ihr dann das Album schlussendlich aufgenommen? Habt ihr mit Multitracking gearbeitet oder jeder seinen Part einzeln eingespielt?“

„Wir haben zuerst gemeinsam live, also mit Multitracking, die Songs aufgenommen und daraufhin mit Einzelaufnahmen und „Overdubs“ weitergearbeitet. Passagen wie beispielsweise die Solos, aber natürlich auch bei den Vocals, haben wir dann eben noch ausgearbeitet.“ erklärte Mac.

Nachdem das durchwegs gut klingende Album nun langsam sozusagen seine Früchte trägt, stellte ich folgende Frage: „Worauf freust du dich eigentlich am meisten nach der Albumveröffentlichung?“

Mac meinte direkt: „Ich glaube, dass Songs immer besser werden, wenn man sie live spielt. Daher freue ich mich schon darauf, die Songs einmal live zu spielen, aber auch an Plätzen zu spielen, wo wir bisher noch nicht gespielt haben. Mitunter wird es auch wieder schön in Städten zu spielen, welche wir schon sehr lange nicht mehr besucht haben!“

Man kann also sagen, dass sich nicht nur die Fans, sondern auch die Band selbst schon sehr auf die Konzerte freut!

Wie gewohnt stellte ich zum Abschluss des Interviews folgende Frage: „Hast du irgendeine direkte Message an die Leute da draußen?“

„Ich glaube meine Message ist, dass man die Bands, die man liebt, unterstützen sollte und auch die Veranstaltungsstätten, die man mag. Generell hoffe ich auch, dass wir bald einmal wieder zu euch da drüben kommen können!“ meinte Mac.

Natürlich hoffen wir auch, dass Superchunk bald wieder bei uns konzertiert, sodass wir uns eine deftige Ladung an lauten Gitarren und eingängigen Songs gönnen können! Abschließend möchte ich mich nochmal bei Mac für das interessante Gespräch bedanken und euch „Songs In The Key Of Yikes“ wärmstens ans Herz legen, wenn ihr Lust auf eine gewaltige Ladung an facettenreichen Rock habt. Unsere Rezension zum Album findet ihr –> hier.


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