Von Gregor Eder
Mit „Fire Upon Your Lands“ haben UNLEASHED ihn nun 15. Studioalbum veröffentlicht. Die legendären Death-Metaller aus Schweden gelten als Pioniere ihres Genres und dankenswerterweise hat sich Sänger und Bassist Johnny Hedlund Zeit genommen, um mir ein paar Fragen zu beantworten.
Nachdem ich UNLEASHED schon einmal auf einem Festival kennenlernen durfte und auch dieses Jahr wieder als Stagehand bei einem ihrer Festival-Gigs zugegen sein darf, freute ich mich schon sehr darauf kurz mit Johnny via Zoom plaudern zu dürfen. Pünktlich wie ein Schweizer Uhrwerk fanden wir uns zusammen und nach einer kurzen Begrüßung legte ich wie gewohnt mit meiner ersten Frage los: „Wie war die Arbeit an eurem inzwischen 15. Album?“
„Wir hatten wie immer eine gute Zeit! Ich glaube, das Gute daran, wenn man schon länger in einer Band gemeinsam spielt, ist, dass man sich untereinander sehr gut kennt. Jedes Mal, wenn wir ein Album machen, selbst wenn wir am Anfang eines Projektes stehen, wissen wir, dass wir uns aufeinander verlassen können. Man hat einfach schon eine gewisse Sicherheit beim Versenden eines neuen Songs an die Anderen, dass er ihnen gefallen wird. Wir haben schon so viele Songs gemeinsam gemacht und bei den Lyrics geht es mir ähnlich. Es ist einfach ein entspannter Prozess, auch wenn man nicht davon reden kann, dass es „business as usual“ ist.
Wir hinterfragen uns konstant gegenseitig und kritisieren uns, auch wenn wir gemeinsam unsere Songs komponieren. Wenn es um den Aufnahmeprozess im Anschluss geht, dann läuft alles eigentlich ganz locker, da wir im Studio alle Möglichkeiten haben. Ich bin auf jeden Fall sehr glücklich mit dem Resultat und gespannt, wie die Leute darauf reagieren werden.“ antwortete Johnny.
Nach so langer Zeit der Zusammenarbeit kann ich mir gut vorstellen, dass man einen entspannten Arbeitsmodus findet, welcher auch noch Spaß macht. Auf den letzten Satz von Johnny reagierte ich mit etwas Feedback: „Also für mich klingt das Album sehr klassisch, aber mit einer gewissen Frische!“
Johnny legte nach: „Danke! Jetzt bringen wir ja schon das 15. Album und machen diese Sache schon über 37 Jahren oder so. Wenn man vor einem neuen Album steht, dann hat man ja die Möglichkeit, dass man dasselbe wie zuvor macht, doch wir versuchen eben immer diese „Frische“, wie du es genannt hast, hineinzubekommen. Auch wenn es nur darum geht einen kleinen Unterschied zum letzten Album herzustellen. Diesmal war mir speziell die Dynamik des Albums wichtig und ich glaube, wir haben das gut hinbekommen, auch wenn ich mir nicht ganz sicher bin.
Wir haben uns mit UNLEASHED immer an unsere Wurzeln gehalten. Wir werden das Rad nun nicht neu erfinden, aber ein gewisser Wiedererkennungswert ist schon wichtig. Wir mögen es, wenn Leute unsere Scheibe auflegen und direkt wissen, dass es wir sind.
Wie auch immer, es ist schön zu hören, dass dir das Album gefällt und dass du genau das Wort Frische verwendet hast, denn genau darum ging es uns. Es ist eben nicht einfach, wenn man etwas schon so oft gemacht hat, es nicht unbedingt wild verändern möchte, aber trotzdem etwas Neues einbringen will.“

Fotocredit: Jens Rydén
Ich scherzte: „Man will ja nicht dem Slayer-Syndrom verfallen.“ Wir lachten kurz und darauf stellte ich meine nächste Frage: „Welche Geschichten erwarten uns nun genau am neuen Album? Soweit ich es verstanden habe, handelt es sich um eine Fortsetzung, welche direkt am Letzten anknüpft.“
„Ja, das ist richtig! Lyrisch gesehen endete das letzte Album damit, dass die Krieger White Christ und es endete mit einer großen Schlacht. Schlussendlich haben sie diese Schlacht wirklich gewonnen und konnten dabei den Sohn von White Christ schnappen. Aus jenem versuchen sie anschließend Informationen über den Aufenthalt von White Christ zu gewinnen, da er ja noch nicht gefunden wurde.
Es sterben viele Menschen und Soldaten, doch die Krieger geben nicht auf und wandern gen Norden. Sie sind müde von all den Schlachten und es macht sich schlechte Stimmung breit. Einige sprechen davon einfach wieder nach Hause zu gehen, doch allen ist klar, dass wenn sie aufgeben, wieder etwas Schreckliches passieren wird. So geben sie schlussendlich nicht auf und machen weiter und um genau darum geht es in diesem Album. Um das Verlangen endlich heimzukehren, aber genau zu wissen, dass man noch einige Schlachten zu schlagen hat.“ erklärte Johnny
Man sieht an dieser Aussage, dass UNLEASHED nicht nur interessante Geschichten erzählt, sondern auch immer durch eben jene wichtigen Lebensthemen anspricht.
Nachdem ich das Album vorerst nur stückweise gehört habe und anschließen im Ganzen meinte ich zu Johnny: „Wenn man alles einmal durchhört, dann ergibt die Story auch den erklärten Sinn. Wenn man sich aber einzelne Songs herauspickt, dann kann man sich, wie bei beispielsweise „Hold Your Hammer High!“, sehr gut die Publikums-Interaktion vorstellen. Ich bin schon sehr gespannt, wie das Ganze live wirkt!“
Johnny reagierte mit: „Ja! Ich definitiv auch. Wir haben dieses Album in den letzten 2 bis 3 Jahren produziert und jedes Mal, wenn ich mich zum Textschreiben hingesetzt habe, oder eine Gesangsmelodie schreiben wollte, musste ich immer direkt daran denken, was die Leute über die Ideen denken würden. Würden sie mitsingen, oder würden sie glauben es ist etwas zu wenig oder zu klein. Jedenfalls ist die Reaktion auf die neuen Songs etwas, worauf wir uns bei den kommenden Shows mächtig freuen. Wir haben nun einige große Festival-Gigs und es wird sicherlich schön.“
„Es ist einfach ein entspannter Prozess, auch wenn man nicht davon reden kann, dass es „business as usual“ ist.“
Johnny Hedlund (UNLEASHED)
Genau auf die zuletzt erwähnten Konzerte wollte ich noch zu sprechen kommen und meinte: „Worauf freust du dich eigentlich schon am meisten, wenn ihr auf „Tour“ seid?“
Johnny meinte direkt: „Wir spielen ja keine wirklich großen Touren, welche über 4 Wochen lang gehen, aber wir spielen gern Festivals und einzelne Shows. Aber wie ich es schon vorher gesagt haben, freue ich mich schon am meisten auf die Reaktion der Leute. Es fühlt sich zuerst größtenteils an, als wäre man nackt und man kann ja klar erkennen, ob Menschen Musik mögen oder nicht. Wenn es dann aber klappt, dann ist das das Schönste. Für uns war es schon immer so.
Die letzte Frage musste ich aus speziellem „Sänger-Interesse“ noch abschließend stellen: „Wie behältst du deine Stimme im Griff, wenn ihr unterwegs seid?“
„Nachdem wir ja nicht so viele Shows hintereinander spielen, ist das mit dem Gesang kein Problem. Wir spielen meisten nur 2–3 Konzerte und da ist das kein Thema. Ich kann wirklich ohne Probleme 100% geben und muss nicht darauf schauen, dass ich mich nicht zu verausgabe.
Früher, als wir beispielsweise 4 Wochen hintereinander gespielt haben, war es klar, dass ich nicht immer 100% geben konnte, weil man eben jeden Tag auf Bühne steht. Wenn es um die Screams geht, dann muss man sich gut darauf konzentrieren sich nicht zu Gas zu geben und das war auch, was ich meistens getan habe.“ antwortete Johnny. So ist es eben, wenn man Sänger ist, man muss immer das „Timing“ im Auge haben!
Abschließend kann ich mich nur bei Johnny für das feine Interview bedanken und euch da draußen das neue Album nur wärmsten empfehlen, falls ihr Lust auf einen Haufen an Nackenbrecher-Riffs habt. Was ich generell von „Fire Upon Your Lands“ halte, könnt ihr in der –> Rezension dazu nachlesen.














1 Gedanke zu „Interview mit Johnny Hedlund von UNLEASHED“
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