Interview mit Kadavar

Gregor Eder

Von Gregor Eder

Meine Herren! Ich kann es mir nicht entgehen lassen, einmal wieder ein paar Fragen an Euch zu stellen. Besten Dank schon einmal für die Beantwortung. Hoffe, Ihr seid alle wohl auf und genießt das Feedback zum neuen Album!

Jetzt habt ihr ja 2 Alben in einem Jahr herausgebracht, welche etwas wie Tag und Nacht wirken. Im Presseschreiben wird erwähnt, dass dieses Album sozusagen schon im Letzten angelegt war. Wie lange habt ihr nun am neuen Album gearbeitet, warum ist es eine Rückbesinnung auf Eure „Basis“ und was war der Unterschied zur vorherigen Produktion?

Jascha: Die Aufnahmen zu K.A.D.A.V.A.R. begannen schnell im Leerlauf vor der Veröffentlichung von IJWTBAS. Vermutlich war der Schreibprozess noch nicht ganz abgeschlossen oder die Maschine einfach so geölt, dass wir nicht aufhören konnten. Wir hatten zudem noch ziemlich viel Material von den „Sound Sessions“, die es nicht aufs Album geschafft haben. K.A.D.A.V.A.R. wurde so aufgenommen wie viele frühe Kadavar Alben zuvor – roh, schnell und auf Band – unter der Regie von Tiger. Das ist wohl der größte Unterschied zu I Just Want To Be A Sound, wo wir einen feineren und detaillierteren Ansatz verfolgt haben. Fertiggestellt haben wir das Album zwischen Festivalwochenenden diesen Sommer.

Fotocredit: Marina Monaco

Es wird ebenso erwähnt, dass das neue Album nicht als Rückschritt, sondern als Fortschritt zu betrachten ist. Worin seht Ihr den Fortschritt in der Rückbesinnung auf die Wurzeln? Liegt er in der frischen Härte, welche schon dezent in Richtung Metal geht, oder auch darin, dass ihr aus Eurer Erfahrung Eure Wurzeln neu interpretieren konntet? Dies sind natürlich nur Vermutungen meinerseits, daher freue ich mich über eine ausführliche Antwort, welche die Annahmen widerlegt oder bestätigt.

Jascha: Ich glaube, dass Isolation Tapes und I Just Want To Be A Sound es möglich gemacht haben, frisch und nicht abgedroschen nach den musikalischen Anfängen von Kadavar zu klingen. Als ich angefangen habe, mit der Band zu arbeiten war genau das nicht interessant und erst danach konnte man sich dem wieder öffnen.

Wer hatte die Idee zum Albumtitel und war jener insgeheim schon immer die Bedeutung von KADAVAR?

Jascha: Der Albumtitel K.A.D.A.V.A.R. war relativ schnell klar, wir haben dann nach einer Zusammensetzung gesucht, die die Thematik des Album passend darstellt.

Die doch kritischen Texte verbinden sich hervorragend mit der Brachialität der Instrumentalsektion. Sind jene vor, während oder nach der Arbeit an den Instrumentals entstanden?

Lupus: Nachdem uns klar war, wo die Reise mit dem Album hingeht, sind viele Texte entstanden. Manches von der Musik gab es da aber schon. Andere Songs haben sich später dann zusammen mit den Texten ergeben. Es ist für mich immer gut, zu wissen, was das Thema ist. Und dann kann ich mir dazu Gedanken machen.

Was mir diesmal speziell gefallen hat, war der gekonnte Einsatz von elektronischen Elementen, welcher ja auch schon auf „I Just Want To Be A Sound“ etwa hörbar war.  Wie werdet ihr zum Beispiel „The Corner of E 2nd & Robert Martinez“ oder Passagen wie ab ca. Minute 4 von „Total Annihilation“ live umsetzen? Werden wir Jascha nun öfter am Keyboard sehen?

Jascha: „The Corner of E 2nd & Robert Martinez“ wird wohl nicht live gespielt werden. Ich habe live auf jeden Fall meinen MS-10 dabei.

Ihr hattet schon immer einen sehr deftig breiten Sound, doch mit 2 Gitarren ist der Gesamtklang natürlich nochmal etwas dichter. Wie lange hat es gedauert, dass ihr die Gitarren aufeinander abgestimmt habt, speziell bei der Menge an genutzten Effekten?

Ich denke, wir sind da immer noch nicht am Ende der Möglichkeiten angelangt.

Lupus van Kadavar

Lupus: Ich denke, es war gut, dass wir erstmal ein paar Jahre zusammen die alten Songs gespielt haben. So hat man eine Idee bekommen, wie man was einsetzen kann und was unsere neuen Möglichkeiten sind. Aber ich denke, wir sind da immer noch nicht am Ende der Möglichkeiten angelangt.

Jascha: Lupus Grundsetup aus Wah Wah, Tape Delay und Overdrive funktioniert einfach schon mal wahnsinnig gut. Ich muss da schauen, mit was für Sounds ich da ergänzen kann. Das wird hoffentlich immer work in progress bleiben, haha.

Nun habt ihr ja auch schon das 3. Album dieser Reihe angekündigt. War das Konzept von „Neustart-Zerstörung-Auferstehung“ schon vor „I Just Want To Be A Sound“ klar, oder hat sich dies indessen durch die Arbeit an „K.A.D.A.V.A.R“ herauskristallisiert?

Jascha: Die Idee einer Trilogie stand schon vor IJWTBAS. Das Konzept hat sich dann mit Abschluss vom ersten herauskristallisiert, ja.

Könnt Ihr schon einen kleinen Tipp geben, wohin uns die „Auferstehung“ führen wird, oder ist das noch streng geheim, oder noch gar nicht so klar?

Jascha: Das ist noch streng geheim und gar nicht so klar!

Eine kleine Joke-Frage muss auch sein: Habt ihr mitbekommen, dass Tiger fast zum nächsten „Pentagram-Bobby-Reel“ geworden wäre? Falls ja, fandet ihr es lustig und habt ihr auch etwas von dem Media-Hype abbekommen? Falls nein, dann empfehle ich eine kurze Google-Search.

Lupus: Ja, das ist uns nicht entgangen. Tiger war nicht umsonst viele Jahre unser „Frontmann“. Er hat es daher verdient ein Internet-Meme zu sein, haha.

Wie gewohnt hier meine berühmte letzte Frage: Habt ihr eine Message, welche ihr über dieses Interview direkt an die Leute da draußen richten möchtet?

Jascha: Seid nett zueinander!

Abschließend möchte ich mich bei Euch für dieses massiv geniale Album bedanken und Euch noch viel Spaß beim Tourabschluss in Berlin wünschen. Hier lest ihr unsere Reznsion des neuen –> Albums.


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