Von Gregor Eder
Am 05.12.2025 erscheint das dritte Album der aus Mailand stammenden Band Abbinormal! Getauft wurde das frische Werk „Italia`s Gore Talent“ und dankenswerterweise durfte ich mit Drummer LKT ein Interview führen. Wir fanden uns via Zoom zusammen, stellten uns kurz vor und dann ging es auch schon direkt in den Fragenhagel.
Meine erste Frage an LKT lautete: „Eigentlich wurde die Band ja 1996 gegründet, wie man ja auch etwas an eurem ersten Album erkennen kann. Schlussendlich habt ihr aber erst 2017 richtig losgelegt. Warum brauchte es diese lange Zeit, oder besser gesagt, warum hat es so lange gedauert?“
„Also ursprünglich hat unser Gitarrist die Band 1996 gegründet, aber das Ganze hat mehr oder weniger nur für 1 Jahr funktioniert. Er wollte dann in 2017 die Band noch einmal in der Originalbesetzung zusammenrufen, aber der Sänger und der Bassist waren zu dieser Zeit leider nicht verfügbar. So hat er eben einen neuen Bassisten und einen neuen Sänger gesucht und den ursprünglichen Drummer kontaktiert.
Jener kam dann zwar wieder zurück, verließ die Band aber nach ein paar Monaten wieder. Schlussendlich kam ich dann in 2018 dazu. Mit dieser neu organisierten Band nahmen wir dann „1996“ auf und der Großteil der Songs auf diesem Album stammen eben aus dieser Zeit. Man kann sagen, dass da der alte Spirit mit drinnen steckt.“ erklärte LKT.
Die Band hat also eine lange Geschichte hinter sich und ich scherzte noch kurz, dass die Band ein Jahr älter als ich ist. LKT lachte und erklärte, dass er in 1996 geboren wurde, was mich wiederum erheiterte, da es nicht immer passiert, dass ein Drummer Songs aus seinem Geburtsjahr auf ein Album bringt.
Nachdem wir die Bandgeschichte geklärt hatten, konzentrierte ich mich direkt auf einen bestimmten Titel am Album. Als „Third Man Syndrom“ bezeichnet man das Gefühl der Nähe einer gewissen Entität während einer Nahtoderfahrung und nach eben jenen hat die Band einen Song benannt. Daher musste ich folgendes Fragen: „Wenn du die Erfahrung eines „Third Man Syndrom“ haben würdest, welche Entität würdest du gerne sehen?“
LKT meinte: „Ach, das ist eine gute Frage, aber da muss ich etwas darüber nachdenken. Vielleicht kommen wir nachher nochmal darauf zurück. Für mich ist der Song auf jeden Fall einer meiner Lieblinge am Album.“

Fotocredit: Offizielles Pressefoto
Gut, das war wirklich eine sehr spezifische Frage, doch wenn man schon so einen Liedtitel, beziehungsweise so ein Thema, wählt, dann darf man sich über Derartiges nicht wundern.
Nachdem ich ja einen Schlagzeuger vor mir sitzen hatte, musste ich folgende Frage stellen: „Wenn man sich das Album genau anhört, dann merkt man, dass der Snare-Sound hier und da wechselt, oder zumindest anders bearbeitet wurde. Warum hast du dich für den Sound entschieden?“
„Genaugenommen hört man dieselbe Snare-Drum auf dem ganzen Album, doch im Editing haben wir sie etwas verfeinert. In den Blast-Beat Passagen hat man eine eher klassische Grind-Snare und bei den härteren Parts klingt sie etwas anders. Ich editiere die Snare auch wenn ich mit anderen Bands spiele gerne in diese Richtung. Bei Breakdowns bevorzuge ich eher eine „crashigen“ Sound und auch bei Mid-Tempo-Passagen. Bei Blast-Beats möchte ich dann aber wieder eine etwas höher klingende Snare“: erklärte LKT.
Ich meinte, dass dieser Sound-Unterschied mitunter auch gut mitwirkt, wenn es darum geht, dass die Band Grindcore und Death-Metal spielt und LKT meinte direkt: „Da stimme ich dir zu! Aus meiner Sicht sind wir eine gute Mischung aus den beiden Genre. Als jünger war, habe ich mehr Death-Metal als Grindcore gehört. Wir hatten zwar die Idee Grindcore-Band mit etwas Death-Metal zu machen, aber dadurch, dass ich etwas mehr Death-Metal gehört habe, haben wir es geschafft genau zwischen den beiden Genre zu sein.“
Somit hätten wir die Genre-Vermischung auch geklärt. Meine nächste Frage war eine etwas simplere: „Nun steht das Album ja sozusagen vor der Tür. Wie fühlst du dich jetzt vor der Veröffentlichung und was ist das aktuelle Ziel der Band? Werdet ihr nun so richtig durchziehen, oder gibt es noch andere Pläne?“
„Grundsätzlich freue ich mich schon sehr auf die Veröffentlichung und es ist so wie du sagst. Wir sind gerade richtig motiviert und wollen alles geben. Am 27.12.2025 haben wir ja die erste Show mit dem Album in Italien und wir planen gerade für das nächste Jahr. Wenn alles klappt, dann spielen wir viel in Italien und hoffentlich auch in den restlichen europäischen Ländern.“ war die Antwort von LKT.
Dann hoffen wir einmal, dass sich die Herren gewaltig ins Zeug legen, denn das Album hat es auf jeden Fall verdient auf den Bühnen dieser Welt gespielt zu werden. Um auf das Album wieder etwas zurückzukommen, stellte ich folgende Frage: „Ihr habt ja auch wirklich Humor, speziell mit dem Song „Rotting Blues“. Wie habt ihr den Song geschrieben und warum? Er sticht ja mit seinen 16 Sekunden doch etwas heraus.“
LKT erklärte: „Wir haben den Song geschrieben, weil wir auf jedem Album gerne ein kurzes und lustiges Lied einbauen. Es ist auch etwas zur Tradition geworden, dass wir diesen „Spaß-Song“ vor den letzten Song des Albums setzen. Ursprünglich kam der Song ganz einfach aus dem Proberaum.
Damals sprach ich über einen Spaß-Song und da unser Gitarrist Blues eigentlich hasst, kamen wir auf die Idee eine Art Parodie zu machen. Nach einigen Überlegungen kam es dann dazu, dass wir einen blues-Song einfach anspielten und dann 3 Sekunden Grindcore nachgeschossen haben. So ist der Song eigentlich entstanden.“
Mir gefällt diese Tradition wirklich sehr gut! Es wäre fast schon wünschenswert, wenn einige andere Musiker sich öfter nicht selbst zu ernst nehmen würden. Bevor ich meine klassische „Endfrage“ stellte, schoss ich noch folgendes an LKT raus: „Wer ist auf die Idee gekommen einen Song „Acid/Disease“ zu nennen?“
„“Acid/Disease“ stammt von unserem Sänger und unserem Bassisten. Die Beiden hatten neben Abbinormal eine Band und der damalige Bandname war ähnlich wie der Liedtitel. Der Song soll eigentlich ein kleines „Tribute“ an das Projekt sein. Es ist also nicht direkt eine Anspielung auf AC/DC, sondern im ersten Teil „Acid“ eher ein „Tribute“ an die Band der Beiden und andererseits mit „Disease“ eine Beschreibung dessen, was man erlebt, wenn man auf „Acid“ ist. Der Song dreht sich eigentlich um einen Trip der nicht gut geht“ erklärte LKT
Manchmal darf man eben nicht nur aus dem Songtitel Schlüsse ziehen. Gott sei Dank weiß ich nicht, wie sich so ein schlechter Acid-Trip anfühlt. Bevor wir das Thema ausführten, lenkte ich uns wieder auf den richtigen Pfad zurück und stellte meine legendäre letzte Frage: „Hast du irgendeine direkte Message, die du über dieses Interview an die Leute da draußen richten möchtest?“
LKT meinte direkt: „Ich spreche nun für Abbinormal! Hört euch einmal „Italia`s Gore Talent“ gut an, bevor ihr es beurteilt. Hört es euch einmal genau an und überlegt, ob es euch gefällt. Danach lasst uns gerne wissen, was ihr an dem Album mögt und was nicht. Konstruktive Kritik ist immer erwünscht. Ich liebe negative, aber konstruktive Kritik. Darauf bin ich immer am meisten gespannt.“
Das ist einmal eine klare Ansage! Abschließend möchte ich mich nochmal bei LKT für das Interview bedanken und euch da draußen das neue Album„Italia`s Gore Talent“ wärmstens empfehlen, wenn ihr Bock auf eine mächtige musikalische Schelle habt. Hier findet ihr unsere –> Rezension zum Album.













