Interview mit Nico von ABRAMOWICZ

Gregor Eder

Von Gregor Eder

Kommen wir zur Abwechslung einmal wieder zu etwas Heimischen! Die Indie-Rock/Punk-Band Abramowicz aus Hamburg wird am 22.05.2026 ihr frisches Werk „Joy Of Missing Out“ präsentieren. Dankenswerterweise durfte ich Saxofonisten und Multiinstrumentalisten Nico vorab via Mail ein paar Fragen zur Band und natürlich zum Album stellen:

1. Was geschah in der Zeit zwischen der Veröffentlichung von „The Modern Times“ und der Entscheidung die Arbeit an „The Joy Of Missing Out“ aufzunehmen?

Nico antwortete: „Wir waren auf Tour zu ‚The Modern Times‘, als es 2020 in den Lockdown ging. Die Corona-Pandemie hat für uns als Einzelpersonen und als Band neue Realitäten geschaffen. Nebenbei haben wir aber immer Musik gemacht und einen Haufen Songs geschrieben, von denen einige schon mehrere Jahre alt sind. Insofern freuen wir uns sehr, dass sie am 22.05.2026 endlich veröffentlicht werden.“

2. Würdet ihr das neue Album eher als Comeback bezeichnen, oder wart ihr eigentlich nie wirklich weg?

„Wir haben immer Musik gemacht und geschrieben, weg waren wir also nie wirklich. Aber wir haben in den letzten Jahren weniger Konzerte gespielt und uns bewusst Zeit für das neue Album genommen. Es fühlt sich auf jeden Fall fresh an wieder auf der Bühne stehen zu können und ein paar Konzerte zu spielen.“ erklärte Nico.

Fotocredit: Marcel Huth

3. Wie sah der Songwriting-Prozess zu „The Joy Of Missing Out“ genauer aus? Gab es hinsichtlich der Vorgehensweise viele Unterschiede zu den letzten Alben und falls ja, welche?

Nico meinte: „Bei den vorherigen Veröffentlichungen waren die Songs fertiger bevor wir ins Studio gegangen sind. Bei den Aufnahmen zu „Joy Of Missing Out“ haben wir alles DIY bei uns im Proberaum aufgenommen und uns mit Freunden zusammengetan, ganz viel ausprobiert, verworfen, neu gedacht und immer wieder überarbeitet. Wir haben sehr kompromisslos die für uns beste Platte gemacht und uns keine Gedanken darüber gemacht, wie und ob wir die Songs live auch so spielen können. Es gibt ja einen Haufen Gastmusiker*innen auf Joy Of Missing Out. Momentan stecken wir in den Proben für ein paar Shows und haben ein paar der Songs erst jetzt gemeinsam gespielt. Insofern fühlt sich auch das gerade auch neu und spannend an.“

4. Warum habt ihr „Hunter“ und „Money Takes“ als Pre-Releases ausgewählt und warum ist das Saxophon in „Hunter“ so wichtig?

„Money Takes“ war für uns persönlich der Startschuss zum neuen Album und der erste Song der fertig aufgenommen war. Wir finden, dass er nebenbei auch ganz gut die Brücke zu zwischen den alten Songs und den neuen schlägt. Bei den Aufnahmen zu Hunter waren wir irgendwann an einem Punkt wo wir gesagt haben: „Das ist alles schon ganz geil, aber irgendwas fehlt.“ Außerdem wollten wir immer schon ein Springsteen-Saxophon in einem unserer Songs hören. Finns Bruder – der ein begnadeter Jazzmusiker ist – hat dann innerhalb von einer Stunde die Melodien und das Solo eingespielt. An diesem Nachmittag lag für uns sehr viel Zauber in der Proberaumluft.“ erklärte Nico.

5. Wie lief der Dreh zu „Hunter“ ab? Wie entstand das Konzept zum Video, wo habt ihr gefilmt und wie sahen die Drehtage vom Ablauf her aus?

„Wir haben das Video zu Hunter an einem Tag kurz vor Weihnachten gedreht und ehrlich gesagt, gab es kein richtiges Konzept. Wir hatten eigentlich nur die Idee im neuen Molotow an der Reeperbahn irgendwas zu drehen, dass uns zeigt, wie wir sind und nicht wie wir sein müssen, um „cool auszusehen“. Also kam unser Freund Marc Huth, hat Kamera und Licht eingestellt und dann quasi die Kamera laufen lassen. Und am Ende kam da ein sau cooles Video raus, bei dem wir alle richtig Spaß hatten.“ so Nico.

6. Das neue Album bringt auch vom Sound her schönen frischen Wind. Was war die Inspiration hinter der doch experimentellen Attitüde, die ihr auf der Scheibe an den Tag legt?

Nico antwortete: „Wir haben alle einen unterschiedlichen Musikgeschmack und hören intensiver und bewusster Musik als früher. Dadurch haben wir sicherlich mehr Referenzen als früher in unserem Sound: Bleachers, Zach Bryan, Sam Fender, Dijon und, und, und. Außerdem wollten wir keine Klischees oder Schubladen bedienen und jedem Song den Sound geben, der sich gut angefühlt hat.“

7. In welchem Modus werden die Lyrics geschrieben? Zu Hause am Schreibtisch oder eher Stück für Stück durch Einfälle welche notiert werden?

Nico: „Das meiste eher unterwegs und Stück für Stück, aber um einen Song wirklich fertig zu bekommen schon auch am Schreibtisch. Bei diesem Album gibt es auch ein paar Zeilen von Max – der die Platte produziert hat – und von allen Bandmitgliedern.“

„Habt keine Angst davor was zu verpassen und genießt die Zeit, die ihr habt!“

Nico (ABRAMOWICZ)

8. Das Album beginnt mit „Entering Monster City“ und endet mit „Leaving Monster City“. Was hat es damit auf sich, beziehungsweise warum habt ihr solch einen Ein- und Ausstieg gewählt?

Nico antwortete: „Diese Intro-Outro Sache ist schon eine Reminiszenz auf das wahnsinnig gute Album Sams Town von The Killers. Abgesehen davon war der Arbeitstitel für das Album lange Zeit Monster City und der ursprüngliche Song hieß auch so.“

9. Könnt ihr uns schon etwas Auskunft darüber geben, was uns in den kommenden Monaten eurerseits noch so erwarten wird?

„Wir werden natürlich wieder mehr Konzerte spielen, haben uns aber auch vorgenommen bis zum nächsten Album nicht wieder 6 Jahre zu warten, haha!“: erklärte Nico.

10. Was sollte man als Abramowicz-Fan bei einem Konzert immer dabei haben?

„Zumindest kann man sein Handy gerne in der Tasche lassen!“ meinte Nico.

11. Habt ihr irgendeine direkte Message an die Leute da draußen, welche ihr über dieses Interview verlautbaren wollt?

Nico antwortete: „Habt keine Angst davor was zu verpassen und genießt die Zeit, die ihr habt!“

Ein klares Schlusswort! Danke an Nico für die Antworten. Unsere Rezension zum Album findet ihr –> hier.


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