MAHNMAL ST. NIKOLAI

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Hamburg - Am Hopfenmarkt, zwischen Rathaus und Speicherstadt, liegt das Mahnmal St. Nikolai. Die Ursprünge der Kirche reichen zurück bis ins Mittelalter. Nach dem verheerenden Großen Brand 1842, bei dem die alte St. Nikolaikirche abbrannte, wurde in kürzester Zeit (von 1846 bis 1882) eine neue Kirche im neugotischen Stil errichtet. 

Als höchstes Gebäude der Stadt (damals auch der Welt) diente der 147,3 Meter hohe Turm der ehemaligen Hauptkirche St. Nikolai den alliierten Bomberflotten im 2. Weltkrieg bei ihrem Anflug während der Bombenangriffe der „Operation Gomorrha“ auf Hamburg als Orientierungspunkt. Während der Luftangriffe im Sommer 1943 wurde die Kirche schwer getroffen, das Gewölbe stürzte ein, teilweise wurde sogar der Fußboden der Kirche bis in den Keller, der eine Weinhandlung beherbergte,durchschlagen; die Kirche brannte aus.

Teile der Mauern des Kirchenschiffs wurden 1951 abgerissen. 1960 wurde die Kirchenruine unter Denkmalschutz gestellt.

Der Turm blieb jedoch nahezu unversehrt bestehen und ist heute ein bekannter Punkt im Hamburger Stadtbild. Er erinnert als Mahnmal an die Ursachen und Folgen von Kriegszerstörungen – damals und heute. Damals wurde beschlossen, die Kirche nicht wieder aufzubauen, sondern die Ruine als Mahnmal bestehen zu lassen.

In einem Teil des historischen Kellergewölbes der ehemaligen Kirche St. Nikolai befindet sich das Museum. Der Verein „Förderkreis Mahnmal St. Nikolai“ hat im östlichen Kellergewölbe der Kirchenruine, der sogenannten Krypta, ein Dokumentationszentrum eingerichtet.

Dies informiert über den Luftkrieg in Hamburg und seine historischen Zusammenhänge sowie über die Geschichte von St. Nikolai. In der südlichen Chorkapelle wird Hamburg vor der „Operation Gomorrha“ gezeigt und bietet auf unterschiedlichen Ebenen, jeweils durch ein Zitat eingeleitet, Einblicke in die Vorgeschichte der Luftangriffe.

Der zweite Abschnitt führt die Ausgrenzung, Diskriminierung und Verfolgung von Juden und anderen Minderheiten vor Augen. Im nächsten Abschnitt steht der deutsche Luftkrieg im Mittelpunkt. Die Angriffe der deutschen Luftwaffe auf Warschau, Rotterdam, Coventry und weitere Städte zeigten eine neue, grausige Dimension der Kriegsführung auf.

Am Ende der Raumflucht fügt sich in die Nische ein Sonderteil der Ausstellung ein.

 

Zusammengestellt vom Historischen Museum Warschau, welche einen Exkurs über die Angriffe der deutschen Wehrmacht auf Polen und die Luftangriffe auf Warschau bietet. Über „den Krieg auf dem Weg nach Hamburg“ informiert der letzte Teil des Raumes: Die Schäden der ersten vereinzelten Angriffe auf Hamburg seit Mai 1940.

Es finden immer wieder wechselnde Sonderausstellungen statt. 2005 wurde ein gläserner Panoramalift gebaut, mit dem Besucher auf eine Aussichtsplattform des Kirchturms in 76 Meter Höhe fahren können. Beim Blick vom Turm der Nikolaikirche in östliche Richtung sieht man die verbliebenen Umfassungsmauern des Chorbereiches. Außerdem ein Panoramablick über die Hansestadt, bei dem unter anderem das Rathaus, die Speicherstadt, die Elbphilharmonie, die Handelskammer und die Alster zu sehen sind.

Die regelmäßig stattfindenden Glockenspielkonzerte mit 51 Glocken werden von einem breiten, auch internationalen Publikum besucht, es erklingt bei kostenlosen Live-Konzerten jeden Donnerstag um 12 Uhr. Es ist eines der größten Glockenspiele Deutschlands.Alle Bereiche sind barrierefrei zugänglich.

Adresse: Willy-Brandt-Straße 60, 20457 Hamburg

Öffnungszeiten: täglich 10:00 – 18:00 Uhr, die Öffnungszeiten an Feiertagen können abweichen.

Anfahrt mit HVV:

Haltestelle „Rathaus": U3
Haltestelle „Rödingsmarkt": U3
Haltestelle „Jungfernstieg": S1, S3, S5
Haltestelle „Domstraße": Bus 17
Haltestelle „U Rödingsmarkt (Großer Burstah)": Bus 3, X35, X80