AKAI, Hamburg: Sushi neu gedacht – und das sehr gut

Wolfgang Karg

Mit dem Restaurant AKAI hat Othmarschen ein Lokal bekommen, das den Stadtteil kulinarisch auf ein neues Level hebt.

Wer an der „Waitze“ am Bahnhof Othmarschen ein neues Lokal eröffnet, dem schaut der ganze Kiez erst mal auf die Finger. Zu Recht – schließlich ist die Nachbarschaft verwöhnt. Doch das AKAI macht seinen Job seit der Eröffnung im August 2025 gut. Kaum aufgemacht, schon gut gefüllt – das sagt eigentlich alles. Es hat sich bewährt, das der Standort hier bewusst ausgesucht wurde.

Restaurant AKAI © Nordevents

Atmosphäre: modern, lebendig

Das Interieur ist zeitgemäß und einladend, der Vibe entspannt-urban. Kühles Design im Wabi-Sabi (侘寂) Konzept, minimalistisch, ein bisschen Brutalismus. Es wertschätzt das Unregelmäßige, Natürliche und Patina, statt künstlicher Perfektion. Diese Sichtweise fördert Entschleunigung und Akzeptanz des Lebenszyklus.

Wer in das Restaurant kommt, dem fällt gleich eine große rote Wandinstallation in Felsenform als Eyecatcher auf, der das Licht der untergehenden Sonne auf ein Gebirge darstellen soll. Das japanische Wort Aka heißt auf Deutsch „rot“ und ist Ursprung des Lokalnamens. Auch in der Toilette an der Decke findet sich die Farbe wieder, in Form von kalligrafischen Zeichen.

Das Konzept: Japanisch. Fusion. Norddeutsch.

Das Konzept ist fein abgestimmt und funktioniert genau deshalb so gut: frisches Sushi, kleine japanische Tapas zum Teilen, herzhafte Hauptgerichte, Ramen und Bowls – alles frisch, mit Liebe handgemacht. Klingt nach Standard? Ist es nicht. Sushi wird hier geschmacklich neu entdeckt und um Variationen erweitert, die man so kaum woanders auf dem Teller hat. Wer glaubt, Lachs-Avocado-Rolle sei das Nonplusultra der japanischen Küche, wird hier eines Besseren belehrt – und das auf angenehme Weise.

Es gibt wechselnde Mittags-Angebote und das AKAI-Bento-Menü für 2 oder mehrere Personen. Bento wird eine traditionelle Mahlzeit in einer speziell unterteilten Lunch-Box (Bento-bako) genannt, in der man die japanischen Tapas gut unterteilen kann. Natürlich kann man das Bento auch vor Ort essen.

Man ging anfänglich mit 10 Speisen in die Neueröffnung, es kamen weitere im Laufe der Monate dazu, wurden teilweise wieder verworfen. Das Küchenteam entwickelt kontinuierlich an neuen Kreationen, Pulsgeber ist hier der Gästegeschmack. Und so findet man nicht unbedingt die ursprüngliche japanische Küche, sondern Variationen davon an den deutschen Markt angepasst. Immer etwas Norddeutsches wollten die vier Betreiber mit anbieten, wie etwa Makrele verfeinert mit Mentsuyu-Sauce. Oder die Flensburger Küsten Cola, ja die Flensburger Brauerei vertreibt seit März 2025 auch Cola in 0,33 l Bügelverschlussflaschen.

Dazu setzt das Haus konsequent auf Qualität bei den Zutaten: Den Fisch liefert Hummer Pedersen frisch, den Kaffee und Wein steuert Tranquillo bei. Man merkt, dass hier jemand genau hinschaut, was in der Küche landet.

Der Selbsttest: Speisen und Getränke

Wir durften einige Speisen probieren. Als Tapas gab es den Temura-Mix, Gemüse und Garnelen in leichter Tempura Teighülle und einem Dip. Sehr lecker. Knusprig frittiertes, mariniertes Hähnchen mit Dips- Tori Karrage genannt. Und die oben genannte Makrele, vielleicht nicht jedermanns Geschmack. Als Sushi wurde uns Nigiri serviert, den es in unterschiedlichen Varianten gibt. Zuletzt die Akai-Roll, unser (und des Art Directors) Favorit: Gurke, Avocado, Unagi, Paprika Topping, Cilan Sauce und Sweet Miso.

Betreiber Robin Bhandari betonte, durch durch sein Team von drei weiteren Personen unterstützt wird. Er selber hat schon in hochwertigen auch japanischen Küchen gearbeitet, wie z.B. bei Steffen Hensler. Auch ein Art Director und Sushi Meister ließen ihre Fähigkeiten einfließen.

Der Service: einer der Hauptgründe, wiederzukommen

Was auffällt und positiv in Erinnerung bleibt, ist das Team. Freundlich, kompetent, geduldig – auch bei Sonderwünschen. Uns ist ein Essstäbchen auf den Fußbodengefallen, gleich wurden uns Neue gereicht. Wer Allergien hat oder einfach mal nachfragen möchte, was genau im Gericht steckt, bekommt hier keine genervten Blicke, sondern echte Antworten. Das ist leider keine Selbstverständlichkeit.

Fazit

Das AKAI ist kein Hype-Lokal, das nach drei Monaten wieder in der Versenkung verschwindet. Es ist das Gegenteil: ein Ort, der mit echter handgemachter Küche, echtem Service und einem klaren Konzept überzeugt. Othmarschen hat seinen neuen Stammplatz gefunden – und wer einmal da war, kommt wieder. Etwa 30% der Besucher schätzen auch den Außer-Haus-Verkauf. Zwischen 30 und 50 Euro pro Person sollte man einplanen. Kein Schnäppchenrestaurant – aber für das, was geboten wird, ein fairer Deal.


Ergänzende Infos

  • Adresse: Waitzstraße 21, Hamburg-Othmarschen
  • Öffnungszeiten: Mo–Fr ab 12:00 Uhr, Sa ab 16:00 Uhr. Die Küche ist bis 22:00 Uhr geöffnet. Reservierung wird empfohlen.
  • Anfahrt:
    • S-Bahn:
    • Linie S1 oder S11 bis Bahnhof Othmarschen
    • Von dort ca. 2–4 Minuten zu Fuß
  • Bus:
    • Mehrere Linien halten ebenfalls am Bhf. Othmarschen
    • 👉 Insgesamt sehr gut erreichbar, da das Restaurant direkt am Bahnhof liegt
  • PKW
    • Keine eigenen Parkplätze am Restaurant
    • Straßenparkplätze entlang Waitzstraße & Nebenstraßen (oft begrenzt)
    • Kleine öffentliche Parkmöglichkeiten rund um den Bahnhof Othmarschen
    • 💡 Tipp: Abends meist etwas entspannter, tagsüber eher knapp
Geschmack
Qualität Essens
Freundlichkeit Personal
Atmosphäre
Preis-Leistungs-Verhältnis

Weitere kulinarische Beiträge
Schon geteilt?