Hamburg, 02.05.2026 – Der To Gao Food Garden im Valentinskamp will Food-Court, Restaurant und Event-Location zugleich sein. Ein Besuch zwischen Sushi und Hotpot. Mitten in der Hamburger Innenstadt hat To Gao am 23.04.2026 mit der Eröffnung ein Ausrufezeichen gesetzt. Ob der Food Garden auch hält, was das Konzept verspricht – ein Selbstversuch.
Restaurant To Gao Food Garden – © Nordevents
Groß denken ist keine Sünde. Aber groß umsetzen ist verdammt schwer. Das wissen alle, die schon mal ein Food-Court-Konzept nach lauwarmen Nudeln verlassen haben. Deshalb waren wir neugierig auf unseren Besuch im neuen To Gao Food Garden am Valentinskamp 40. Man hat es bewusst Food Garden genannt und nicht Food-Court, um nicht mit dem „Billig-Sektor“ verglichen zu werden.
ErLEbnisgastronamie – Kulinarische Vielfalt – Wohlfühloase
Wir stehen vor dem Restaurant, eine unscheinbare Häuserfassade mit einem kleinen Schriftzug über der Tür. Man darf nicht mehr, Denkmalschutz lässt grüßen. Etwas schade, da viele gar nicht vermuten, was sich hinter der Tür verbirgt.
Erst beim Betreten kommt das Aha-Erlebnis und man versteht sofort: Hier wurde nicht gekleckert. Effektive 800 Quadratmeter, Platz für etwa 400 Gäste, verschiedene Küchenstationen, eine Sushi-Station, eine große Bar, ein eigenes Café und eine Bühne für Events – die 2019 gegründete Restaurant-Kette To Gao, die in Deutschland bereits über 24 Standorte betreibt (in diesem Jahr kommen noch 6 dazu), hat hier ihr bislang ambitioniertestes Projekt eröffnet. In der Mitte des Raumes sticht als Eyecatcher eine Installation mit kleinen Kolibris heraus.
Die Eröffnung hat sich aufgrund eines Wasserschadens beim Vorbesitzer um gut zwei Jahre verzögert. Aus der Not heraus hat man in der Zwischenzeit alternativ in Bahrenfeld ein Lokal eröffnet, dass sehr gut angelaufen ist.
Die Küche: das eigentliche Argument
Fangen wir dort an, wo To Gao am stärksten ist: auf dem Teller. Die Karte reist durch ganz Asien – Japan, Vietnam, Korea, Thailand, China – und das mit ehrlichem Handwerk. Das Sushi ist frisch, die Rollen sind sauber gerollt, die Nigiri sitzen. Wer Phở bestellt, bekommt eine schöne traditionelle Suppe, die richtig nach etwas schmeckt.
Es wird Frühstück, Mittag und Abendessen angeboten. Eine eigene vegane Karte mit verschiedenen Kreationen im Bowl Prinzip ergänzt das Angebot. Hierbei ist zu betonen, dass die veganen Speisen in einer extra separaten Küche zubereitet werden. Die Gesellschafterin Frau Tran empfahl uns die Udon Zen Bowl mit Tofu, verschiedenen Plizen und Gemüsein hausgemachter Soße. Und tatsächlich, sie war frisch und lecker.
Das Highlight ist das „All you can eat Grillbuffet“ nach dem Selbstbedienungsprinzip und Grillen direkt am Tisch. Alles liegt vorbereitet auf Eis schön dekoriert auf mehreren Selbstbedienungstheken. Es gibt verschiedene Sorten Fleisch, Meeresfrüchte wie Tintenfisch, Muscheln und vieles mehr.
Besonders gelungen: die Tapas-artigen Kleinigkeiten zum Teilen. Hier zeigt die Küche, dass sie weiß, was sie tut. Frische Zutaten, durchdachte Kombinationen, angenehme Schärfegrade, optisch schön dekoriert präsentiert. Wer Hunger mitbringt und offen ist für eine kulinarische Rundreise durch den Kontinent, wird gut satt – und gut unterhalten.
Die
Atmosphäre: lebendig – manchmal zu lebendig
Der Raum ist beeindruckend. Modernes asiatisches Design in Gold-braun, viel Holz, warmes Licht und viele pflanzliche Elemente, die an einen Garten erinnern sollen. Sozusagen eine Oase mitten in der Innenstadt. Es gibt verschiedene Zonen – man kann also durchaus einen gemütlichen Abend hier verbringen oder mehrfach kommen, ohne das es langweilig wird. Wir waren 9 Tage nach der Eröffnung dort zum Mittagstisch und es war sehr angenehm. Aber: Wenn sich irgendwann 400 Menschen gleichzeitig unterhalten sollten, Geschirr klackert und mehrere Küchenstationen gleichzeitig auf Hochbetrieb laufen, wird es wohl lauter werden.
Das ist kein Fehler des Konzepts – es ist der Preis der Ambition. Wer einen ruhigen Abend zu zweit mit intimen Gesprächen plant, sollte das im Hinterkopf behalten. Wer hingegen mit einer größeren Gruppe feiert oder nach dem Trubel einer langen Arbeitswoche eintauchen will in pulsierendes Stadtrestaurant-Feeling – der ist hier richtig.
Service: aufmerksam, aber gefordert
Das Personal ist sehr freundlich und aufmerksam. Bei einem Lokal dieser Größenordnung ist das keine Selbstverständlichkeit. Die derzeit 14 Mitarbeiter arbeiten in zwei Schichten, anders kann man die lange Öffnungszeit auch nicht abdecken.
Speisen und Getränke
Es gibt viele Tische für vietnamesischen HotPot, eine asiatische Version ähnlich dem Fondue. Entweder mit Brühe, oder wie hier auf einer heißen Herdplatte, kann man seine zuvor ausgesuchten Speisen selber grillen. Das ist gemütlich und man sollte etwas mehr Zeit einplanen. Angenehm ist der kupferne Luftabzug direkt über der Herdplatte, so werden die Gerüche gleich abgeleitet.
Dieses Angebot gibt es in anderen To Gao Restaurants nicht. Ebenso das Frühstück mit Kaffee und Kuchen. Alternativ zum HotPot. Alternativ kann man natürlich auch aus der Menükarte Speisen bestellen.
Neben den normalen Getränken gibt es auch Bier aus unterschiedlichen asiatischen Ländern. Auch vietnamesischen Eis-Kaffee wie Cà phê sữa đá, dessen Kaffeebohnen mit Reiswein, Butter und Salz geröstet werden. Kleine Leckereien als Nachtisch, nicht immer typisch asiatisch aber lecker, stehen ebenfalls bereit. Außer-Haus-Verkauf wird angeboten.
Das Fazit: solide mit Potenzial
Der To Gao Food Garden ist ein ehrliches und ein mutiges Restaurant. Preislich liegt es in der Mittelklasse. Zwischen 20,- und 35,- € p.P. sollte man einplanen.
Das Angebot soll noch erweitert werden, wenn sich das Restaurant etabliert hat: In Zukunft soll auch Brunch angeboten werden und die Bühne z.B. für Karaoke geöffnet werden. Außerdem soll es ab Ende Mai authentische vietnamesische Küche gegeben, das wird nicht nur die vielen Vietnamesen in Hamburg freuen. Was hier entstanden ist, hat das Zeug, ein fester Bestandteil der Hamburger Gastro-Landschaft zu werden: eine Anlaufstelle für Gruppen, Hochzeitsfeiernde, Lunch-Gänger, neugierige Erstbesucher und Asien-Fans gleichermaßen. Wenn die Küche ihr Niveau hält und der Service mit dem Wachstum Schritt hält, ist hier vieles möglich.
Kurzum: hingehen, Sushi bestellen und eventuellen Lärmpegel als Teil der Erfahrung akzeptieren. Wir waren jedenfalls begeistert.
Ergänzende Infos
- Adresse: Valentinskamp 40–42, 20354 Hamburg, Zentrale Innenstadtlage, nahe Gänsemarkt / Staatsoper
- Öffnungszeiten: Täglich geöffnet, 08:00 – 22:00 Uhr
- Anfahrt:
- U-Bahn: U2 Gänsemarkt (ca. 2–3 Minuten zu Fuß)
- Alternativ: U1/U2/U4 Jungfernstieg (ca. 8–10 Minuten)
- S-Bahn: S1/S2/S3 – Stadthausbrücke (ca. 8–10 Minuten Fußweg)
- Bus: Mehrere Linien rund um Gänsemarkt / Dammtorstraße (z. B. MetroBusse)
- 👉 Insgesamt: sehr einfache Anreise ohne Umsteigen aus vielen Teilen Hamburgs
- Anfahrt mit dem PKW
- Zufahrt über Ludwig-Erhard-Straße, Dammtorstraße oder Gorch-Fock-Wall
- 👉 Achtung: Innenstadtverkehr + Einbahnstraßen
- Teilweise Umweltzone & dichter Verkehr
- Keine eigenen Parkplätze, in der Umgebung öffentliche Parkhäuser (fußläufig): Gänsemarkt / Oper, Stadthöfe und Dammtor
















































