Rocken am Brocken 2025

Josephin Neumann

Elend, 31.07. – 02.08.2025 – Am Freitag, den 1. August 2025, verwandelte sich das kleine Harzer Örtchen Elend einmal mehr in einen Ort voller Musik, Regen, Matsch und Festivalmagie. Der zweite Tag des Rocken am Brocken bot alles, was dieses Festival so besonders macht: ein bunt gemischtes Line-up, echte Nähe zu den Künstler:innen und ausgelassene Stimmung trotz widrigem Wetter. Zwischen Wäldern, Lagerfeuern und der Sternwarte-Bühne wurde getanzt, gesungen und gelacht.

Impressionen © Nordevents

Matschpit statt Moshpit – das Wetter schreibt die Regeln

Wer Rocken am Brocken kennt, weiß: Hier gehört das Wetter fast genauso zum Line-up wie die Bands. Auch dieses Jahr gab es reichlich Regen, was den klassischen Moshpit kurzerhand zum „Matschpit“ werden ließ. Doch anstatt die Stimmung zu trüben, machte es die Auftritte nur noch legendärer. Besonders bei Deine Cousine war die Energie so hoch, dass das Publikum trotz knöcheltiefem Schlamm eine spontane Polonaise startet.

Die Chemnitzer Band Blond drehte das Festival kurzerhand auf links und taufte es während ihres Auftritts spontan in Hip Hopn am Brocken um – eine augenzwinkernde Geste, die perfekt zur ausgelassenen Stimmung passte. Mit ihrem Mix aus Pop, Rap und satirischen Ansagen brachten sie auch die letzten Tanzmuffel vor die Bühne.

Ein besonderes Highlight war der Moment, als Siggi vor dem Song „Halt dein Maul“  eine klare Botschaft loswurde: „Männer sollen ihre Gefühle nicht unterdrücken und wenn doch einer meint, was sagen zu müssen: Halt dein Maul!“ Das Publikum jubelte und feierte den Song, der emotionale Ehrlichkeit mit ordentlich Druck von der Bühne verband.

Leuchtstoff, Siggi, Kapa Tult und Deine Cousine © Nordevents

Bibiza bringt Wien in den Harz

Als Bibiza die Bühne betritt, ist der Regen längst egal. Mit seinem entspannten Flow und typischen Schmäh schafft er es sofort, die Menge mitzunehmen. Zwischen Tracks wie „Blau“ und „Böses Spiel“ gibt’s immer wieder Sprüche, die das Publikum feiern lässt. “Oida, ihr seid ja komplett narrisch. Sowas wie hier gibt’s in Wien net mal bei Sonnenschein.” Seine Mischung aus Rap, Indie-Vibes und lockeren Ansagen sorgt für eine ganz eigene Festivalstimmung.

Auch Madsen, die bereits 2012 auf dem Rocken am Brocken spielten, kamen zurück in den Harz und lieferten einen energiegeladenen Auftritt. Zwischendurch nahmen sie sich einen Moment für ein Statement: „Es ist schön zu sehen, dass es mittlerweile genug Frauen auf dem Line-up gibt. So muss das sein!“ Und auch im Publikum setzten FLINTA-Moshpits ein Zeichen für sichere Räume – gleich zwei davon wurden an diesem Abend gestartet.

Kapa Tult, Serpentin und Leuchtstoff haben alle ordentlich Stimmung gemacht und das Publikum richtig mitgerissen. Besonders bei Serpentin war die Energie unglaublich – jeder Song war ein Abriss, die Crowd ist sofort mitgegangen und es wurde richtig laut vor der Bühne. Aber auch Kapa Tult und Leuchtstoff haben dafür gesorgt, dass trotz Regen getanzt, gesungen und gefeiert wurde.

Salò; Madsen, Bibiza, Blond und Serpentin © Nordevents

Was Rocken am Brocken besonders macht, ist nicht nur die Musik, sondern die Community dahinter. Viele Mitarbeiter arbeiten ehrenamtlich und sogar Gäste aus der Schweiz reisen extra für dieses Festival an. Besonders auffällig: Viele Familien mit Kindern feiern hier gemeinsam – ein Festival für alle Generationen.


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