Berlin, 19.07.2026 – Nach einer spektakulären Samstagsnacht ging das Lollapalooza Berlin im Olympiapark direkt in die nächste Runde. Wer dachte, das Pulver sei nach dem fulminanten Auftakt bereits verschossen, wurde am Sonntag eines Besseren belehrt. Der zweite Festivaltag stand ganz im Zeichen gewaltiger Stimmen, mitreißender internationaler Rhythmen und eines lang ersehnten, hochemotionalen Comebacks. Die Massen strömten schon früh voller Energie auf das Gelände, bereit für das große Finale des Wochenendes.
Impressionen © Nordevents
Starke Hooks, Coming-of-Age-Pop und eine Prise Nostalgie
Als Pia Klein am Sonntag die Bühne betrat, war das Olympiagelände bereits gut gefüllt und die Festival-Energie voll da. Mit ihren ehrlichen Texten und modernen Sounds holte sie die Fans sofort ab. Ihre nahbare Art sprang über, und ihre Songs mit Ohrwurm-Potenzial lieferten den perfekten, schwungvollen Start in den Tag.
Direkt im Anschluss übernahm Alessi Rose die Bühne. Die Newcomerin, die bereits als Support für Dua Lipa und Tate McRae Tour-Erfahrung sammelte, legte eine beachtliche, extrem professionelle Bühnenpräsenz an den Tag. Ihr direkter Pop und die klaren, unverschnörkelten Texte kamen dank verdammt starker Hooks hervorragend beim Publikum an. Viele Fans waren schon früh an der Bühne, um sie ganz nah zu sehen.
Nostalgische Indie-Vibes und ein Lokalheld
Als echte Überraschung des Nachmittags entpuppten sich The Snuts. Die britische Band brachte eine ordentliche Ladung Nostalgie mit, die sofort wohlige Indie-Teenagerfilm-Vibes versprühte. Mit ihren extrem rhythmischen Nummern und Songs wie „Always“, „Glasgow“ und „Seasons“ spielten sie sich im Handumdrehen in die Herzen der Menge. Damit wurden sie definitiv ein heißer Anwärter auf den Titel der neuen Lieblingsband dieses Wochenendes. Obwohl sie nur die kleine New Horizon Stage spielten, war der Platz davor mehr als gut gefüllt. Für das nächste Mal haben sie sich definitiv einen Platz auf der Mainstage verdient.
Danach war es Zeit für einen echten Lokalhelden, der auf dem Lolla quasi ein Heimspiel feierte: Zartmann. Der Berliner Musiker zählt aktuell völlig zu Recht zu den spannendsten Künstlern der deutschen Musikszene und brachte den Rückenwind einer Platzierung auf Platz 1 der deutschen Albumcharts mit. Als die Crowd bei den absoluten Must-Hear-Tracks „Tau mich auf“, „eehhhyyy“, „Wie du manchmal fehlst“ und „Lass es gehen“ geschlossen mitsang, wurde eindrucksvoll klar, warum an diesem Mann derzeit kein Weg vorbeiführt. Eine kurze Pause musste die Band einlegen, als bei einem (geplanten) lauten Knall das Schlagzeug zusammenfiel und erst wieder aufgebaut werden musste.
Pia Klein, Allesi Rose, The Snut und Zartmann © Nordevents
Pure Authentizität zum Abschluss des Wochenendes
Die absolute Prime-Time des Abends läutete Teddy Swims mit seiner einzigartigen, rauen Stimme ein. Der Grammy-nominierte US-Amerikaner lieferte eine emotionale Urgewalt ab, bei der seine tiefgehenden Texte über Liebe, Verlust und Selbstfindung durch Mark und Bein gingen. Als sein Welthit „Lose Control“ und die David-Guetta-Kollaboration „Gone Gone Gone“ durch den Olympiapark schallten, war Gänsehaut pur angesagt. Da konnten die zum Teil heftigen Regenschauer, die über das Festivalgelände zogen, der Stimmung keinen Abbruch tun.
Auf einem ganz anderen, gewohnt kunstvollen Level bewegte sich danach Lorde. Ihr genreübergreifender Sound zog die Masse sofort in den Bann. Neben den unsterblichen Klassikern „Royals“ und „Ribs“ ihres legendären Debütalbums „Pure Heroine“ hatte sie auch ihren brandneuen Song „What was that“ im Gepäck, der im Vorfeld direkt Platz 1 der US Spotify Charts gestürmt hatte. Ihre expressive, einnehmende Performance bot fantastische, tiefgründige Momente, trotz anfänglichem Regen.
Auf einer kleinen Bühne eines Sponsors spielte währenddessen der deutsche Künstler Chapo102. Bekannt durch die 102 Boyz und ihren Straßenrap, zeigt der Künstler Solo mit Alben wie „Helldunkel” und „Fahrt ins Blaue” seine Pop- und Indie-Seite. Die Stimmung vor der kleineren Kulisse war fantastisch: Intim, energiegeladen und absolut auf den Punkt.
Teddy Swim, Chapo und Lewis Capaldi © Nordevents
Das ganz große, emotionale Finale des Wochenendes war schließlich Lewis Capaldi vorbehalten. Der Schotte bewies einmal mehr, dass er der absolute Meister des Gefühls ist – extrem authentisch, verletzlich und nahbar. Nach fast zwei Jahren Pause hatte er seine neue EP „Survive“ im Gepäck, deren Songs live eine unfassbare Wucht entfalteten. Zwischen herzergreifenden Momenten, Tränen im Publikum und lauten Chören bei „Wish you the best“, „Before you go“ und auflockernden “Du bist gut genug” Einlagen von Lewis und dem Publikum neigte sich das Festival dem Ende zu. Und mit dem natürlich unvermeidlichen „Someone you loved“ schloss sich der Kreis eines monumentalen Festivalwochenendes, auch wenn das Feuerwerk etwas zu spät zündete und Lewis die Bühne bereits verlassen hatte.





















































































































































































































































