Leer, 22.02.2026 – Ausverkauftes Haus, Punkt 20.00 Uhr, gespannte Erwartung im Zollhaus: Angelo Kelly macht mit seiner „READY TO ROCK“-Tour Station – und liefert 1 Stunde und 45 Minuten volle Energie ohne Pause.
Man darf sich auf neue Musik freuen – und genau das bekommt das Publikum. Aber eben nicht nur. Die Setlist spannt einen beeindruckenden Bogen über mehr als 30 Jahre Karriere: Hits aus der großen Erfolgszeit mit der Kelly Family, Songs aus seiner Solokarriere ab 2006 und brandneues Material vom aktuellen Album „Alive“, das am Freitag sensationell auf Platz 2 der deutschen Charts eingestiegen ist. Wenn man bedenkt, dass Kelly erst 44 Jahre alt ist, wirkt diese Rückschau fast unwirklich. Kaum ein anderer Künstler kann in diesem Alter bereits auf eine derart lange und intensive Laufbahn zurückblicken.
„Alive“ steht für ein klares Statement: kompromisslos analog produziert. Kein digitales Polieren, keine Overdubs, keine nachträglichen Korrekturen. Die Songs entstanden live im Raum, eingespielt in One Takes mit der gesamten Band. Kelly hat das Projekt in Eigenregie umgesetzt und selbst finanziert – einzig das Label Universal wurde für den Vertrieb genutzt.
: Angelo Kelly © Nordevents
Der Opener „Are You Alive“ macht sofort klar, wohin die Reise geht: treibende Gitarren, eine Band, die Druck aufbaut, und darüber Kellys Stimme, die nicht dekoriert, sondern herausfordert. Der Song stellt eine unbequeme Frage: Lebst du wirklich – oder funktionierst du nur noch? Rockig geht es mit „Alone“ (2008) weiter. Das Zollhaus ist inzwischen spürbar aufgeheizt. Man merkt: Hier ist kein Nostalgie-Abend geplant – hier geht es um Energie, Haltung und echtes Handwerk. Den dritten Song kennt dann fast jede:r und kann ihn mitsingen: eine Zeitreise ins Jahr 1997 mit „Because It’s Love“. Als die Single damals erschien, füllten die Kellys ganze Fußballstadien.
Vielfältiges Programm aus einer langjährigen karriere
Neben den powervollen Rocknummern zeigt Kelly immer wieder eine andere Seite. Mit „Christ Be With Me“ schlägt das Programm eine ruhigere, tiefgründigere Tonart an. Der Titel mag religiös klingen, doch im Kern geht es um Sehnsucht, um Halt, um innere Orientierung. Ein besonderes Highlight ist der Song „Never Too Late“, in dem Kelly einen Opernpart singt und einmal mehr zeigt, wie vielfältig er als Musiker ist. Seine Stimme füllt das Zollhaus. Der Song ist dem im letzten Jahr verstorbenen Schwiegervater gewidmet und handelt davon, dass es niemals zu spät ist, bestimmte Dinge zu klären.
Neben Angelo Kelly stehen bei der Tour Matthias Krauss (Gitarre/Keyboard), Adam Rhodes (Irish Bouzouki), Tomas Callister (Fiddle), Callum Stewart (Uilleann Pipes), Claus Fischer (Bass) und Florian Bungert (Schlagzeug) auf der Bühne. Ein Großteil der Musiker spielt schon seit vielen Jahren gemeinsam mit Kelly zusammen. Gemeinsam liefern sie 1 Stunde und 45 Minuten eine absolute Powershow ohne Pause. Zu Songs wie „Smile for the Picture“ oder „Running Inside My Head“ erfolgt ein gemeinsamer Abriss mit dem Publikum – es wird gesprungen und geheadbangt.
Kelly witzelt, dass er in Leer an diesem Abend viele Gesichter zum ersten Mal im Publikum gesehen hat. „Hey ihr kanntet wahrscheinlich kaum einen Song – aber ihr seid bis zum Ende geblieben.“ Gegen 21.45 Uhr verabschiedet sich die Band von den 800 Zuschauer:innen mit „Endless Chance“; in einer Strophe heißt es „Come take my hand“, am Ende gibt es einen schönen Fanchor, indem das Leeraner Publikum die Strophe immer wieder wiederholt und sich dazu an den Händen hält.












































