Bremen, 07.03.2026 (BF) – Sechs Jahre lang war es vergleichsweise ruhig um Die Happy. Keine neue Platte, nur vereinzelte Lebenszeichen. Jetzt ist die Band zurück – mit neuer Musik, einer Tour und sichtbar großer Lust darauf, wieder auf der Bühne zu stehen. Der Stopp im Modernes Bremen im Rahmen ihrer „Empathy is no Weakness“ Tour zeigt schnell: Diese Rückkehr fühlt sich alles andere als routiniert an.
Den Abend eröffnen Moon Shot aus Finnland. 45 Minuten lang liefern sie druckvollen Alternative Rock und sorgen dafür, dass das Publikum schon früh auf Betriebstemperatur kommt. Viel Bewegung, große Refrains und ein Sound, der bestens als Auftakt für den Hauptact funktioniert. Die ersten Reihen singen die Songs schon mühelos mit.
Moon Shot © Nordevents
Als Die Happy schließlich die Bühne betreten, dauert es nur wenige Sekunden, bis klar ist: Die Chemie stimmt noch immer. Sängerin Marta Jandová ist sofort präsent, scherzt mit dem Publikum und treibt die Songs mit ihrer markanten Stimme voran. Gitarrist Thorsten Mewes verrät zwischendurch, dass die Band einfach noch einmal richtig Bock hatte – auf neue Songs, auf Studioarbeit und vor allem darauf, wieder gemeinsam auf Tour zu gehen.
Ein klassisches Album gibt es diesmal allerdings nicht. Die neuen Songs erscheinen nach und nach. Aktuelle Single ist „All I Ever Wanted“, die live bereits bestens funktioniert. Besonders viel Resonanz bekommt aber der Titelsong der Tour: „Empathy Is No Weakness“. Marta erzählt, dass der Titel auf eine Aussage von Elon Musk zurückgeht, der Empathie einmal als größte Schwäche der Menschheit bezeichnet habe. Die Band sieht das genau anders – und das Publikum in Bremen offensichtlich auch. Der Song trifft einen Nerv.
Dass das Modernes für Die Happy kein neues Terrain ist, zeigt sich in einer kleinen Anekdote. Marta erinnert sich daran, hier vor einigen Jahren von einem Fan eine Kette mit Anhänger geschenkt bekommen zu haben. Sie habe sie noch immer zu Hause, erzählt sie und fragt spontan ins Publikum, ob der damalige Schenker vielleicht wieder da sei. Doch trotz suchender Blicke bleibt der Platz leer – ein kleiner, charmant persönlicher Moment in einem ansonsten energiegeladenen Set.
Die Happy sind mit ihrem Publikum älter geworden – aber kein bisschen leiser.
Die Happy © Nordevents
Für eine Überraschung sorgt später ein eher ungewöhnlicher Abstecher in elektronische Gefilde. Die neuen Songs entstehen derzeit bei einem Label, das H. P. Baxxter gehört – bekannt als Frontmann von Scooter. Der Deal dabei: Ein Song sollte im Technostil aufgenommen werden. Das Ergebnis bekommt Bremen live zu hören – eine Techno-Version des Bandklassikers „Like a Flower“. Gitarrenriff trifft auf treibenden Beat, und erstaunlicherweise funktioniert diese Mischung live erstaunlich gut.
Musikalisch zeigen Die Happy insgesamt, warum sie seit 1993 zur festen Größe im deutschsprachigen Alternative Rock gehören. Die Songs sind druckvoll, die Band wirkt eingespielt, und Marta Jandová ist nach wie vor eine Frontfrau, die mühelos einen ganzen Club in Bewegung versetzen kann.
Und doch liegt über dem Abend auch ein leicht nostalgischer Blick zurück. Während man singt, springt und sich fühlt wie früher, fällt beim Blick durchs Publikum auf: Diese Band begleitet ihre Fans schon lange. Gefühlt sind alle noch Anfang 20 – realistisch betrachtet liegt der Altersdurchschnitt eher zwei Jahrzehnte darüber.
Doch genau das macht diesen Abend aus. Die Happy sind mit ihrem Publikum älter geworden – aber kein bisschen leiser.






















































