Sportfreunde Stiller feiern in der Inselpark Arena ihren 30. Bandgeburtstag
Hamburg, 12.05.2026 – Wenn eine Band ihr 30-jähriges Bestehen feiert, könnte das schnell nach Wehmut und Klassentreffen-Stimmung klingen. Die Sportfreunde Stiller machen am Dienstagabend in der ausverkauften Inselpark Arena in Wilhelmsburg das genaue Gegenteil daraus: einen Abend, der mehr nach Aufbruch als nach Abschied klingt.
Schon der Einstieg ist ein kleines Statement. Die Halle taucht in tiefes Blau, eine spacige, fast schwerelose Version von „Wunderbaren Jahren“ schwebt durch den Raum – und dann setzt das Trio aus Peter Brugger, Florian Weber und Rüdiger Linhof ohne große Geste mit dem Original ein. Auf der Videoleinwand prangt eine riesige 30. Tatsächlich, denkt man kurz, drei Jahrzehnte schon.
Sportfreunde Stiller © Nordevents
Vom Italo-Pop bis zur Mitsing-Hymne
Dass der Abend keine reine Greatest-Hits-Andacht wird, macht direkt der zweite Song klar: „Ti amo Italiano“, einer der neuen Titel, klingt zwischen den Klassikern erstaunlich selbstverständlich. Danach geht es Schlag auf Schlag mit „Komm schon“, „Candlelight & Hardcore“, „Hymne auf dich“ und „Frühling“. Spätestens bei „Applaus, Applaus“ wird deutlich, was diese Band live so verlässlich macht – knapp 4.000 Menschen passen in die Arena, und nahezu jede Kehle scheint den Refrain auswendig zu kennen. „New York, Rio, Rosenheim“ und „Wie lange sollen wir noch warten?“ gehen ebenso mühelos ins Publikum über, bevor mit „Keine Blumen ohne Regen“ der nächste neue Song eingeschoben wird. Material vom kommenden Album „Happy Birthday“, das im Juni erscheint und live überraschend gut zwischen den alten Stücken sitzt.
Eine Premiere und ein zeitloser Höhepunkt
Bemerkenswert mittendrin: „Fast wie von selbst“ erlebt an diesem Abend seine Tourpremiere. Es ist einer der ruhigeren Momente, bevor mit „7 Tage, 7 Nächte“, „Du bist eine Bank“ und „Ich, Roque“ wieder das Tempo angezogen wird.
Dann der heimliche Höhepunkt. „Ein Kompliment“ hat inzwischen mehr als zwei Jahrzehnte auf dem Buckel, und doch wirkt der Song an diesem Abend, als hätte ihn die Halle gerade erst für sich entdeckt. Vier Minuten lang scheint die ganze Arena gemeinsam ein bisschen verliebt zu sein. Direkt im Anschluss schalten Brugger, Weber und Linhof mit „I’m Alright!“ und „Siehst du das genauso?“ wieder hoch – ein Hauptset-Finale, das eher nach Tanzfläche als nach Schlusspunkt klingt.
Zwei Zugabenblöcke und ein zufriedener Schlusssatz
Dass die Band noch lange nicht ans Aufhören denkt, zeigen die Zugaben. Im ersten Block kommen „Der Titel vom nächsten Kapitel“, „1. Wahl“, das fast schon historische „Wellenreiten ’54“ und „Das Geschenk“. Der zweite Block ist dann reine Liebeserklärung an die eigenen Anfänge: „Lass mich nie mehr los“, „Es muss was Wunderbares sein (von mir geliebt zu werden)“ und zum Abschluss „Auf der guten Seite“ – ausgerechnet jener Song, mit dem die Sportfreunde 2002 endgültig im deutschen Indie-Mainstream ankamen.
„Was für eine verdammt krasse Reise. Und heute stehen wir hier und es ist schöner denn je“, fasst Brugger gegen Ende zusammen. Pünktlich machen die drei Schluss – ab 22 Uhr gilt in der Inselpark Arena Nachtruhe. Was bleibt, ist ein Abend, der zeigt, dass die Sportfreunde Stiller mit 30 nicht in Würde altern, sondern einfach weitermachen, als wäre das die natürlichste Sache der Welt.






























