Hamburg, 19.06.2026 – Bei 32 Grad gastierten Steel Panther am Freitagabend im Docks Hamburg im Rahmen ihrer aktuellen „Europe Twenty Twenty S€X Tour” und lieferten genau das ab, wofür die Kalifornier berühmt und berüchtigt sind: eine Show, die zwischen hemmungslosem Spektakel und echtem musikalischem Handwerk kaum Zeit zum Durchatmen ließ. Mit Lucie Sue als Support war der Abend von der ersten Note an klar ausgerichtet – laut und kompromisslos.
Lucie Sue © Nordevents
Den Auftakt machten Lucie Sue, die das noch leicht verhaltene Publikum mit einer direkten und selbstbewussten Rockshow empfingen. Keine langen Ansagen, kein Abtasten – die Band spielte ihr Set mit einer Energie, die man bei Vorbands nicht immer voraussetzen kann. Der Sound passte zum Abend, die Bühnenperformance überzeugte, und wer vorher noch nie von Lucie Sue gehört hatte, kannte den Namen spätestens beim letzten Song.
Steel Panther © Nordevents
Trotz schweißtreibender 32 Grad hatten sich viele Fans in bunte Leggings, Leopardenmuster und voluminöse Perücken geworfen. Dass die Temperaturen eher nach Freibad als nach Haarspray und Spandex verlangten, spielte dabei offenbar keine Rolle. Als Michael Starr, Satchel, Spyder und Stix die Bühne betraten, war klar, dass die Temperatur im Docks noch weiter steigen würde. Steel Panther eröffneten den Abend standesgemäß mit „Eyes of a Panther“, ehe die folgenden Songs die bereits aufgeheizte Menge endgültig auf Betriebstemperatur brachte.
Dazwischen gehörte Hamburg ganz Frontmann Michael Starr und Gitarrist Satchel: Die Ansagen sind Show für sich, laut, anzüglich und mit einer Mischung aus gespielter Selbstverliebtheit und echtem Publikumskontakt. Immer wieder sorgten die Interaktionen zwischen den Bandmitgliedern für Gelächter und zeigten, dass Steel Panther auch nach mehr als zwei Jahrzehnten nichts von ihrem Gespür für Selbstironie eingebüßt haben.
Girl From St. Pauli
Für besondere Begeisterung sorgte der Song „Girl From Oklahoma“, als Steel Panther eine Freiwillige aus dem Publikum auf die Bühne baten. Die Wahl fiel auf Eve Champagne, Hamburgs „Queen of Burlesque“ und Gründerin von Metalesque. Mit sichtbarer Freude am Spiel und reichlich Bühnenroutine machte sie den Moment zu einem der Höhepunkte des Abends und brachte die Musiker zum Schwitzen. Sehr zur Freude des Publikums, das den spontanen Auftritt frenetisch feierte.
Musikalisch setzte die Band auf einen bewährten Mix aus Klassikern und neueren Songs. Mit Titeln wie „Mother’s Day“, „Death to All but Metal“ und „Community Property“ verwandelte sich das Docks immer wieder in einen einzigen Chor, die Fans sangen jede Zeile lautstark mit. Ein weiterer Höhepunkt folgte bei „17 Girls in a Row“, als die Band zahlreiche Frauen aus dem Publikum auf die Bühne holte – und die Einladung wurde nur allzu gerne angenommen. Was folgte, gehört längst zum festen Steel-Panther-Repertoire: Tanzende und posierende Fans und eine sichtbar gut gelaunte Band. Die Mischung aus Glam Metal, ausgelassener Stimmung und hochsommerlichen Temperaturen forderte ihren Tribut. Wer das Docks an diesem Abend mit trockenem T-Shirt verließ, war nicht dabei.














































