Hapags rockt wieder

Wolfgang Karg

Cuxhaven, 26.12.2025 – Nach dem Erfolg des Indoor-Festivals Hapags rockt in den letzten Jahren sollen die Hapag-Hallen auch dieses Jahr wieder vor der Jahreswende an zwei Abenden in einen wahren Rocktempel verwandelt werden. Der weihnachtliche Termin bietet sich an, die auch viele ehemalige Cuxhavener über die Feiertage bei ihren Familien sind und einerseits auf dem Weihnachtsmarkt, aber seit einigen Jahren auch in den Hapag-Hallen alte Freunde und Bekannte treffen. So wurde eine tolle Tradition für die Region geschaffen.

Am ersten Abend, dem sogenannten Local Day waren vier lokale Bands im großen Kuppelsaal am Start.

Catfish

Catfish, – unter diesem Namen gibt es viele Bands wie die britische Bluesrock-Band aus Sussex oder der gleichnamigen Band aus Achern- , ist eine junge vierköpfige Band aus Cuxhaven, die sich Ende 2023 gegründet hat. Die Band besteht aus Sängerin/ Gitarristin/ Pianistin Jolina Schmarje, Sänger/ Gitarrist Tim Philipp Neuer, Bassistin Jasmin Dröge und Schlagzeugerin Anna Harnisch. Um 18:30 Uhr betraten sie die Stage und spielten sehr professionell eigene Songs und ein paar Cover aus dem Bereich Indie-Rock und Pop.

Catfish © Nordevents (Antje und Wolfgang Karg)

Kein Wunder

Gegenüber der nächsten Band Kein Wunder sind Catfisch eigentlich schon alte Hasen. Denn Kein Wunder hatte ihren ersten öffentlichen Auftritt im Juli dieses Jahres in der Musikbar Franzler und Nordevents hatte damals berichtet. Im vergangenen halben Jahr hat sich einiges getan, durch Auftritte auf kleinen Festivals sogar in Hessen hat sich der Bekanntheitsgrad schlagartig erhöht.

Auch an diesem Abend konnte die Band kraftvollen Mischung aus unterhaltsamen, kritischen Texten und eingängigen Melodien im Bereich Deutschrock-Punk-Pop jenseits des Mainstreams begeistern.

Sängerin „Else“ trat im weißen Outfit und einer pinken „Püppi“ auf dem Arm vor den Vorhang und suchte Sender in einem alten Radio. Dann sag sie mit beachtlicher Stimme als Intro eine operhafte Version des Weihnachtsliedes „Stille Nacht“. Der Vorhang fiel und es ging auf die Bühne, wo die anderen Bandmitglieder schon mit punkigen Rhythmen warteten.

Sie führte die Band mit ihrer markanten Stimme und energiegeladenen Performance an, mit einer Prise Nina Hagen in Mimik und Gesang und unermüdlichen Gesten und Bewegungen. Ulf Techmann bearbeitete den Bass, der zweite Ulf überzeugte mit exzellentem Gitarrenspiel. Jan Happersberger am Schlagzeug sorgte dafür, dass die Songs nach vorne gingen. Bei den 14 Songs der Setlist durften Seefrau, „Fresse auf Callenge“, „Zwischen Baum und Borke“ sowie„Im Sommer“ nicht fehlen. Allesamt Songs mit Inhalt und kritischen Themen.

Auch mit diesem Auftritt dürfte die Band wieder neue Fans gewonnen haben.

Kein Wunder © Nordevents (Antje und Wolfgang Karg)

Mont Go

Mont Go gibt es schon seit 2012. Nach 8 Jahren Pause gab es in 2024 das Comeback mit erweiterter Besetzung. Stephan Wagner Krüger (Gesang) und Olly Lagemann (Bass) – beide bekannt durch die Cuxhavener Kultband Cats TV, Marco Paladino (Gitarre), Michél Diemert (Schlagzeug) und Kai Wolter (Gitarre, „Impulz“). 

Der Oper „Ohne Mich„, das mit kantigen Riffs rockende „Ein Spiel“ und die mit treibenden Beats unterlegte Liebeserklärung „Madlen“ sind Ohrwürmer und das Cuxhavener Publikum war textsicher. „Es Ist Zeit„, und „In Flammen“ erinnern mit hymnischem Drive ein wenig an Die Toten Hosen. Der neueste Song„Wenn du willst“ mit poppigen Rhythmen und harten Gitarren durfte auch nicht fehlen.

Für die Lieder „Was bleibt“ und das Corey Hart -Cover„Sunglasses At Night“ unterstützte in Otterndorf geborene Rapper, Beat- und Video-Producer Shocky mit seinen Rapeinlagen. Er war bereits Bestandteil der Punkband Swiss & Die anderen und hat auch schon mit MC Ferris (ehemals Deichkind) zusammen gearbeitet. Nach den 15 Songs des normalen Sets forderten die Zuschauer eine Zugabe, die sie auch bekamen. Davor gab es noch das Lied „Auf der Reeperbahn nachts um halb eins“ gesungen und auf dem Akkordeon gespielt von Jolina Schmarje.

Mont Go © Nordevents (Antje und Wolfgang Karg)

Rauschflut

Zuletzt gab sich ab 22:40 Uhr die Gnarrenburger Rauschflut (unser → Interview) die Ehre, die im letzten Jahr ihr 10-jähriges Bestehen feierten. Sie spielten in den letzten Jahren oft den Support für die Hamburger „Roggenrohl“-Band Ohrenfeindt. Sänger Marko Butt, Gitarrist Rasco Hartig-Perschke und Bassist Michael Klöckner stehen für handgemachte Rockmusik und lieferten norddeutschen Brett-Rock vom Feinsten.

Schick gekleidet mit glänzend-roten Jacken brachten Rauschflut mit ihrer einzigartigen Mischung aus Rockmusik, tiefgründigen und humorvollen Texten sowie leidenschaftlichen Live-Performances jede Menge Energie auf die Bühne und heizten so richtig ordentlich ein. Los ging es mit dem Song „Nein Doch Oh“, für diejenigen, denen der Titel zu schwer war, stand er noch einmal auf einem Flipchart auf der Bühne. Die vier Musiker mit neuem Schlagzeuger Matthias Bohling veröffentlichten jüngst zwei brandneue Songs: „Liv Tyler“ und die Erkenntnis „Elvis war mal blond“. Beide standen auch auf der Setlist. Nach 11 kantigen und authentischen Songs gab es noch 3 Songs Zugabe.

Rauschflut © Nordevents (Antje und Wolfgang Karg)

Insgesamt war es ein wundervoller Rockabend mit professionellen lokalen Bands, zu dem gerne etwas mehr Zuschauer hätten kommen können. Am folgenden Tag gibt es den 2. Teil von Hapags rockt mit der Bryan Adams Tributeband RECKLESS sowie den Hippies Sweety Glitter And The Sweethearts aus Braunschweig! Beste Partystimmung also auch ein zweites Mal garantiert.


Weitere Konzertbeiträge
Schon geteilt?