Heidenfest in Hamburg: Zwischen Met und Metal

Laura Fatteicher

Hamburg, 11.01.2026 – Das Heidenfest gehört seit 2008 zu den prägenden Tourformaten im Pagan-, Viking- und Folk-Metal, auch wenn es nicht in jedem Jahr stattfand. Anders als klassische Open-Air-Festivals ist das Heidenfest als wanderndes Festival konzipiert, das in Clubs und Hallen zahlreicher Städte Station macht und dabei stets wechselnde, hochkarätige Line-ups präsentiert. In der Markthalle Hamburg traf diese besondere Festivalform am Sonntagabend auf ein Publikum, das spürbar auf die Rückkehr dieses Formats gewartet hatte. Das diesjährige Line-up reicht von den trinkfesten Klängen Korpiklaanis über die epische Schwere von Moonsorrow bis hin zu Heidevolk, Trollfest bis zu den maritim-folkigen The Dread Crew of Oddwood.

The Dread Crew Of Oddwood + Trollfest © Nordevents

Den Auftakt übernahm die Piratenband The Dread Crew of Oddwood. Mit traditionellen und Instrumenten und rauem Seemannsgesang brachten sie Kneipenstimmung auf die Bühne und verwandelten die Markthalle binnen Minuten in eine Hafenbar. Die Band verstand es, das Publikum früh abzuholen – auch wenn zu diesem Zeitpunkt die Halle nicht sonderlich gefüllt war.

Mit Trollfest kippte die Stimmung endgültig in Richtung ausgelassene Eskalation. Die Norweger verwandelten die Markthalle in eine kollektive Feierzone und durchbrachen die klassische Trennung zwischen Bühne und Publikum. Zum Song „Pina Colada“ zog der Gitarrist eine Polonaise quer durch die Location, der sich zahlreiche Fans anschlossen. Spätestens zu diesem Zeitpunkt waren die Besucher des Heidenfests endgültig in Partylaune.

Heidevolk + Moonsorrow © Nordevents

Anschließend brachten die Niederländer von Heidevolk erdigen Pagan-Metal auf die Bühne, getragen von zweistimmigem Gesang und hymnischen Refrains. Thematisch tief in Geschichte und Mythologie verwurzelt, wirkte ihr Auftritt deutlich bodenständiger und ernster. Das Publikum feierte die Band und zeigte sich besonders textsicher bei ihren Hits Saksenland“ und „Vulgaris Magistralis“.

Einen etwas größeren Kontrast dazu bildete der Auftritt von Moonsorrow. Die Finnen tauchten die Markthalle in dunkles Licht und dichte Klangwände. Lange, epische Songs, getragen von melancholischer Schwere und atmosphärischer Intensität, verlangten dem Publikum Aufmerksamkeit und Ausdauer ab. 

Korpiklaani © Nordevents

Den Abschluss des Abends bildeten schließlich Korpiklaani, die das Heidenfest wieder in eine ausgelassene Feier verwandelten. Mit ihrem unverkennbaren Folk-Metal-Sound und jeder Menge Trink- und Mitgröhl-Hymnen brachten sie die Markthalle ein letztes Mal zum Kochen. Geige, Akkordeon und rauer Gesang sorgten für kollektive Bewegung und ausgelassene Stimmung. 

Das Heidenfest 2026 bewies damit einmal mehr seine Stärke: ein vielseitiges Line-up, das unterschiedliche Facetten von Folk- und Pagan Metal vereint. In der Markthalle Hamburg entfaltete dieses Konzept seine volle Wirkung und hinterließ ein sichtlich zufriedenes Publikum.


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