Irish Heartbeat Festival 2026 – Der Sound Irlands live

Wolfgang Karg

Cuxhaven, 15.03.2026 – Rund um den irischen Nationalfeiertag St. Patricks Day findet im Kuppelssal der Cuxhavener Hapag-Hallen alljährlich das Irish Heartbeat Festival statt. Und regelmäßig ist es auch ausverkauft. Die Tour bringt seit 37 Jahren (seit über 20 Jahren in Cuxhaven) sowohl ihre traditionellen als auch innovativen Elemente in die Hallen. Drei Jahre älter ist der Jazz und Folk Club Cuxhaven e. V. und er feiert somit dieses Jahr sein 40. Jubiläum.

Der Herzschlag Irlands live

Die Veranstaltungsreihe Irish Heartbeat 2026 versprach einen Abend voller irischer Musik, Tanz und Kultur – und genau das bekam das Publikum auch zu erleben. Zusammengestellt und moderiert wurden sie wieder von Petr Pandula, der in Dublin lebt. Er hatte wieder einen grünen Kleeblattanzug angezogen (grün ist die Farbe der Verbundenheit zu Irland) und moderierte in amüsanter Weise durch das Programm.

Gleich zu Beginn musste er aber einen Act-Ausfall mitteilen. Das One man Celtic orchestra konnte nicht auftreten. Das Orchester ist eigentlich nur der bretonische Multiinstrumentalist und Loop-Musiker Yann Honoré, der 2 Tage vor der Tour in seinem Haus schwer gestürzt war und nun 4 Wochen Bettruhe verschrieben bekommen hat. Laut Petr Pandula ist es äußerst schwierig einen Act kurzfristig für eine 3-Wochen-Tour zu finden. Das kam ihn die junge Newcomerin Sophy Marie in den Sinn, die gerade ihre Tour in den USA absolviert hatte. Er erreichte sie noch am Flughafen und frage sie: „hast du Zeit?“ Sie sagte zu und fragte, wann die Tour denn wäre und ob sie noch ihre Wäsche waschen könne. Erantwortete nur: „Die Tour beginnt morgen. Ich würde keine Wäsche mehr waschen, die wird nicht mehr tircken!“


Julia Maria

Und so begann der Abend mit den ruhigen Songs von der Singer-/Songwriterin Julia Maria. Die klassisch ausgebildete Cellistin hat bereits eine EP „The Skin I´m In“ herausgebracht und arbeitet an ihrem ersten Studioalbum. Es gab hypnotischen, folkigen Gesang, und eindringliche Texte, z.B. einen Song über den Tod ihres Hundes 2022.


Julia Maria © Nordevents – Antje und Wolfgang Karg

EVA COYLE & BAND

Nach kurzer Umbauphase trat die Singer-Songwriterin Eva Coyle aus Athlone auf. Ihre Stimme hat ein außergewöhnliches Timbre – sanft, doch kraftvoll, berührend und zugleich erfrischend.

Eva Coyle © Nordevents – Antje und Wolfgang Karg

Coyle ist Keyboarderin und Akkordeonistin, die bei den Instrumentals so richtig in die Tasten griff. Ihre Vorliebe für die skandinavische Folktradition machte ihre Musik noch facettenreicher. Nach ihrer EP „Feels like Rain“ (2018) begeisterte das Album „Down to the Shore“ (2022) Publikum und Kritiker gleichermaßen.

Zum unverwechselbaren Klang der Band tragen weitere drei herausragende Musiker bei: Sean O’Dalaigh (Fiddle, Gesang) verlieh den Songs orchestrale Tiefe, setzt markante Harmony Vocals und entfacht mit energiegeladenen Jigs & Reels pure Lebensfreude. John Shanagher an der Gitarre und Stephen Shanly an den Drums gaben mit treibenden Grooves dem Sound der Band eine packende Dynamik.Die Band gab auch die inoffizielle Nationalhymne „Oh Danny Boy“ zum Besten.

Old Ireland meets new Ireland

Laut Petr Pandula hatte er die Band BILLOW WOOD schon öfters für die Tour angefragt, dieses Jahr klappte es. Das mittlerweile zwei der Musiker Lehrer sind und eigentlich nur in den Ferien Zeit haben, machte es nicht leichter. „Aber aufgrund der steigenden Lebenshaltungskosten auch in Irland kommt ein Gymnasiallehrer auch gerne für eine dreistellige Gage mit auf Tour“ so Pandula. Die fünf Musiker aus der nordwestlichen Grafschaft Mayo spielen sowohl modern, hip als auch respektvoll und sind in der irischen Tradition verwurzelt. Seit über einem Jahrzehnt sind sie auf Tour bzw. Mission: Old Ireland meets new Ireland. Sie schreiben den überwiegenden Teil ihrer Songs selbst.

BILLOW WOOD © Nordevents – Antje und Wolfgang Karg

Bekannt ist die Band, die aus Mark O’Donnell (Gesang, Gitarre, Fiddle), Emily O’Donoghue (Gesang, Mandoline, Gitarre), Harry Lawler –(Gesang, Harfe, Gitarre), Andrew Cronin (Gesang, Bodhrán und Whistles) und Andy Dempsey (Schlagzeug und Percussion) besteht, besonders für ihren mehrstimmigen Gesang. Sie sind gerne gesehene Gäste beim größten irischen Festival – dem Electric Picknick mit gut 160.000 Besuchern. Auch Ihre Deutschkenntnisse sind gut. Mark O’Donnell begrüßte mit „Hallo wie geht´s?“ und Harry Lawler kannte zumindest das deutsche Wort „Stau“. Die Band war vor ca. 8 Jahren schon einmal in Cuxhaven und erinnerten sich an den markanten Kuppelsaal..

Typische Instrumente der Band sind unter anderem Harfe, Fiddle, Tin Whistle, Bodhrán, Akkordeon und Gitarre. Viele ihrer Songs sind Eigenkompositionen, die sich thematisch mit dem heutigen Leben in Irland beschäftigen.

Ein Abend wie ein Pub in Dublin

Zum Abschluss des Abends spielten alle Musiker wie immer gemeinsam eine Session. Hier hielt es die Zuschauer nicht mehr auf ihren Stühlen. Nach gut 3 Stunden inklusive 2 Umbauphasen war ein hörenswerter irischer Abend zu Ende. Der Abend zeigte eindrucksvoll, wie lebendig und vielseitig die irische Kultur ist und hinterließ beim Publikum viele schöne Eindrücke. „Irish Heartbeat“ wird es in Cuxhaven wieder am 06. März 2027 geben.


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