K.I.Z in Hamburg – Abriss auf der Trabrennbahn

Laura Fatteicher

Hamburg, 09.08.2025 – Wenn K.I.Z zur Show laden, weiß man, dass es laut, wild und unvergesslich wird. Für ihr gestriges Konzert hatten die Berliner Rapper die Hamburger Trabrennbahn auserkoren – und rund 30.000 Fans folgten dem Ruf. Bis zum Einlass blieb jedoch ein großes Geheimnis ungelüftet: die Support-Acts.

OG LU & SSIO © Nordevents

Als erster Act des Abends betrat OG LU die Bühne und machte sofort klar, dass sie nicht zum Warmspielen gekommen war. Mit ihrer markanten, tiefen Stimme auf kompromisslosen Trap-Beats rappte sie über Kampfsport, Kiffen und ihre Abneigung gegenüber der Polizei. Direkt, roh und ohne Filter – eine Mischung, die das Publikum innerhalb weniger Minuten packte. Kurz darauf folgte SSIO, der mit seinem unverwechselbaren Humor, dicken Beats und lässigen Moves das Publikum noch weiter anheizte. Die Stimmung war bereits auf einem Level, bei dem klar war: Der Hauptact würde heute nicht viel tun müssen, um die Trabrennbahn zum Explodieren zu bringen.

K.I.Z © Nordevents

Deutscher Rollstuhl-Rapmit K.I.Z

Doch K.I.Z fuhren trotzdem volle Geschütze auf – und das fast zweieinhalb Stunden lang. Dabei war schon der Auftritt von Maxim eine kleine Sensation: Erst vor wenigen Wochen hatte er sich das Bein gebrochen, doch anstatt die folgenden Shows abzusagen, kam er kurzerhand mit einem Rollstuhl auf die Bühne. Ein Hindernis? Fehlanzeige. Mit einer Mischung aus Selbstironie und einer Flasche Crémant zog er die Performance genauso konsequent durch wie seine Kollegen Tarek und Nico.

Mit einer perfekt ausbalancierten Setlist ausTracks vom aktuellen Album „Görlitzer Park“ und Klassikern wie „Bier“ oder „VIP in der Psychiatrie” schafften es K.I.Z, das Energielevel von der ersten bis zur letzten Minute hochzuhalten. Zur Mitte der Show übernahm kurz Joe von den Drunken Masters das Ruder und legte ein DJ-Set mit den Hits der letzten Jahre auf. Selbst „Kannibale in Zivil“ wurde angespielt und die Menge salutierte dazu. Währenddessen zogen sich die Rapper im Hintergrund um und kehrten in ihren schwarzen Uniformen zurück, die man noch von früheren Auftritten kennt. Mit Songs wie „Walpurgisnacht“, „Undertheker“ und „Wahrheit“ trieben sie die Stimmung auf ein neues Level.

Immer wieder nahmen sich die Berliner Zeit für humorvolle Ansagen und kleine Provokationen, die das Publikum feierte. Zwischen kleineren Moshpits, kollektiven Chören und ausgelassenem Tanzen entstand eine Atmosphäre, die man auf einem Open-Air selten so geschlossen erlebt.

Im Finale folgte natürlich „Ein Affe und ein Pferd“, bevor mit „Familienfeier“ endgültig der Deckel draufgemacht wurde – ein kollektiver Ausbruch, der die Trabrennbahn zum Abschluss noch einmal erbeben ließ.


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