Die schwarze (La)Fee zurück in Hamburg

Laura Fatteicher

Hamburg, 05.11.2025 – In der Großen Freiheit 36 präsentierte LaFee am Dienstagabend ihre aktuelle „Schatten & Licht“-Tour. Bekannt wurde sie Mitte der 2000er mit Songs wie „Virus“ und „Heul doch“, die sie zur Stimme einer ganzen Teenie-Generation machten. Nach einer längeren Pause und mehreren Jahren abseits der großen Bühnen meldete sich die Sängerin 2021 mit neuem Sound zurück. Vor ausverkauftem Haus zeigte sie, dass dieser Neuanfang mehr als nur ein Comeback ist.

Arella © Nordevents

Doch den Auftakt machte Arella. Mit melancholischen Texten, urbanem Sound und druckvollen Beats brachte das Duo die Bühne zum Glühen. Humorvoll und selbstironisch zeigte die Sängerin, dass Musik Spaß machen und dennoch eine starke Botschaft transportieren kann. Das Publikum brauchte keine „Gewöhnungsphase“, sondern war direkt beim ersten Song am Feiern. Auch erste Hörproben ihrer neuen EP „Kätzchen und Kettensägen“, die im Dezember erscheint, wurden begeistert aufgenommen.

LaFee © Nordevents

Während sich die Location in der Umbaupause immer weiter aufheizte, wurde das Publikum mit Songs der 2000er auf den Hauptact vorbereitet. Lauthals sangen hunderte Menschen zu „Daylight in Your Eyes”, „Durch den Monsun” und Co. mit – bis das Licht ausging und die Silhouette von LaFee hinter dem Vorhang in Erscheinung trat. Die Band eröffnete mit dem Titeltrack „Schatten und Licht“: ein sehr persönliches Stück über den schnellen Aufstieg, der Christina Klein, wie die Künstlerin mit bürgerlichem Namen heißt, als Teenagerin über Nacht erwachsen machte.

Den ersten großen Freudenschrei erhielt “Was ist das”, bei dem die Fans lauthals mitsangen. Doch auch die neuen Songs hinterließen bleibende Eindrücke, da viele den unverwechselbaren Charakter ihrer frühen Hits transportierten. Tränen flossen spätestens bei „Silberlicht“, einem Song, der an diesem für LaFee dunklen Tag seine volle Bedeutung entfaltete.

Im Publikum größtenteils Frauen zwischen 20 und 35 Jahren, die ihr Idol vom ersten bis zum letzten Song feierten. Wie viele ihrer Fans von damals ist auch die Sängerin älter geworden. Seit über zwei Jahren ist sie Mutter eines kleinen Sohnes, dem sie das Lied „Gespenster“ widmete – eine rockige, nachdenkliche Ballade über das Loslassen. „Noch ist er klein“, erzählt sie, „aber irgendwann müssen wir alle lernen, loszulassen.“

Jetzt erst recht!

Gegen Ende des Sets kehrte LaFee noch einmal mit fünf Zugaben auf die Bühne zurück. Darunter Klassiker wie „Heul doch“, der als krachende Metalversion die Große Freiheit zum Beben brachte. Für den letzten Song holte LaFee einen Fan auf die Bühne, mit der sie gemeinsam “Virus” sang – unter lautstarker Unterstützung des Publikums. An diesem Abend wurde in Hamburg deutlich, dass LaFee nicht nur zurückgekehrt, sondern angekommen ist.


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