Hamburg, 05. Juni 2026 – Madsen sind seit über zwei Jahrzehnten eine feste Größe in der deutschen Indie-Rock-Szene. Unzählige Konzerte, Festivals und eine treue Fanbase begleiten die Band aus dem Wendland seit jeher. Nachdem sie im vergangenen Winter den krönenden Abschluss ihrer Jubiläumstour in der ausverkauften Sporthalle Hamburg feierten (Bericht), kehrten sie nun für ein ganz besonderes Highlight zurück: Exakt am Tag der Veröffentlichung ihres zehnten Studioalbums „SMILE“ (–> Album-Rezension und –> Interview) lud die Band zur großen Release-Party auf die Freilichtbühne im Stadtpark.
Bevor Madsen selbst die Bühne betraten, sorgte die Duisburger Band Kochkraft durch KMA für den passenden Auftakt. Mit druckvollem Sound, dicker Punk-Attitüde und viel Humor heizten sie dem Publikum ordentlich ein. Obwohl kurz vorher noch ein heftiges Unwetter drohte, verzog sich der Regen pünktlich. Wetterbedingt kamen viele Zuschauer zwar erst etwas später, doch die Band eroberte die bereits Anwesenden im Sturm.
Kochkraft durch KMA © Nordevents
Mit unkonventionellen Songs wie „Gutes Arbeitsklima, trotzdem kalt“ oder „Die DJ hat ne REM-Phase und ich gleich auch“ brachten sie die Freilichtbühne schnell in beste Tanzlaune. Selbst ein plötzlicher Synthesizer-Aussetzer tat dem Auftritt keinen Abbruch. Spätestens bei „Influencer:innen hassen diesen Trick“ war das Hamburger Publikum perfekt eingestimmt.
Eine Premiere nach 22 Jahren Bandgeschichte
Pünktlich kurz nach 20 Uhr betraten Sebastian (Gesang, Gitarre), Johannes (Gitarre, Gesang) und Sascha Madsen (Schlagzeug) gemeinsam mit Bassist Niko Maurer, Keyboarderin Lisa Who, Gitarrist Martin „Mücke“ Krüssel und Live-Unterstützer „Thomas“ die Bühne. Vor rund 3.500 Fans startete ein Abend unter besonderen Vorzeichen: Trotz über 22 Jahren Bandgeschichte spielten Madsen zum allerersten Mal auf der legendären Freilichtbühne im Hamburger Stadtpark.
Madsen © Nordevents
Dass die Band nach fast einem halben Jahr Live-Pause heiß auf den Auftritt war, spürte man sofort und das Publikum erwiderte diese Energie vom ersten Akkord an. Nach dem Opener und Titeltrack „Smile“ dröhnte der Live-Garant „Macht euch laut“, und im Stadtpark gab es kein Halten mehr. Die Stimmung war auf dem Siedepunkt: Überall schossen Hände in die Höhe, es wurde geklatscht, im Takt gewunken und die ersten Moshpits öffneten sich. Sebastian Madsen rief den Fans entgegen, dass dies ein schöner Abend sei, „um die Kontrolle zu verlieren“ – und das Hamburger Publikum ließ sich nicht zweimal bitten. Im Handumdrehen verwandelte sich das „grüne Wohnzimmer“ in ein brodelndes Meer aus Pogo-Kreisen und ausgelassener Feierlaune.
Von neuen Wegen bis zu seltenen Perlen
Musikalisch gingen Madsen durchaus ein Risiko ein, wie Sebastian sympathisch gestand. Die Setlist bot eine mutige Mischung: Neben Klassikern wie „Die Perfektion“ und „Du schreibst Geschichte“ setzten die Jungs einen klaren Fokus auf die brandneuen Songs. Stücke wie die treibenden „Achterbahn“ und „Auf die Barrikaden“ fügten sich nahtlos ein und wurden bereits komplett textsicher mitgesungen.
Besonders stark für die treue Fanbase: Madsen kramten auch einige selten gespielte Perlen hervor, die eine gefühlte Ewigkeit nicht mehr live zu hören waren. So feierten „Brücken“ und „Rückenwind“ eine umjubelte Rückkehr. Getragen von der gewohnt mächtigen Soundwand wechselte die Show dynamisch zwischen rotzigen Punk-Ausbrüchen und Gänsehaut-Momenten. Für ein echtes Highlight sorgte Johannes, der nicht nur das stimmungsvolle „Kein Mann für eine Nacht“ sang, sondern kurz vor dem melancholischen „1995“ auch spontan Robbie Williams’ „Angels“ anstimmte, bei dem der gesamte Stadtpark lautstark einstimmte.
Mit einem breiten Grinsen gegen die graue Welt
Als die Band nach dem regulären Set die Bühne verließ, forderte das Publikum lautstark Nachschlag. Insgesamt vier Zugaben hatten Madsen im Gepäck, darunter ein absolutes Live-Spektakel: Bei der Hymne „Nachtbaden“ tauschten Sascha und Sebastian kurzerhand die Plätze. Während Sebastian die Drums bearbeitete, ließ sich Sascha vom Publikum auf Händen tragen und sang den ersten Teil des Songs mitten aus der begeisterten Menge heraus.
Auf der Zielgeraden wurde es noch einmal emotional. Die Band betonte, wie viel ihnen dieses komplett in Eigenregie im Wendland produzierte Album bedeutet. Das Ziel der Platte sei es, ein Lächeln in eine graue Welt zu schicken. Eine Botschaft, die an diesem Abend im Stadtpark vollkommen aufging.
Zum Schluss endete das Konzert unter frenetischem Jubel mit der Hymne „Lass die Musik an“, die ein glückliches, heiser gesungenes Publikum in die Hamburger Nacht entließ. Madsen haben bewiesen, dass sie nach über zwei Jahrzehnten reifer, wacher und angriffslustiger denn je sind. Mit diesem fulminanten Auftakt steht der kommenden Tour im Herbst 2026 nichts mehr im Wege.















































































































