Schönso. Mittwochs im Rosenhof

Beeke Fitschen


Osnabrück, 11.03.2026 – Ein Mittwoch, der sich nicht nach Mittwoch anfühlte. Schon beim Betreten des Rosenhofs war zu merken, es könnte auch ein Samstag sein, da der Rosenhof nahezu ausverkauft war. Knapp 1.000 Menschen waren gekommen, um Mo Torres live zu erleben – und sie sollten an diesem Abend mehr bekommen, als nur ein Konzert.

Um 20:15 – Primetime – war es dann soweit. Mo Torres betrat mit seiner Band die Bühne. Der Opener hätte passender kaum gewählt sein können. Mit „schönso“ dem Song, der auch Namensgeber der aktuellen Tour ist, setzte Torres direkt ein klares Signal. Positive Energie, breite Grinsen auf der Bühne und ein Publikum, das vom ersten Moment an mitging – der Funke sprang sofort über. Für Torres ist diese Tour die bislang größte seiner Karriere. Noch vor einigen Jahren standen bei seinen Konzerten weniger als hundert Menschen vor der Bühne. In Osnabrück waren es nun knapp 1.000 Besucher, die den Rosenhof füllten. Ein Sichtbares Zeichen dafür, wie sehr sich der Kölner Musiker in den vergangenen Jahren eine treue Fanbase erspielt hat.

Mo Torres © Nordevents


Geboren und aufgewachsen in Köln, bewegt sich Mo Torres musikalisch zwischen Pop. Rap und Singer-Songwriter-Einflüssen. Seine Songs erzählen oft persönliche Geschichten, handeln von Freundschaft, Selbstzweifeln und dem Versuch, das Leben mit einer gewissen Leichtigkeit zu betrachten. Auch sein Künstlername hat eine Geschichte: „Mo“ ist die Kurzform seines Vornamens „Moritz“, während „Torres“ vom spanischen Familiennamen „Torres“ kommt, abgeleitet von „Torre“ für Turm.

Im Laufe des Abends zeigte Torres immer wieder, dass seine Konzerte mehr sind, als eine Aneinanderreihung von Songs. Als sein Mitsänger Cengiz plötzlich mit dem Song „Wir sind auf Tour“ die Bühne übernahem, wurde schnell klar, dass hier mehr dahintersteckt: Währenddessen hatte sich Torres unbemerkt durch die Menge zum FOH im hinteren Teil des Saals begeben.

Von dort aus spielte er zwei ruhigere Songs – mitten im Publikum. Einer davon war „Italien“, ein Lied über einen Junggesellenabschied vor drei Jahren. Doch statt nur eine Reiseanekdote zu erzählen, wurde der Moment überraschend persönlich. Von den fünf Freunden, die damals gemeinsam unterwegs waren, hätten inzwischen vier psychologische Hilfe in Anspruch genommen. Nicht, weil etwas Dramatisches passiert sei, sondern weil es manchmal helfe, mit jemandem zu sprechen, wenn man allein nicht weiterkomme. Auch er selbst habe diesen Schritt gemacht, erzählt Torres. Für ihn sei es eine der drei besten Entscheidungen seines Lebens gewesen. Seine Botschaft formuliert er dabei deutlich: Es gäbe nichts Männlicheres, als sich einzugestehen, dass man Hilfe braucht.

seine Konzerte Sollten ein Safe Space sein

Überhaupt wurde an diesem Abend deutlich, dass Torres nicht nur über Musik, sondern auch über Werte sprechen möchte. Mehrfach betont er, dass seine Konzerte ein Safe Space sein sollen – ein Ort, an dem jeder so sein kann, wie er ist. Herkunft, Identität oder persönliche Geschichte sollten hier keine Rolle spielen, solange man respektvoll miteinander umgeht. Gleichzeitig stellt er klar, dass für rechte Gesinnung auf seinen Konzerten kein Platz ist. eine Aussage, die vom Publikum mit lautem Applaus aufgenommen wurde.

Nach den ruhigeren Momenten kehrt Torres mit dem Song „Strahlemann“ wieder zur Bühne zurück – und mit ihm die gewohnt positive Energie. Den Abschluss des Abends bildet schließlich der Song „übertrieben schön“. Ein Titel, der sich in Nachhinein fast wie eine Zusammenfassung des gesamten Konzertabends anfühlt. Denn genau so bleibt wieder Mittwoch in Erinnerung: übertrieben schön.


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