Bremen, 06.12.205 – Es ist schon fast Weihnachten, wenn Night Of The Proms in der immer wieder ausverkauften ÖVB-Arena gastiert. So auch dieses Jahr. Das knapp zweieinhalbstündige Programm aus Rock, New Wave, Soul und Pop mit Alice Cooper, Joss Stone, Vanessa Amorosi, Midge Ure, das Safri Duo und Michael Schulte wurden von etwa 9000 Fans bejubelt. In diesem Jahr wird 40-jähriges Jubiläum gefeiert. Moderator Stefan Frech führte wie immer unaufdringlich und souverän durch den Abend.
Die Night Of The Proms ist ein besonderes Konzertformat, das Pop, Rock und Soul mit klassischer Musik verbindet. Internationale Popstars und Rocklegenden performen ihre Hits — jedoch nicht nur mit Band, sondern begleitet von großem Sinfonieorchester und Chor.
Night Of The Proms © Nordevents – Antje und Wolfgang Karg
Das Orchester
Das große Sinfonieorchester Antwerp Philharmonic Orchestra unter der Leitung der brasilianischen Dirigentin Alexandra Arrieche mit dem Chor Fine Fleu spielte wieder die klassischen Hits und begleitete zusammen mit einer Rockband die Solokünstler. Der Startschuss mit einem opulenten Arrangement aus „The Greatest Showman“, angeführt von Gesangssolist Rob und dem voll besetzten Orchester, war ein Statement: Hier wird Musik nicht nur gespielt, hier wird sie erlebt. Das Orchester verwandelte die Arena in einen Klangraum und es gab Stücke wie Mozarts „Lacrimosa/Dies Irae“, bei denen das Orchester und der Chor eine düster-feierliche Atmosphäre erzeugte.
Die erste Konzerthälfte
Die britische Soul- und Pop-Sängerin und Emmy-Gewinnerin Joss Stone eröffnete den Abend mit beeindruckender Soul-Stimme — Stücke wie„Right to Be Wrong“ waren voller Gefühl und haben hörbar Eindruck gemacht. Mit orchestraler Begleitung hatten die Stücke eine neue Tiefe bekommen, so wurde „Right to Be Wrong“ zu einer orchestralen Soul-Ballade.
Der schottische New-Wave / Synthpop-Pionier Midge Ure ist als Mitglied der Band Ultravox bekannt geworden. Seine Musik brachte eine nostalgisch-melancholische New-Wave-Atmosphäre mit 80er-Jahre-Melancholie; mit Orchester und Chor klangen„Dancing With Tears in My Eyes“ und „Breathe“ sehr spannend. Doch das unumstrittene Highlight war „Vienna“, der Song hat besonders stark gewirkt.
Die australische Pop-Sängerin Vanessa Amorosi bewegt sich stilistisch flexibel zwischen Pop, Soul und Rock. Sie hatte die weiteste Anreise. Im Jahr 2000 sang bei der Eröffnungszeremonie der Olympischen Spiele in Sydney. Zur mit kraftvoller Stimme vorgetragenen „Light My Fire“ und „Absolutely Everybody“ tanzte und sang die Arena. Und dann folgte „Music“, eine Hommage an den verstorbenen John Miles, ein Song, der zur DNA der Proms gehört.
Das dänische Percussion-Duo Safri Duo verband klassisches Schlagzeug mit elektronischen und perkussiven Beats. Ihre Tribal-Percussion mit Rhythmus und Energie sorgte für eine kontrastreiche Ergänzung zum klassischen Orchester und den Pop/Soul-Stimmen.
Bei „Cinema Time“ und „Played Alive 2025“ war das Orchester nicht nur Begleiter, sondern Teil der rhythmischen Wucht. „Carol of the Bells“ im Dance-Ambiente und das treibende „The Cave“ wäre auch bei EDM-Festivals nicht fehl am Platz gewesen.
Die Zweite Konzerthälfte
Das Orchester eröffnete mit Verdis „Va pensiero“ aus Nabucco den neuen Abschnitt mit einem ruhigen Auftakt. Michael Schulte wurde durch den ESC-Hit „You Let Me Walk Alone“ bekannt. Wir hatten damals 2018 aus Potsdam vom Deutschen Vorentscheid berichtet, den er letztendlich gewann. Bei Night of the Proms vereinte er deutschen Pop mit klassischem Orchester — ideale Kombination für Fans von deutschsprachigen Popsongs in neuem Gewand. „Falling Apart“, „You Let Me Walk Alone“ und „Back to the Start“ klangen vertraut und doch neu.
Die Duette
Joss Stone und Michael Schulte harmonierten in „Ordinary“ sehr gut. Ihre Stimmen ergänzten sich, ohne einander zu übertönen. Joss Stone und Vanessa Amorosi, einmal mehr barfuss, begeisterten mit „It’s Raining Men“ und „Lady Marmalade“ die Arena.
Alice Cooper: Schock-Rock trAF Symphonie
Als die Lichter ausgingen, wusste jeder: Der Moment kommt, auf den viele (wir auch) gewartet hatten. Die Rocklegende und Ikone des „Shock Rock“, Alice Cooper betrat mit seiner Frau und Tänzerin Sheryl Cooper, Tommy Henriksen und der Ausnahmegitarristin Nita Strauss die Bühne. Wir hatten ihn und seine Musiker dieses Jahr bereits bei der Jubiläumsfeier von Scorpions im Hannoveraner Stadion gesehen und er hatte uns da schon begeistert.
Die Mischung aus theatralischem Rock, ikonischen Songs und dem orchestralen Fundament war einzigartig. Bei Night of the Proms performte Alice Cooper seine Rock-Vergangenheit in Kombination mit Orchester und Chor — eine ungewöhnliche, spannende Mischung aus klassischem Klang und Rock-Attitüde.
„Only Women Bleed“ bekam durch die Streicher eine schöne emotionale Tiefe. „Might As Well Be On Mars“ baute atmosphärisch auf, bevor „School’s Out“ zum explosiven Höhepunkt wurde.
Come Together zum Finale
Zum Finale kamen alle Künstlerinnen und Künstler zurück auf die Bühne. In der Regel schließt ein Beatles-Song den Abend ab. Nachdem der Beatles-Song „Hey Jude“ in den letzten Jahren schon zu oft gespielt wurde, gab es nun „Come Together“ in einer kraftvollen Rock-Symphonie-Version. Es eine Zusammenfassung dessen, was die Night of the Proms ausmacht: Gemeinsamkeit und die Freude an Musik ohne Genre-Grenzen.
Die Veranstaltung zeigte einmal mehr, warum das Format der Night of the Proms seit Jahrzehnten erfolgreich ist. Die Mischung aus orchestral-klassischen Elementen, Pop, Soul und Rock plus eine hochkarätige Künstlerliste sorgte für ein sehr abwechslungsreiches, emotionales und mitreißendes Erlebnis. Für alle Musikfans, die offen für Genre-Mix sind, war das Konzert ein echtes Erlebnis. Und so wurden bereits nach Ende der Veranstaltung wieder fleißig Tickets für das nächste Jahr gekauft, am 13.12.2016 ist es dann wieder soweit.






























































































































































































