Hamburg, 07.11.2025 – Wenn eine Künstlerin ihr zweites Album „Ich lieb mich, ich lieb mich nicht“ nennt, weiß man: Hier geht’s nicht nur um Pop. Hier geht’s um Widersprüche, Zweifel, Stärke und um das, was dazwischenliegt. Und genau das war zu spüren, als Nina Chuba gestern Abend in der ausverkauften Barclays Arena in Hamburg auf der Bühne stand.
Schon bevor der erste Ton erklang, bebte das junge Publikum. Als Nina mit ihrem Hit „Wildberry Lillet“ startet, ist klar: Der Abend wird groß. Ihre neue Platte zieht sich wie ein roter Faden durch die Setlist. Songs wie „Unsicher“, „Rückspiegel“ oder „Glatteis“ zeigen die reifere, nachdenklichere Seite der Musikerin, die ihren Durchbruch im Jahr 2022 hatte. Was Nina kann: Kontraste. Sie spielt mit Härte und Verletzlichkeit, mit Wut und Wärme. Zwischen „Fucked Up“, „Rage Girl“ und dem bittersüßen „Ich hass dich“ zeigt sie, wie viel Gefühl in klaren Worten stecken kann. Keine große Pose, kein falsches Lächeln, stattdessen ehrliche Energie, manchmal kantig, aber immer charmant.
Vor Nina heizte Chapo102 das Publikum schon ordentlich an. Mit seinem Mix aus Berliner Schnauze, Autotune und Herz schafft er es, die Menge direkt auf Betriebstemperatur zu bringen. Und als er später nochmal auf die Bühne kommt, um mit Nina den gemeinsam Song „Ich hass dich“ zu performen, rastet die Halle endgültig aus.
Chapo102 © Nordevents
Nina chuba Zwischen Beats, Bläsern und Bewegung
Nina Chuba kommt nicht allein. Hinter ihr steht eine große, eingespielte Band, die den Sound des neuen Albums live aufblühen lässt. Besonders die Bläser bringen eine frische, fast funkige Dynamik in Songs wie „Mangos mit Chili“ oder „Lululemonsqueezy“. Sie verleihen dem Pop-Kern ihrer Musik eine neue Tiefe.
An ihrer Seite stehen außerdem zwei Tänzerinnen, die den Songs eine zusätzliche Ebene geben. Das Bühnenbild bleibt bewusst reduziert. Podeste, Lichtpaneele, wechselnde Farben – mehr braucht es nicht. Diese Minimalistik lenkt den Blick dorthin, wo er hingehört: auf Nina. Sie füllt die Bühne allein mit Präsenz, wechselt mühelos zwischen kraftvollen und leisen Momenten, zwischen Trotz und Zärtlichkeit. Gerade in einer Arena, die so groß ist wie die Barclays, ist das keine Selbstverständlichkeit.
Nina Chuba © Nordevents
Am Ende steht kein großes Feuerwerk, keine überladene Inszenierung. Nur Nina Chuba, ihre Band und ein Publikum, das sie nicht gehen lassen will. Nach „So lange her“ ertönt minutenlang tosender Applaus. Man spürt, dass dieser Abend mehr war als nur ein Tourstopp. Es war ein Heimspiel für Nina.
„Ich lieb mich, ich lieb mich nicht“ – das klingt bei ihr nicht wie ein Widerspruch, sondern wie ein Versprechen: sich selbst immer wieder neu zu begegnen, in allem Zweifel, in aller Stärke. Und Hamburg hat das mit ihr gefeiert.

























