Hamburg, 27.04.2026 – Only The Poets sind längst kein Geheimtipp mehr. Nach Support-Tourneen für Größen wie Louis Tomlinson und Lewis Capaldi feierten die Jungs aus Reading Anfang des Jahres mit ihrem Debütalbum „And I’d Do It Again“ den endgültigen Durchbruch. Dass ihre Fangemeinde zu den treuesten der Szene gehört, bewiesen sie nun eindrucksvoll bei ihrem Gastspiel im Hamburger Docks. Schon vorher spürte man die besondere Atmosphäre des Konzerts.
Das Vorprogramm: Britischer Charme mit einer grandiosen stimme
Bevor der Hauptact die Bühne übernahm, bereitete ein erstklassiger Support den Boden. Der 26-jährige Brite Tommy Lyon gewann mit seiner offenen Art und einer beeindruckenden Stimme das Hamburger Publikum im Handumdrehen.
Tommy Lyon © Nordevents
Mit eigenen bereits veröffentlichten Liedern, die textsicher mitgesungen wurden, und einigen unreleasten Songs sorgte für einen schwungvollen Auftakt. Ein Highlight war sicherlich die Fangaktion, bei der rote Handylichter hochgehalten wurden.
Ein Energiebündel namens Only The Poets
Punkt 21:00 Uhr war es schließlich so weit. Nach einem atmosphärischen Intro stürmten Tommy Longhurst (Gesang), Clem Cherry (Gitarre), Andrew „Roo“ Burge (Bass) und Marcus Yates (Schlagzeug) die Bühne. Mit dem Opener „I keep on messing it up“ verwandelte sich das Docks augenblicklich in ein springendes, tanzendes Meer aus Menschen. Die Band matchte die Energie ihrer Fans vom ersten Akkord an.
Only The Poets © Nordevents
Das Set des Abends war ein Beweis für das gewachsene Selbstbewusstsein der Band und bot eine perfekte Balance zwischen brandneuem Material und geliebten Fan-Favoriten. Die neuen Hits wie „God knows where you were“ und „Emotionally hungover“ fügten sich nahtlos in das Programm ein und unterstrichen eindrucksvoll die musikalische Reife, die Only The Poets mit ihrem Debütalbum erreicht haben. Doch auch die älteren Perlen kamen nicht zu kurz: Bei dem Klassiker „Looking at you“ zeigte sich die tiefe Verbundenheit der Community. Mit fast schon rituellen, eingespielten Choreografien deuteten die Fans bei den entsprechenden Textzeilen abwechselnd auf Bassist Roo und Gitarrist Clem – ein Zusammenspiel zwischen Bühne und Crowd, das für Gänsehaut und Lächeln sorgte.
Für besondere Akzente sorgten die geschickt platzierten Überraschungen im Set. Ein emotionaler Höhepunkt war zweifellos das Cover von Natalie Imbruglias „Torn“. In dieser reduzierten Interpretation offenbarte Tommy Longhursts Stimme eine beeindruckende Verletzlichkeit, die das tobende Docks für einen Moment stillstehen ließ.
Dass die Band aber auch die spontane Interaktion beherrscht, bewies die Wahl des zweiten Covers: Über selbstgebastelte Fan-Plakate mit der Aufschrift „Take us to church and play like a virgin“ wurde ein Song praktisch per Zufall bestimmt. Obwohl die Band das Stück nicht geprobt hatte, tat dies der Stimmung keinen Abbruch. Im Gegenteil: Die unbändige Spielfreude und das authentische Auftreten der Jungs rissen das Publikum komplett mit und machten den Moment zu einem der ehrlichsten des Abends. Neben Madonnas „Like a virgin“ stimmte der Drummer kurzerhand noch „Livin on a prayer“ von Bon Jovi an und natürlich stimmte die ganze Band und das Publikum mit ein.
Zwischen Moshpit und Gänsehaut
Besonders intensiv wurde es im Mittelteil. Bei „Madeline“ zog sich die Band zurück und überließ Longhurst das Rampenlicht. Die Stille im Saal gipfelte in „Waking in the dark“. Das Thema mentale Gesundheit berührte sichtlich, viele Fans hatten Tränen in den Augen und lagen sich in den Armen.
Doch die Melancholie hielt nicht lange vor. Mit „Saké“ und dem härteren, rockigeren „Bad“ kehrte die unbändige Energie zurück. Grelle Lichteffekte unterstrichen den Sound, bevor „One more night“ das reguläre Set unter ohrenbetäubendem Gesang abschloss.
Das furiose Finale
Die Zugabe setzte dem Abend die Krone auf. Nach dem energetischen „Jump“ folgte der Klassiker „Emotional“. Was als Song über eine Nacht im lokalen Pub begann, endete im absoluten Chaos, im positiven Sinne. In der Mitte des Saals öffnete sich ein riesiger Moshpit. Mitten im letzten Refrain hielt es Roo und Clem nicht mehr auf der Bühne: Mit ihren Instrumenten stürzten sie sich in die Menge und spielten das Finale inmitten der Fans.
Als die Lichter angingen und die Band sich unter frenetischem Jubel und Winken von der Bühne verabschiedet hatte, blieb ein sichtlich erschöpftes, aber glückliches Publikum zurück.
Doch dies sollte noch nicht alles sein: Nach einer kurzen Pause kam die Band nach draußen und spielte noch zwei eigene Lieder, sowie ein Cover in einer Akustikversion vor dem Club mitten auf der Reeperbahn. Viele der Fans werden diesen Abend wohl nie vergessen und sich wünschen: „One more night, one more night like that“.













































































































