Biertornado und Tropical Island-Vibes – PA69 nahmen die Hansestadt ein

Alisha Kampe

Bremen, 05.02.2026 – Am Abend des 5. Februars kamen PA69 im Rahmen ihrer XXL–Tour in den ausverkauften Schlachthof nach Bremen. Die Berliner Rap-Crew verwandelte die Location in einen Club-Tempel voller Energie, guter Laune und springenden Menschen. Schon vor Konzertbeginn lag eine spürbare Spannung in der Luft. Das Publikum hatte Hunger auf ein Partyerlebnis und das sollten es bekommen.

Kurz vor 19 Uhr stapfte ein Crewmitglied verkleidet als Sonne von der Bühne und suchte Freiwillige, die Lust hatten sich schon mal auf den Abend einzustimmen. Es sollte Bier geext werden. Das ließen sich die Fans natürlich nicht zweimal sagen. Schnell waren Freiwillige gefunden und als der letzte Tropfen den Becher verlassen hat, tobte die Menge. Um das Publikum weiter einzuheizen, kam die Sonne kurz vor Konzertbeginn erneut auf die Bühne, die Menge jubelte und sang dort schon voller Euphorie die angespielten Lieder mit. Als PA69 die Bühne betraten, gab es kaum mehr ein Halten. Es erklangen harte, druckvolle Beats, eingängige Hooks und eine spürbare körperliche Präsenz.

PA69 © Nordevents

Die Berliner sind weniger klassische Rap-Performer als ein Entertainer-Kollektiv. Zwischen Tracks wie „Tropical Island“ und „RAN AN DIE BULETTEN“ legten sie Wert darauf, die Crowd direkt miteinzubeziehen. Die Spielregeln für ihre Konzerte wurden erklärt: Jeder soll Spaß haben, aber nicht auf Kosten anderer. Wenn du dich nicht benimmst, fliegst du raus. Noch bevor der erste Song zu Ende war, bildeten sich die ersten Moshpits. Im Schlachthof gestaltete sich dies, aufgrund der Bauweise, etwas schwierig. Aber das Publikum war so aufmerksam und achtsam miteinander, dass ohne Probleme gemosht werden konnte. Später am Abend wurde noch zu einem Flinta-Moshpit aufgerufen, welcher den Teilnehmenden sichtlich Spaß bereitete.

ZWISCHEN IRONIE UND HALTUNG

Lyrisch bewegt sich PA69 in einem Feld zwischen Ironie, Rap-Humor und hedonistischer Feierlaune. Während viele Lines zum Mitgrölen einluden, zeigte sich in Ansagen und vereinzelt in Textpassagen auch ein politischer Unterton. Dies trübte die Stimmung nicht, sondern vereinte das Publikum nur noch mehr. Fannähe ist den Berlinern besonders wichtig. Sie interagierten fast durchgängig mit den Fans, vor allem mit denen nah an der Bühne. Allerdings sollten auch die Leute in der Menge und auf den Rängen nicht zu kurz kommen. Zwei der drei Rapper schmissen sich auf die ausgestreckten Hände der Fans und wurden so durch den Raum getragen.

Das PA69 Konzert in Bremen was kein klassischer Rap-Gig, sondern ein Energieboost für alle Sinne. Eine Mischung aus Party, Show und kollektiver Live-Erfahrung. Wer auf ironische Texte und treibende Beats steht, hat dieses Konzert als absolutes Highlight erlebt.


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