Post Malone in Hannover: Ein Abend zwischen Country und Rap

Josephin Neumann

Hannover, 5. September 2025 – 38.000 Menschen strömten in die Heinz von Heiden Arena, um Post Malone live zu erleben. Für viele war es das wohl größte Konzerterlebnis des Jahres – und Posty enttäuschte nicht.

Den Auftakt des Abends machte Jelly Roll, einer der spannendsten Vertreter des Country-Rap. Auch wenn das Genre hierzulande noch kaum bekannt ist, gelang es ihm, das Publikum sofort mitzunehmen. Mit seiner authentischen, nahbaren Art wirkte er von Beginn an wie ein Künstler, der das Herz auf der Zunge trägt. Unterstützt wurde er von seiner Band, deren Drummer für eine überraschende Bierdusche sorgte – ein Moment, der die Stimmung im Stadion endgültig aufheizte. Jelly Roll selbst zeigte sich unglaublich dankbar und legte eine energiegeladene Performance hin, die den perfekten Start in den Abend markierte.

Jelly Roll © Nordevents

Mit seinen letzten beiden Alben hat Post Malone einen bemerkenswerten Wandel vollzogen: Austin zeigte ihn verletzlich, nahbar und musikalisch stark von Indie- und Folk-Einflüssen geprägt, während sein aktuelles Werk „F-1 Trillion“ voll und ganz in Richtung Stadion-Country geht. Das Country-Debüt, das 2024 auf Platz 1 der Billboard 200 einstieg, bildet auch den Kern seiner „The BIG ASS World Tour“. In Hannover erlebte das Publikum die perfekte Mischung aus alten Hits, neuen Country-Songs und den genreübergreifenden Sounds, für die Post Malone bekannt ist.

Von Beginn an sorgte eine wuchtige Pyroshow für Gänsehaut-Momente. Im Publikum wirkte es fast so, als hätte das Konzert gleich zwei Dresscodes: Auf der einen Seite Cowboyhüte, Boots und Country-Outfits, auf der anderen Seite Streetwear, Baggy-Pants und Rap-Vibes. Genau diese Mischung spiegelte auch Post Malones Setlist wider – ein Abend zwischen Country und Rap, in dem sich beide Welten überraschend harmonisch ergänzt haben.

Besonders stimmungsvoll wurde es bei „Feeling Whitney“ – ob wegen der plötzlich einsetzenden Kälte oder der Harmonie im Stadion, Gänsehaut war garantiert. Ein Highlight des Abends war der Fan-Moment von Eric, der im gleichen Trikot wie Post Malone auftrat, mit ihm gemeinsam Gitarre spielte und sogar ein Selfie auf der Bühne machen durfte – inklusive Autogramm von Posty. Ein Traum, den er sich an diesem Abend erfüllen durfte.

Von Prost bis Pyro: Post Malone verbindet Country, Rap und eine unvergessliche Stimmung

Post Malone © Nordevents

Post Malone zeigte sich während der Show von seiner nahbaren Seite: Dankbar, herzlich, voller Humor. Als er das Publikum fragte, ob man in Deutschland „Prost“ sage und anschließend laut „Prost!“ rief, brach das Stadion in Lachen und Jubel aus – ein Running Gag, der den Abend prägte. Spätestens als er beim Song „Pour Me a Drink“ Bier in die Crowd verteilte, war die ausgelassene Stimmung auf dem Höhepunkt.

Visuell untermalt wurde das Country-Feeling durch LED-Figuren im Cowboy-Look, die nur bei den Country-Songs aufleuchteten. Den Abschluss lieferte Post Malone auf einer B-Stage: Feuerwerk, letzte Pyro-Explosionen und ein Künstler, der nochmal alles gegeben hat. Am Ende blieb der Eindruck eines nahbaren Superstars, der es geschafft hat, Country und Rap nicht nur nebeneinanderzustellen, sondern zu verbinden und das vor 38.000 glückseligen Fans in Hannover.


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