Wolfsburg, 25.07.2026 – Ein lauer Sommerabend, strahlender Sonnenschein und ein dicht gefüllter Platz bildeten den perfekten Rahmen beim Sommerfestival in der Autostadt. Mit Ryan McMullan erlebte das Publikum ein Konzert, das ab der ersten Minute von ehrlichen Emotionen und großer Musikalität geprägt war.
Dass Ryan McMullan in Wolfsburg kein Unbekannter ist, bewies die vertraute Atmosphäre vom ersten Ton an, denn bereits 2018 stand der nordirische Singer-Songwriter hier auf der Bühne. Seither hat sich viel getan: Geboren in der malerischen Küstenstadt Portaferry, nahm seine Leidenschaft für die Musik schrittweise immer weiter Fahrt auf. Nach Shows im Vorprogramm von Größen wie Snow Patrol, Kodaline, Dermot Kennedy oder Ed Sheeran sowie dem im November 2024 erschienenen Debütalbum “Redesign” (Platz 1 der Irish Independent Charts, über 120 Millionen Spotify-Streams) reist er längst als eigenständiger, geschätzter Musiker durch die Welt.
Ryan McMullan © Nordevents
Gemeinsam mit seinen Bandkollegen Declan McClafferty an der Gitarre und Donal Bowens an den Drums betrat McMullan die Bühne. Das Publikum war bunt gemischt, auffällig viele Pärchen hatten sich eingefunden, doch alle einte von Beginn an dieselbe Hingabe: Wenn Ryan McMullan singt, wird nicht nur applaudiert, sondern andächtig gelauscht.
Charmante Lacher trotz Technik-Problemen
Selbst kleine technische Probleme zu Beginn steckte Ryan locker weg. Im Gegenteil: Die Sympathiewerte stiegen durch humorvolle Ansagen und spontane Lacher im Publikum nur noch weiter. Ryan McMullan versteht es wie kaum ein anderer, mit seiner gefühlvollen, ergreifenden Stimme im einen Moment Gänsehaut zu erzeugen und im nächsten mit charmantem irischem Humor die Distanz zur Bühne komplett abzubauen.
Die Setlist bot eine perfekte Mischung aus eigenen Songs, berührenden Geschichten und clever platzierten Covern. Mit der beliebten Single „Static“ gab es bereits früh lautstarken Applaus. Doch auch abseits der Songs gab es viele persönliche Momente: Als bekannt wurde, dass Drummer Donal Geburtstag hatte, stimmte das gesamte Areal prompt ein gemeinsames „Happy Birthday“ an.
Bei den eigenen Balladen wie „In a Heartbeat“ herrschte fast ehrfürchtige Stille, ein intensiver Moment, der in brausendem Beifall entladen wurde. Auch das Storytelling kam nicht zu kurz: Vor „Letting Go for a While“ erzählte Ryan schmunzelnd aus seiner Jugend. Mit 19 Jahren war er nach Australien ausgewandert, nur um nach sechs Monaten komplett pleite wieder die Heimreise anzutreten. Der Song verarbeitet das schmerzhafte Gefühl des Abschiednehmens am Flughafen: Emotional, nahbar und vom Wolfsburger Publikum mit riesigem Applaus gewürdigt. Einen ganz neuen Song widmete der Nordire seinen beiden Kindern.
Von Bowie und Dire Straits bis hin zuR Tour mit Ed Sheeran
Auch bei den Coverversionen bewies die Band ein Händchen für die richtige Dosis Nostalgie und Energie. Ein Highlight war Dire Straits’ „Romeo & Juliet“, das meisterhaft interpretiert wurde. Später folgte Bruce Springsteens „I’m on Fire“, bei dem das Publikum lautstark den Chorus mitsang und den Rhythmus mitklatschte.
Besonders kreativ geriet der Einstieg zu „Bowie on the Radio“: Die Band spielte als Intro David Bowies „Heroes“. Bei den Lyrics von „Belfast City“ erlaubte sich McMullan einen Schmunzler und passte die Textzeile spontan an Wolfsburg an.
Vor dem offiziell letzten Song reiste Ryan noch einmal zurück an den Anfang seiner Karriere: Er spielte „Oh Susannah“, den Song, den Ed Sheeran 2017 als von ihm hörte und der Sheeran dazu veranlasste, McMullan kurzerhand mit auf seine Tour zu nehmen.
Spontaner Ausklang nach Standing Ovations
Nach den letzten Tönen gab es für die Zuschauer kein Halten mehr. Riesiger Jubel und Standing Ovations, alle forderten lautstark eine Zugabe. Doch eigentlich war eine Zugabe gar nicht eingeplant.
Sichtlich gerührt stand Ryan McMullan erneut auf der Bühne und musste kurz überlegen, womit er diesen Abend gebührend beenden wollte. Seine Wahl fiel schließlich auf ein wunderschönes Cover von Liam Reillys Klassiker „Streets of New York“. Ein leiser, intensiver und absolut würdiger Schlusspunkt für einen Konzertabend, der noch lange nachklingen dürfte.





























































