Hamburg, 21.07.2026 – Wenn britischer Indie-Pop auf hanseatische Konzertlust trifft, ist geschwitzte Glückseligkeit vorprogrammiert. Gestern Abend luden The Wombats in die Hamburger Georg-Elser-Halle ein und brachten das Publikum von der ersten bis zur letzten Minute zum Kochen.
Den Auftakt machte die Nachwuchsband Cherryholt. Das noch sehr junge Gespann bewies vom ersten Akkord an eine erstaunliche Bühnenpräsenz. Mit frischem Sound, sympathischer Ausstrahlung und spürbarer Spielfreude hatten sie das Publikum schnell auf ihrer Seite: Es wurde geklatscht, sich im Takt bewegt und gebührend angefeuert. Ein absolut gelungener Opener, der die Temperatur in der Halle bereits gewaltig anheizte.
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Starke Vorband, hüpfender Bass und ein Posaunen-Wombat
Als schließlich The Wombats die Bühne betraten, gab es kein Halten mehr. Die 2003 in Liverpool gegründete Band gehört seit über zwei Jahrzehnten zu den verlässlichsten Größen der Indie-Szene, bekannt für ihre mitreißenden Hooks, augenzwinkernden Texte und unermüdliche Live-Energie. Dass sie nichts von ihrer Dynamik eingebüßt haben, machten sie sofort klar: Mit dem Doppelpack aus „Sorry I’m Late“ und dem Klassiker „Moving to New York“ stiegen die Briten direkt voll ein. Das Publikum machte vom Fleck weg begeistert mit. Besonders Bassist Tord Øverland Knudsen war ununterbrochen in Bewegung, hüpfte wild über die Bühne und steckte den gesamten Saal mit seiner Energie an.
Mit „Give Me a Try“ folgte der nächste Höhepunkt aus dem dritten Album: Ein kollektiver Ausbruch aus Springen, Tanzen und lautstarkem Mitsingen. Bei „Ready for the High“ überraschte die Band mit einem rund zwei Meter großer Wombat, der den Song an der Posaune begleitete.
Zwischen Ekstase-Moshpit und intimem Akustik-Moment
Für ein erstes Nostalgie-Gefühl sorgte das A-cappella-Intro von Kill the Director vom Debütalbum. Die Stimmung war ausgelassen, als der Saal die Zeilen „This is no Bridget Jones!“ aus vollem Hals zurück zur Bühne sang. Einen drastischen Tempowechsel bot „Method to the Madness“: Nach einem Aufruf zum Moshpit begann der Track eher schleppend und langsam, getaucht in tiefrotes Licht und weißes Strobo-Licht. Der kontinuierliche Aufbau entlud sich schließlich in der Saalmitte in einem rotierenden Moshpit voller trancegleicher Ekstase.
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Wie wandlungsfähig die Band ist, bewies die darauffolgende Akustikversion von „Lethal Combination“, die dem Hamburger Traditionsclub Molotow gewidmet wurde. Der Frontmann stand ganz alleine mit der Gitarre im Scheinwerferlicht. Auch der Humor kam nicht zu kurz: Angesichts der tropischen Temperaturen im Saal scherzte der Sänger über die großen Ventilatoren auf der Bühne und stellte dem Publikum liebevoll seine „Mariah, the strong fan“ vor.
Vor „Lemon to a Knife Fight“ gab es ein kurzes Fahrstuhlmusik-Intro „um alle Aufzüge im Gebäude zu ehren“, ehe die eigentliche Version für enorme Tanzwut und brausenden Applaus sorgte. Über „Tokyo“, wo sich die Halle in eine riesige Party mit hochgerissenen Händen verwandelte, steuerte der Abend mit „Turn“ auf das reguläre Finale zu. Die Crowd bewies maximale Textfestigkeit und stimmte lautstark in die charakteristischen „Eooh-Wooh“-Rufe ein.
Nach tosendem Applaus entließen The Wombats ihr Publikum natürlich nicht ohne Zugaben: Mit „Greek Tragedy“ und der unverwüstlichen Hymne „Let’s Dance to Joy Division“ erreichten Stimmung und Schweißlevel ihren absoluten Höhepunkt. Keiner wollte, dass dieser Abend endet. Am Ende strömte eine völlig durchnässte, aber überglückliche Menge nach draußen.



































































































