Hamburg, 23.11.2025 – Am Sonntagabend machte Till Lindemann mit seiner aktuellen Solotour „Meine Welt” in der Barclays Arena Halt. Schon am frühen Morgen hatten sich trotz eisiger Temperaturen die ersten Fans vor der Halle eingefunden, um sich die besten Plätze im Innenraum zu sichern.
Den Auftakt gestalteten Aesthetic Perfection, die bereits mehrfach als Support für frühere Lindemann-Shows auf der Bühne standen. Musikalisch überzeugte die Industrial-Pop-Band mit einem soliden, energiegeladenen Set. Die Stimmung allerdings war zweigeteilt: Während die vorderen Reihen begeistert mitgingen, blieben die Reaktionen im restlichen Saal eher verhalten. Die Performance sprang nur punktuell auf das Publikum über.
Till Lindemann © Nordevents
Während der Umbaupause richteten sich die Blicke auf den riesigen weißen Vorhang, auf dem in großen kyrillischen Buchstaben der provokante Schriftzug „Kill Till“ prangte – eine offensichtliche Anspielung auf die Berliner Proteste vor zwei Jahren, bei denen ein ähnlicher Schriftzug auf einem Pappschild zu sehen war. Nach dem Einsetzen des Intros „Meine Welt“ fiel der Vorhang, und Till Lindemann eröffnete den Abend mit „Fat“, begleitet von zwei Tänzerinnen in überzeichneten Fatsuits und grotesken Bildsequenzen auf der großen Videowand. Schon in den ersten Minuten wurde klar, dass der Sänger erneut auf eine Mischung aus überzogener Theatralik, drastischer Bildsprache und kontrollierter Provokation setzte.
Die Setlist orientierte sich größtenteils an der vergangenen Tour, wurde jedoch durch neue Titel seines aktuellen Albums „Zunge 2025“ ergänzt, darunter „Und die Engel singen“, „Prostitution“ und „Übers Meer“. Die neuen Songs fügten sich nahtlos in das bestehende Programm ein und wurden von den Fans begeistert aufgenommen. Gleichzeitig blieben Klassiker wie „Golden Shower“, „Allesfresser“ und „Praise Abort“ die tragenden Säulen des Abends.
Kein Fisch für die Hansestadt
Optisch blieb die Show gewohnt monumental: choreografierte Lichtgewitter, meterhohe Nebelfontänen und ein imposantes Videodesign prägten das Gesamtbild. Bei „Allesfresser“ flogen erneut Kuchenstücke durch die Arena. Beim ebenfalls beliebten Song „Fish On“ setzte Lindemann in Hamburg allerdings auf eine entschärfte Variante – statt echter Fische flogen diesmal nur Nachbildungen aus Plastik.
Das Publikum feierte den gesamten Abend über ausgelassen, sang mit und ließ sich von der intensiven Performance mitreißen. Für alle, die noch nicht genug bekommen haben, bietet sich bereits ein Blick in die nahe Zukunft: Am 03. und 04. Juli 2026 steigt am Leipziger Völkerschlachtdenkmal das große „Till-Fest“, für das die Tickets bereits jetzt erhältlich sind.
































