Hamburg, 10.03.2026 – Waterparks verwandelten die Markthalle gestern Abend in einen Ort des kontrollierten Chaos. Seit über einem Jahrzehnt sind Awsten Knight, Geoff Wigington und Otto Wood feste Größen der Szene und haben sich durch ihre markante Mischung aus nostalgischem Pop-Punk und futuristischen Sounds eine loyale internationale Fanbase erspielt. Im Zuge der „The Prowler Tour“ brachten sie dieses besondere Live-Erlebnis direkt in das Herz der Hansestadt, und schnell wurde klar, dass an diesem Abend jeder auf seine Kosten kommen würde. Das Publikum bestach dabei durch seine bunte Vielfalt: Überall sah man gefärbte Haare, (bunt) geschminkte Gesichter und insgesamt sehr aufwändige Outfits, die die besondere Verbindung der Fans zur Ästhetik der Band unterstrichen.
Waterparks © Nordevents
Nachdem ein DJ das Publikum mit Gesang und Tanz ordentlich aufgewärmt hatte, gab es beim Betreten der Bühne durch Waterparks kein Halten mehr. Die enorme Energie der Jungs übertrug sich sofort auf die Menge. Die Show war dabei konzeptionell in verschiedene Akte unterteilt, ähnlich einem Theaterstück. Jeweils eingeleitet durch schwarz-weiße Videoeinspieler, die das nächste Kapitel erklärten, begaben sich die Fans auf eine Reise durch die Diskografie der Band. Nach einem energetischen Start mit „Blonde“, „Sneaking Out Of Heaven“ und „Fuck About It“ folgte der Block Happiness, der die unbeschwerten, dynamischen Pop-Hymnen der Band in den Fokus rückte.
Fannähe und Mitbestimmung: Wenn das Publikum die Setlist schreibt
Bei „Stupid For You“ tanzte die gesamte Halle, bevor Awsten die vierte Wand durchbrach und einem Fan die Wahl zwischen „Peach“ und „Telephone“ überließ. Die Entscheidung fiel auf „Peach“, was die ohnehin starke Interaktion zwischen Band und Fans weiter anheizte. Allgemein prägten viele dieser direkten Momente zwischen Musikern und Publikum den Abend.
Der Abend blieb persönlich: Der elektronisch geprägte Track „Dream Boy“ leitete über zu einem besonderen Moment, als Awsten verkündete, dass der langjährige Lichttechniker Andrew Geburtstag habe. Nach gemeinsamen „Happy Birthday“-Chören und weiteren Fan-Interaktionen schloss „Funeral Grey“ diesen Teil der Show ab. Die Stimmung schlug daraufhin in Sadness um. Ein ruhigerer Part, geprägt von Handylichtern und melancholischen Tönen. Erneut durfte ein Fan wählen und entschied sich nach „High Definition“ für „Not Warriors“ statt „Gloom Boys“. Zwischen den Songs lockerte Awsten die Atmosphäre immer wieder mit kleinen Geschichten auf, versprach, dass Hamburg das Publikum mit den besten Singstimmen sei, und kündigte ein baldiges neues Album an. Besonders „I Felt Younger When We Met“ bestach hier durch dröhnende, vibrierende Bässe.
Akustische Intimität und der Blick in die Zukunft
Einen kompletten Bruch stellte der Akustik-Teil dar. Während der Rest der Band die Bühne verließ, blieb Awsten allein mit seiner Gitarre zurück. Er nahm eine Vielzahl an Vorschlägen aus der Menge entgegen, wodurch Songs wie „You’re Mad All The Time“, „Territory“, „Take Her To The Moon“ oder „Lucky People“ ihren Weg in das Set fanden, teils komplett gespielt, teils nur angestimmt, aber immer lautstark unterstützt. Als Otto und Geoff für „I miss having sex but at least I don’t wanna die anymore“ zurückkehrten, gab es im Publikum kein Halten mehr: Die Stimmung erreichte einen Siedepunkt, während die Fans den Song tanzend und mitsingend in eine einzige Bewegung verwandelten, aus der immer wieder Crowdsurfer über die Köpfe der Menge getragen wurden.
Mit dem Kapitel Anticipation gaben Waterparks einen spannenden Ausblick auf die Zukunft und das kommende Album „Prowler“. Neben bereits veröffentlichten Tracks wie „Red Guitar“ sorgte vor allem der noch unreleasedte Titeltrack „Prowler“ für Begeisterung. Musikalisch deutet sich hier eine spannende Weiterentwicklung an, die Einflüsse von Eminem, Linkin Park und dem Punk der 2010er Jahre vereint.
Das furiose Finale bildete schließlich der Teil „Anger“. Mit Songs wie „[reboot]“ und „Real Super Dark“ wurde es deutlich härter; Metal-Einflüsse waren spürbar und es bildeten sich energiegeladene Moshpits. Mit der Zugabe „Like It“ und einem Meer aus buntem Bühnenlicht endete ein abwechslungsreicher Abend, der die Vielseitigkeit dieser Band eindrucksvoll unter Beweis stellte.





















































