Hamburg, 11.08.2025 – Ein lauer Sommerabend in Hamburg, Montagabend – vor der altehrwürdigen Markthalle versammelt sich bereits früh eine bunte Mischung aus Rockfans, Kutten, Vintage-Shirts und gespannter Vorfreude. Wer rechtzeitig da war, erlebte eine Szene, wie man sie nur selten sieht: Andrew Stockdale, Frontmann von Wolfmother, stand vor dem Eingang und unterhielt sich ganz entspannt mit den Fans. Ein kurzes Gespräch hier, ein Foto dort – völlig bodenständig, charmant und auf Augenhöhe. Ein Rockstar zum Anfassen, bevor drinnen der Sturm losbricht.
Pünktlich um 20 Uhr betraten ASOMVEL, britische Vertreter des klassischen Heavy Metal, die Bühne. Mit ihren rotzig-kantigen Riffs, donnerndem Bass und kompromissloser Old-School-Attitüde heizten sie das Publikum auf – eine perfekte Einstimmung für das, was folgen sollte. Laut, dreckig und ehrlich: ASOMVEL lieferten ab, was man von einer Band erwartet, die Lemmy persönlich wohlwollend zugenickt hätte.
Um 21 Uhr dann das, worauf alle warteten: Wolfmother. Stockdale kam mit seiner Gitarre auf die Bühne, das Licht flackerte psychedelisch, und schon mit den ersten Takten wurde klar: Das hier ist kein Nostalgietrip – das ist eine Rockmaschine in Bestform. Songs wie „Dimension“, „Woman“ oder „White Unicorn“ krachten mit voller Wucht durch die Markthalle. Die Mischung aus Stoner-Rock, Psychedelia und Hardrock-Vibes der 70er zündete vom ersten Moment an.
Wolfmother © Nordevents
Wolfmother gibt es seit den frühen 2000ern. Die Band wurde in Sydney gegründet und feierte mit ihrem Debütalbum 2005 einen internationalen Durchbruch. „Woman“ brachte ihnen einen Grammy, das Album wurde mehrfach mit Platin ausgezeichnet. Trotz diverser Line-up-Wechsel blieb Andrew Stockdale als kreativer Kopf immer das Zentrum der Band. Nach einigen ruhigeren Jahren, Soloplatten und einem DIY-Album während der Pandemie meldeten sich Wolfmother zuletzt wieder deutlich hörbar zurück – auf Platte, aber vor allem live.
eine liebevolle Hommage an Ozzy Osbourne
In Hamburg zeigte die Band, warum sie nach all den Jahren immer noch für Gänsehaut und Nackenschmerzen sorgen kann. Die Mischung aus gewaltigem Sound, virtuosem Spiel und Stockdales charismatischem Gesang funktionierte wie eh und je. Die Interaktion mit dem Publikum war direkt, herzlich und ungefiltert – es war zu spüren, wie viel Lust die Band auf diesen Abend hatte.
Als das reguläre Set nach rund einer Stunde endete, wurde es noch einmal besonders: Als Zugabe spielte die Band „Paranoid“ – ein donnerndes Black-Sabbath-Cover, das gleichzeitig eine liebevolle Hommage an Ozzy Osbourne war. Und weil ein echter Rockabend nicht ohne Hymne enden kann, legten Wolfmother noch mit „Rock and Roll“ von Led Zeppelin nach – ein kollektiver Abrissmoment, bei dem die gesamte Markthalle mitsang, als wäre sie Teil der Band.
Nach etwa 90 Minuten verließen die Fans die Halle mit strahlenden Gesichtern, durchgeschwitzten Shirts und der Gewissheit, etwas Besonderes erlebt zu haben: Einen Abend, der zeigte, dass Rockmusik lebt – laut, echt und kompromisslos.






































