Hamburg, 02.07.2026 – Mehr als ein halbes Jahrhundert Bandgeschichte, unzählige Klassiker und ein Sound, der sofort wiederzuerkennen ist: ZZ Top bewiesen am Donnerstagabend im ausverkauften Hamburger Stadtpark eindrucksvoll, warum sie bis heute zu den prägendsten Bluesrock-Bands der Welt gehören. Rund 4.000 Fans feierten die Texaner bei bestem Open-Air-Wetter und genossen eine Reise durch die größten Hits der Band.
Schon vor Konzertbeginn wurde deutlich, dass sich hier Gleichgesinnte versammelt hatten. Lange Bärte, Sonnenbrillen und zahlreiche Bandshirts prägten das Bild im Publikum – eine augenzwinkernde Hommage an Billy Gibbons und den unverwechselbaren Look von ZZ Top. Die Stimmung war von Beginn an entspannt, das Publikum überwiegend der Generation, die mit den Klassikern der Band aufgewachsen ist.
ZZ Top © Nordevents
Musikalisch ließ das Trio kaum Wünsche offen. Billy Gibbons präsentierte sich trotz seiner mittlerweile über 75 Jahre bestens aufgelegt und begeisterte mit seinem markanten Gitarrenspiel und den unverwechselbaren Bluesrock-Riffs, die ZZ Top seit Jahrzehnten auszeichnen. An seiner Seite überzeugte Elwood Francis, der nach dem Tod von Dusty Hill längst mehr ist als nur dessen Nachfolger am Bass. Mit seinem langen weißen Bart und seinem markanten Auftreten fügt er sich nahtlos in das Erscheinungsbild der Band ein. Für einen besonderen Hingucker sorgte gleich zu Beginn ein außergewöhnlich gestalteter Bass, bevor Francis später auf ein klassisches Instrument wechselte.
Am Schlagzeug musste die Band erneut auf Frank Beard verzichten, der seine Tour aus gesundheitlichen Gründen weiterhin pausieren muss. Für ihn saß Michael Monahan hinter dem Drumkit, der den charakteristischen Groove der Songs souverän und unaufgeregt umsetzte.
Mit Klassikern wie „Gimme All Your Lovin’“, „Cheap Sunglasses“ und „Sharp Dressed Man“ brachte ZZ Top den Stadtpark immer wieder zum Mitsingen. Vor der Bühne wurden Luftgitarren gespielt, Bierbecher erhoben und die bekannten Refrains lautstark mitgesungen. Große Showeffekte benötigte die Band dabei nicht. Die Musik stand jederzeit im Mittelpunkt, ergänzt durch kleine, perfekt einstudierte Gesten, wenn Gibbons und Francis ihre Gitarren synchron im Takt bewegten.
80 Minuten Spielzeit
Nach rund 65 Minuten verabschiedeten sich die Musiker zunächst von der Bühne, kehrten jedoch für drei Zugaben noch einmal zurück. Mit „Brown Sugar“, „Thunderbird“ und dem unverzichtbaren „La Grange“ fand der Abend einen stimmungsvollen Abschluss. Zwar hätte sich mancher Fan angesichts der insgesamt rund 80-minütigen Spielzeit noch einige zusätzliche Songs gewünscht, dennoch hinterließ das Konzert einen rundum gelungenen Eindruck.
ZZ Top lieferten im Hamburger Stadtpark keinen spektakulären Neuanfang, sondern genau das, was ihre Fans seit Jahrzehnten an ihnen schätzen: ehrlichen, schnörkellosen Bluesrock, ikonische Gitarrenriffs und zeitlose Songs. Ein Abend voller Nostalgie, der zeigte, dass gute Musik auch nach mehr als 55 Jahren nichts von ihrer Wirkung verloren hat.










































