Hildesheim-Drispenstedt, Sonntag, 09.08.2026 – Nach einem Samstag, der schon alles gegeben hatte, legte der Sonntag noch einmal nach: In der Spitze 35 Grad im Schatten, noch heißer als der Tag zuvor. Und trotzdem, oder gerade deshalb, ging das M’era Luna mit derselben Hingabe in seinen letzten Tag.
© Nordevents/ Sandra Wohlgemuth, Christian Habeck
35 Grad im Schatten sind auf einem offenen Flugplatzgelände keine Kleinigkeit, und das war den ganzen Tag über spürbar. Der Großteil der Besucher verbrachte die Zeit zwischen den Konzerten konsequent im Schatten, wo immer sich einer fand. Vereinzelt sah man Rettungswagen und Rettungskräfte, die zu Personen eilten – ein Beleg dafür, wie ernst die Hitze zu nehmen war, aber auch dafür, wie aufmerksam und schnell die Helfer vor Ort reagierten. Genau diese Vorsorge machte den Unterschied: Wer sich schützte, kam gut durch den Tag.
Rekordhitze und gute Vorsorge
Auch beim Essen zeigte sich, wie sehr die Hitze das Verhalten der Besucher steuerte. Die Schlangen vor den Ständen mit Fleisch und anderen warmen, fettigen Mahlzeiten waren deutlich kürzer als sonst, das Essen gab es fast ohne Wartezeit. Dafür waren die kostenlosen Wasserstellen, der Eisstand und der Stand mit gefrorenem Quark komplett überlaufen – wer klug war, suchte sich Abkühlung statt Deftiges.
© Nordevents, Sandra Wohlgemuth
Die Club Stage als Zufluchtsort
Ein echter Vorteil an diesem Tag: Die Club Stage ist überdacht. Wer dort ein Konzert erlebte, tat das spürbar angenehmer als unter freiem Himmel – kein direktes Sonnenlicht, mehr Kühle beim Tanzen und Zuhören. Trotz der Rekordhitze waren die einzelnen Konzerte, ob überdacht oder nicht, weiterhin sehr gut besucht. Die Musik hat an diesem Sonntag ganz offensichtlich über die Temperaturen gesiegt.
Das musikalische Programm
Eröffnet wurde der letzte Festivaltag um 11 Uhr mit Final Selection auf der Main Stage, kurz danach Synthattack auf der Club Stage. Es folgten Sotiria und Eisenfunk, dann Stahlmann und Jesus On Extasy, anschließend Skynd und Then Comes Silence sowie The 69 Eyes auf der Main Stage.
Um 15:20 Uhr betrat L’Âme Immortelle die Main Stage – ein toller Auftritt in einer Reihe starker Konzerte, die trotz der Hitze für volle Fläche vor der Bühne sorgten. Auf der Club Stage folgte um 16:05 Uhr Neuroticfish, dank Überdachung eines der angenehmeren Konzerterlebnisse des Tages. Um 17:20 Uhr übernahm Aesthetic Perfection die Club Stage, ebenfalls im Schutz des Sonnendachs – wieder ein Auftritt, der trotz der Temperaturen sein Publikum fand.
Und dann, um 17:45 Uhr auf der Main Stage: Lacrimosa. Das persönliche Highlight des ganzen Wochenendes. Die Show war schlicht grandios, und die Setlist traf genau den eigenen Geschmack – von der ersten bis zur letzten Minute ein Auftritt, der die Hitze komplett vergessen ließ und alles bot, was man sich von einem Festival-Höhepunkt wünscht.
Im Anschluss ging es mit Clan Of Xymox auf der Club Stage weiter, während auf der Main Stage Floor Jansen (16:30) und später OMD (19:15) das Programm fortsetzten. Die Club Stage brachte mit Die Krupps (18:45) und IAMX (20:15) den Abend zu seinem Ausklang.
© Nordevents
Und dann, um 20:45 Uhr, der große Schlusspunkt: Saltatio Mortis. Ein echtes Highlight, ganz ähnlich wie In Extremo am Tag zuvor – das Infield bis zum letzten Platz gefüllt, die Stimmung extrem ausgelassen. So endete das M’era Luna 2026 auf der Main Stage, wie es sich für ein Festival dieser Größe gehört: mit einem vollen Infield und einem Publikum, das noch einmal alles gab.
Am Vormittag hatte, abseits der Bühnen, Lydia Benecke mit ihrem Vortrag von 10:15 bis 11:00 Uhr den Sonntag im Programm der Academy eröffnet – ein ruhigerer Kontrapunkt, bevor die Hitze und die Musik den restlichen Tag übernahmen.
So ging ein Wochenende zu Ende, das trotz Rekordtemperaturen keinen Moment an Intensität verlor. Der Samstag mit seinem Feuerwerk aus In Extremo und Within Temptation, der Sonntag mit Lacrimosa als persönlichem Höhepunkt und Saltatio Mortis als ausgelassenem Schlussakkord vor vollem Infield – und dazwischen eine Gemeinschaft, die selbst bei 35 Grad zusammenhielt, sich schützte und trotzdem bis zur letzten Note tanzte. Genau das macht das M’era Luna Jahr für Jahr wieder zu einem der schönsten Termine im Kalender.






























































































































