OMR Festival 2026: Digitales Universum landet in Hamburg

Wolfgang Karg

Hamburg, 5. und 6. Mai 2026 – Wer am frühen Morgen des 5. Mai die Hallen der Hamburg Messe betritt, war sicherlich nicht alleine. 70.000 Besucherinnen und Besuchern lieferten eine Energie, die irgendwo zwischen Aufbruchsstimmung und Wissensdurst schwirrt. Das OMR Festival — offiziell „Das Festival für das digitale Universum“ — ist in seiner elften Ausgabe längst weit mehr als eine Fachmesse: Es ist ein kulturelles Ereignis, das die gesamte Stadt in Beschlag nimmt.

Was 2015 noch am Millerntor-Stadion begann, füllt heute sämtliche Messehallen. Über 800 Sprecherinnen und Sprecher auf sechs Bühnen, mehr als 1.000 Aussteller und Partner sowie ein dichtes Programm aus Keynotes, Masterclasses, Guided Tours und Side Events machen das OMR zum Pflichttermin für alle, die die digitale Wirtschaft nicht nur beobachten, sondern mitgestalten wollen. Das Themenspektrum reicht von Künstlicher Intelligenz und E-Commerce über Finanz- und Personalwesen bis hin zu Nachhaltigkeit, Diversity und neuen Arbeitswelten. Hier verlieren die Grenzen zwischen Wirtschaft, Popkultur und gesellschaftlichem Diskurs ihre Konturen — und genau das macht den besonderen Reiz dieses Events aus.

OMR Festival 2026 © Nordevents – Antje und Wolfgang Karg


Mit über 300 Masterclasses und 200 Guided Tours bietet das OMR 2026 ein Angebot, das weit über klassische Konferenzformate hinausgeht. Wer zwischen den Hallen wandelt, entdeckt nicht nur die neuesten Tools und Trends der Digitalszene, sondern auch über 80 Food-Stände, die kulinarische Abwechslung in den Messetag bringen. Abends verwandelt sich die Expo in einen Ort der Begegnung: Stand-Partys, Afterwork-Events und Live-Konzerte lassen Netzwerken und Feiern mitsamt ihren Grenzen verschwimmen.

Ein Line-up wie ein Blockbuster-Programm

Das Speaker-Aufgebot des OMR 2026 liest sich wie eine Kreuzung aus Who-is-Who der Digitalwirtschaft und glamourösem Promi-Empfang. Moderiert wird das Festival von zwei Ankäuflingen des deutschen Fernsehens: Kai Pflaume und Steven Gätjen. Gätjen, bekannt als charmanter Hollywood-Experte und Talkmaster, bringt als Moderator genau jene Leichtigkeit und Neugierde mit, die einen guten Knotenpunkt zwischen Biz und Entertainment ausmacht. In vergangenen Jahren sorgte er beim Interview mit Ryan Reynolds für einen der emotionalsten Momente des Festivals. Außerdem wurden die Speaker von Janin Ullmann (VIVA, Top of the Pops, Gala) und Neda Peemüller („taff“) interviewet.

Felix Lobrecht, einer der erfolgreichsten Comedians und Podcast-Macher Deutschlands, trat gemeinsam mit Tommi Schmitt auf und gab Einblicke, wie aus ihrem Format „LigaBiga“ eine der stärksten Medienmarken des Landes wurde. Dahinter steckt eine Geschichte über echte Fan-Bindung, Wiedererkennbarkeit und Community-Memes — Themen, die für Content-Creator wie für Markenverantwortliche gleichermaßen relevant sind.

International glänzt das Programm mit Persönlichkeiten wie Tom Brady, dem siebenmaligen Super-Bowl-Champion, der seine Erfahrungen als Unternehmer teilt, sowie der KI-Expertin und Signal-Chefin Meredith Whittaker. Hollywood-Regisseur Roland Emmerich, der Macher hinter Blockbustern wie „Independence Day“, repräsentiert gemeinsam mit Supermodel Heidi Klum die Kategorie „Made in Germany goes global“ — zwei Karrieren, die zeigen, was deutsche Kreativität auf der Weltbühne zu leisten vermag.

Wladimir Klitschko, früherer Boxweltmeister und Bürgermeister von Kyiv, stand für eine ganz andere Kategorie: den politischen Mut und die persönliche Resilienz in Zeiten des Krieges.

Olivia Jones, Hamburgs wohl bekannteste Drag-Ikone, sprach über seinen Lebensweg mit Janin Ullmann. Rezo, der YouTuber, der mit seinem „Zerstörung der CDU“-Video Politikgeschichte schrieb, sprach auf der Blue Stage über seinen Weg vom Streamer zum Unternehmer.

Steffen Henssler, der Starkoch und Self-Marketing-Profi, zeigte auf der Blue Stage, wie man mit Social Media Millionenreichweiten aufbaut — und dabei immer noch Michelin-Niveau im Hinterkopf behält. Er selbst nennt sich „unterhaltender Unternehmer“, und wer seinen TikTok-Kanal kennt, weiß: Das ist keine Übertreibung. Karsten Maschmeyer, Investor und Serienunternehmer, gibt Einblicke in Entscheidungsprozesse und Bewertungslogiken — bekannt aus „Die Höhle der Löwen“, adressiert er auf dem OMR ein fachkundiges Publikum, dem Buzzwords nichts beibringen. Steven Gätjen moderierte. Und Ski Aggu nahm während seines Interviews mit Moderatorin Aylin Kazi seine Skibrille natürlich nicht ab.

Der Auftritt von einem der bekanntesten politischen Journalisten, Paul Ronzheimer, der Wladimir Klitschko interviewte, war ganz dem Thema Ukraine-Krieg gewidmet. Davor sorgte der renommierte Hamburger DJ Plazebo für musikalische Pausenfüller.

Auch viele nicht ganz so bekannte Gesichter wie Miss Likedin Celine Flores oder ZDF-Sportmoderator Yorck Polus waren vor Ort.

Musicalischer Stilmix

Musikalisch setzt das OMR 2026 auf einen Stilmix, der ältere Jahrzehnte und die Generation Alpha gleichermaßen abholt. Los ging es um 18:00 Uhr mit Rice & Stew, danach folgten Miami Lenz. ZAH1DE — mit gerade einmal 15 Jahren bereits BAMBI-Gewinnerin, TikTok-Phänomen und Shootingstar der deutschen Musikszene — tritt gleich doppelt auf: als Performerin in der Aftershow und als Speakerin auf der Conference Stage. Dort spricht sie gemeinsam mit ihrem Manager Serdar Bogatekin, dem Lunatix-Gründer, über außergewöhnliche Karrierewege und darüber, was Marken von TikTok-Phänomenen lernen können.

Neben ihr sorgten SSIO, einer der großen Namen des Deutschraps, sowie Oli. P und zum Abschluss die Drunken Masters für Stimmung.

OMR-Energie anderswo: Die Speaker auf anderen Bühnen

Das OMR Festival ist kein isoliertes Phänomen. Viele der Hamburger Gesichter tragen ihre Botschaften das ganze Jahr über auf andere Bühnen — und wer sie dort erlebt, bekommt eine Ahnung davon, warum ihre Auftritte in Hamburg so elektrisieren.

Fazit des ersten Messetages: Zwischen Inspiration und Intensität

Der erste Tag des OMR 2026 versprach was die Veranstalter seit Jahren einhalten: einen dichten, manchmal fast überwältigenden Strom an Ideen, Begegnungen und Eindrücken. Die Messehallen sind ein Ort, an dem Strategieberater und YouTuber, CDOs und Content-Creator nebeneinander stehen und feststellen, dass sie dieselben Fragen umtreiben. Wo geht die Künstliche Intelligenz hin? Wie bleibt eine Marke in einer fragmentierten Medienwelt relevant? Und wie baut man Communitys auf, die wirklich etwas bedeuten?

Als ab 18 Uhr Rice & Stew die Aftershow-Bühne übernahm und die Messehallen zum Konzertsaal wurden, schloss sich ein Kreis, der das OMR von anderen Branchenevents unterscheidet: Hier darf man nicht nur lernen, man darf auch feiern. Der erste Messetag endete nicht mit dem letzten Vortrag, er endet mit einem Gefühl — nämlich dem, dass man morgen früh wieder dabei sein will.

Wer das OMR zum ersten Mal erlebt, wird verstehen, warum treue Besucherinnen und Besucher jedes Jahr wiederkommen. Und wer schon öfter da war, wird sich bestätigt fühlen: Es gibt kaum ein anderes Event in Deutschland, das diesen Bruch zwischen Business und Kultur so elegant überbrückt.

Was bleibt, ist ein Gefühl, das sich nicht vollständig in Worte fassen lässt: das Gefühl, dass Hamburg in diesen zwei Maitagen der Ort ist, an dem die Zukunft diskutiert, gefeiert und manchmal auch getanzt wird. Das OMR 2026 ist kein Event — es ist ein Versprechen.

Am zweiten Messetag werden neben CEOs und Founder auch bekannte Gesichter wie Bill Kaulitz, Marcel Remus, Lars Klingbeil, Heidi Klum, Tom Brady, Benjamin Stuckrad-Barre, Sido und Mark Forster erwartet. DJ David Puentez und Pop-Verwandlungskünstler Mark Forster und andere sorgen für die klingende Seite des Festivals.


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