1.100 Läufer trotzten den Gezeiten beim Red Bull Wattlauf 2026
Cuxhaven, 20.09.2026 – Kurz nach Mittag fiel am Sonntag in Cuxhaven-Duhnen der Startschuss für den Red Bull Wattlauf 2026, die zweite Auflage – und erneut hieß es für die Läuferinnen und Läufer: rennen gegen die Uhr, rennen gegen die Flut. Nach der erfolgreichen Premiere im vergangenen Jahr (unseren Bericht dazu findet ihr hier) ging die Veranstaltung diesmal mit einem deutlich gewachsenen Teilnehmerfeld und einem erweiterten Streckenformat an den Start.
Ein Starterfeld, das sich fast verdreifachte
Mit rund 1.500 Gemeldeten hat sich das Starterfeld im Vergleich zum Vorjahr nahezu verdreifacht – ein deutliches Zeichen dafür, wie sehr sich der Red Bull Wattlauf nach seiner Premiere 2025 bereits als feste Größe in der Laufszene etabliert hat. In die Wertung kamen am Ende 1.110 Läuferinnen und Läufer. Auch im Teilnehmerfeld selbst gab es Verschiebungen: Vorjahressieger Florian Neuschwander ging diesmal auf der neuen Kurzstrecke an den Start, während Extremläufer Kim Gottwald dem Rennen leider fernbleiben musste. Mit dabei war weiterhin David Schönherr, Gewinner des Wings for Life World Run in München, für den nach Jahren im Straßenmarathon die ungewohnte Terrainwahl im Watt die größte Unbekannte darstellte, sowie Hybrid-Athlet Lukas Müller.
Wattlauf 2026 © Nordevents
Rahmenprogramm und Stimmung im Vorfeld
Bereits am Samstag hatte sich abgezeichnet, mit welcher Vorfreude das Wattenmeer-Rennen erwartet wurde: Bei der Startnummernausgabe sprachen Neuschwander und Schönherr im Panel-Talk über ihre Erwartungen, die besonderen Herausforderungen im Watt sowie die Bedeutung von Taktik und mentaler Stärke, bevor ein gemeinsamer Shake-Out-Run entlang der Küste den Vorabend abrundete. Am Sonntag selbst verzögerte sich der Start dann, weil das Wasser nicht wie vorgesehen ablief.
Wind und Wasser zwingen zur Streckenänderung
Bei strahlendem Sonnenschein gingen die Läuferinnen und Läufer an den Start – und erreichten das Ziel auch bei Sonnenschein. Der Tag hielt dennoch eine Überraschung bereit: Starker Westwind mit Geschwindigkeiten von 65 km/h (Windstärke 8) sorgte dafür, dass das Wasser nicht wie gewohnt ablief. Mitten durch das UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer sollte die Strecke von Cuxhaven-Duhnen zur zwölf Kilometer entfernten Insel Neuwerk – und wieder zurückführen. Die Streckenführung musste daher kurzfristig angepasst und deutlich verkürzt werden.
Den ursprünglich vorgesehenen Wendepunkt am historischen Leuchtturm auf der Insel Neuwerk erreichte an diesem Tag keiner der Teilnehmenden. Stattdessen steuerten sie einen eigens aufgebauten Wendepunkt an, den die Veranstalter kurzerhand Neu-Neuwerk tauften – markiert von einem kleineren Leuchtturm mitten im Watt. Sowohl auf der Kurz- als auch auf der Langstrecke wurden mehrere Loops gelaufen, um dennoch auf die vorgesehene Renndistanz zu kommen. Einmal mehr zeigte sich damit, wer beim Red Bull Wattlauf wirklich den Ton angibt: nicht die Konkurrenz, sondern die Nordsee mit ihrer Tide selbst.
Geplant war zudem eine Kurzstrecke über 12,3 Kilometer, die auch Hobbyläuferinnen und -läufern die Teilnahme an diesem außergewöhnlichen Format ermöglichen sollte. Auch sie wurde an diesem Tag auf 8,2 km verkürzt und auf zwei Runden gelegt.
Ergebnisse und Besonderheiten des Tages
Auf der Langstrecke standen acht Runden auf dem Programm, auf der Kurzstrecke zwei. Die Kurzstrecke entschied Florian Neuschwander für sich – der Vorjahressieger blieb damit auch im neuen Format vorn. Den dritten Platz sicherte sich dort David Schönherr, ein respektables Ergebnis für den Straßenmarathon-Läufer bei seinem ersten Auftritt im Watt. Hybrid-Athlet Lukas Müller kam auf der Langstrecke als 16. ins Ziel.
Langstrecke über acht Runden
Frauen
- Deike Keilers-Burkhardt – 1:37:53
- Marie-Madeleine Lüters – 1:38:53
- Sandra Sahlmann – 1:41:38
Männer
- Eric Ole Völkening – 1:24:49
- Marten Grube – 1:26:57
- Franz-Josef Ismaier – 1:27:49
Kurzstrecke über zwei Runden
Frauen
- Marie Heymann – 0:37:58
- Janin Böhlken – 0:39:29
- Samira Hiller – 0:39:38
Männer
- Florian Neuschwander – 0:31:07
- Cedric Sikorski – 0:32:20
- David Schönherr – 0:34:41
Eine Neuerung gab es auch abseits der Strecke. Bei der Premiere 2025 blieben den Läuferinnen und Läufern nur Eindrücke, Bilder und Geschichten – in diesem Jahr erhielt jeder Teilnehmende eine Medaille.
Alle Ergebnisse und Zwischenzeiten stehen in der offiziellen Ergebnisliste des Veranstalters.
Fazit
Das Wetter tat der Stimmung keinen Abbruch. „Mit Sand in den Zähnen verabschiede ich mich vom Cuxhavener Strand und freue mich auf nächstes Jahr“ – so brachte es einer der Teilnehmenden nach dem Zieleinlauf auf den Punkt. Trotz der wetterbedingten Streckenanpassung zeigte der Red Bull Wattlauf 2026, dass das Format nichts von seinem Reiz verloren hat: ein deutlich gewachsenes Starterfeld, spannende Positionswechsel im Teilnehmerlineup und ein Rennverlauf, der einmal mehr bewies, dass hier am Ende immer die Natur den Takt vorgibt. Cuxhaven darf sich schon jetzt auf die dritte Auflage freuen.
Mehr zum Vorjahr: Weltweit einzigartiger Wattlauf in Cuxhaven – unser Bericht zur Premiere 2025















































































