Sulingen, Mittwoch, 12. August 2026 – Offiziell ist der Mittwoch beim Reload Festival nur ein Anreisetag. Die Mainstage bleibt bis Donnerstag geschlossen, und ein Tagesticket gibt es für diesen Tag nicht. Vor Ort war davon nichts zu spüren.
Anreise und Schlange am Ticketcontainer
Wer früh anreisen wollte, konnte das schon ab 8 Uhr morgens tun. Die Frühanreise kostete 30 Euro pro Fahrzeug, zahlbar bar vor Ort direkt auf dem Campingplatz. Wer mit der Bahn kam, nutzte den Sonderzug zwischen Diepholz und Sulingen, der am Mittwoch zweimal fuhr, um 10:31 Uhr und um 14:31 Uhr, jeweils für 5 Euro pro Fahrt. Ab Sulingen brachten Shuttlebusse die Ankommenden zum Gelände.
Ab 14 Uhr öffnete der Ticketcontainer, an dem das Ticket gegen das Bändchen getauscht wurde. Schon am Nachmittag bildete sich dort eine Schlange, die sich über mehrere hundert Meter zog. Wer sein Bändchen abholen wollte, brauchte Geduld. Für einen Tag, der offiziell nur der Vorbereitung aufs Wochenende diente, war das ein erstaunlich großer Andrang.
People © Nordevents
Essen und Trinken
Auf dem Vorplatz hatten die ersten Essensstände bereits geöffnet, mit der gewohnten Bandbreite von deftig bis vegan. Das Infield selbst blieb bis Donnerstag noch geschlossen. Wer eigene alkoholfreie Getränke mitbringen wollte, durfte das in Tetrapaks bis zu einem Liter oder in Faltflaschen tun, dazu gab es an mehreren Stellen kostenloses Trinkwasser. Auf jeden Becher wurde Pfand erhoben, das man an der Rückgabe wieder ausgezahlt bekam.
Beim Bezahlen zeigte sich vor Ort ein anderes Bild, als die offizielle Ankündigung vermuten ließ. Laut Website sollte Kartenzahlung nur am Merchstand und an den Getränkewagen möglich sein, für die Essensstände wurde Bargeld empfohlen. Am Mittwoch ließ sich aber so gut wie überall mit Karte bezahlen. Nur der Handyempfang war teilweise schlecht und fiel je nach Netzanbieter unterschiedlich aus, sodass Kartenzahlung dadurch aus technischen Gründen manchmal nicht möglich war.
Wer länger blieb, konnte sich schon am Mittwoch zwischen 15 und 18 Uhr am Frühstückszelt ein Bändchen für mehrere Tage sichern. Ein Tag kostete 17 Euro, drei Tage 45 Euro und vier Tage 55 Euro, serviert dann von Donnerstag bis Sonntag jeweils ab 8 Uhr.
Tentstage und eine Ankündigung dazwischen
Um 18 Uhr eröffnete Heartless Human Harvest das Programm auf der Tentstage. Das Zelt war schon zu diesem frühen Zeitpunkt gerammelt voll, dichter gedrängt als so manches Konzert an den eigentlichen Festivaltagen.
Heartless Human Harvest © Nordevents
Um 19:30 Uhr unterbrach eine Ankündigung auf dem Vorplatz den Abend. Reload verkündete dort live die ersten bestätigten Bands für 2027, direkt im Anschluss auch online. Als der Name fiel, riss die Menge merklich mit: Electric Callboy wird Headliner beim Reload Festival 2027. Der Vorverkauf für 2027 startet erst am kommenden Sonntag, dem 16. August, um 20 Uhr. Wer an diesem Mittwoch auf dem Vorplatz stand, kannte die Neuigkeit trotzdem schon Stunden vorher aus erster Hand.
Um 20 Uhr ging es auf der Tentstage weiter mit Dramatist. Auf der Setlist standen “Black Hole”, “Loathing, Now”, “The League”, “Fat White Families”, “Disappointed”, “Glasgow Nights”, “Unknown Hero” und “Go“. Die Stimmung im Zelt blieb dabei auf demselben hohen Niveau wie schon bei Heartless Human Harvest.
Ab 22 Uhr übernahm das Morecore Warm-Up und lief bis in die frühen Morgenstunden. Dazu kam die Aftershow-Party im Zelt, die an allen Festivaltagen stattfindet, wenn die Bühnen längst dunkel sind.
Ein Tag vor dem eigentlichen Festival
Der Tag brachte eine lange Schlange am Ticketcontainer, ein randvolles Zelt bei Heartless Human Harvest und Dramatist sowie eine Ankündigung, die schon jetzt Vorfreude auf das nächste Jahr weckt. So begann das Wochenende beim Reload Festival 2026, lange bevor die Mainstage überhaupt öffnete. Wer den Mittwoch nur als Anreisetag abtut, hat Sulingen offensichtlich noch nicht erlebt.


































